Podcast | Das Leben danach Das Urteil

Nach fünf Monaten Prozess ist am 21. Dezember 2020 das Urteil gesprochen worden: Der Attentäter von Halle bekommt die höchste Strafe, die ein deutsches Gericht aussprechen kann. Und trotzdem sind viele Nebenklägerinnen und Nebenkläger sauer und enttäuscht darüber. Das Thema der achten und letzten Folge des Podcasts: Das Urteil

Das Leben danach – Das Attentat von Halle

Eine dunkelblaue, fast schwarze Fläche, auf der in großen Buchstaben mittig "Das Leben danach" steht. Durch die Buchstaben davon scheint ein Foto, welches die Synagogentür von Halle zeigt. Darunter ist deutlich kleiner der Schriftzug "Folge 8: Das Urteil" zu erkennen.
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Das Leben danach Das Urteil

Das Urteil

Der Attentäter bekommt die höchste Strafe, die ein deutsches Gericht aussprechen kann. Und trotzdem sind viele Nebenklägerinnen und Nebenkläger sauer und enttäuscht darüber. Das Thema der achten Folge: Das Urteil

MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir Mi 23.12.2020 12:13Uhr 23:45 min

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Eine dunkelblaue, fast schwarze Fläche, auf der in großen Buchstaben mittig "Das Leben danach" steht. Durch die Buchstaben davon scheint ein Foto, welches die Synagogentür von Halle zeigt. Darunter ist deutlich kleiner der Schriftzug "Folge 7: Die Aufarbeitung" zu erkennen.
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Wo steht die Gesellschaft ein Jahr nach dem Anschlag von Halle? Diese Frage richten Marie Landes und Roland Jäger an Ministerpräsident Reiner Haseloff und die Betroffenen des Anschlags. Folge 7: Die Aufarbeitung.

MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir So 29.11.2020 08:38Uhr 81:20 min

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Eine dunkelblaue, fast schwarze Fläche, auf der in großen Buchstaben mittig "Das Leben danach" steht. Durch die Buchstaben davon scheint ein Foto, welches die Synagogentür von Halle zeigt. Darunter ist deutlich kleiner der Schriftzug "Folge 6: Der Prozess II" zu erkennen.
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Im Prozess gab es viele erschreckende und schmerzhafte Momente. Aber auch Augenblicke der Solidarität. Dafür war vor allem die Nebenklage verantwortlich. Sie steht im Mittelpunkt der sechsten Folge: Der Prozess II.

MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir So 22.11.2020 12:40Uhr 43:17 min

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Alle anzeigen (9)

...die Verkündung des Urteils – ab 01:26 Minuten

Der Angeklagte wurde wegen Mordes in zwei Fällen, wegen versuchten Mordes in 66 Fällen, wegen besonders schwerer räuberischer Erpressung, fahrlässiger Körperverletzung und Volksverhetzung zu einer lebenslangen Haftstrafe mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt. Außerdem stellte der Senat die besondere Schwere der Schuld fest.

Die Reaktion im Gerichtssaal darauf war sehr still. Aber nach der Verkündung des Urteils folgte die Begründung des Gerichts. Insgesamt dauerte der Prozesstag vier Stunden.

Die vorsitzende Richterin Ursula Mertens sagte während der Begründung, dass die emotionale Kälte des Angeklagten sie und ihre Kollegen tief getroffen habe. Sie habe schon viele schwere Verfahren miterlebt, aber dieses Verfahren stelle alles in den Schatten.

Außerdem stellte sie fest, dass der Attentäter nur laut Strafgesetzbuch ein Einzeltäter sei. Denn er habe natürlich im Internet nach Gleichgesinnten gesucht, sich ausgetauscht und sich weiter radikalisiert.

...die ersten Reaktionen auf das Urteil – ab 07:50 Minuten

Noch während die Begründung für das Urteil lief, kamen bereits die ersten Reaktionen per Pressemitteilung, wie zum Beispiel von Ministerpräsident Haseloff, der den Prozess als fair bezeichnet und betont, dass das Urteil zeigt, dass wir in einem Rechtsstaat leben.

Auch Josef Schuster, Präsident des Zentralrates der Juden, spricht von einem klaren Bekenntnis gegen Antisemitismus in jeder Form.

...Kritikpunkte am Urteil bzw. seiner Begründung – ab 09:22 Minuten

Mit dem Strafmaß sind auch die Betroffenen der Nebenklage zufrieden. Aber darüber hinaus gibt es auch gravierende Kritik an der Begründung des Gerichtsurteils. So wurde noch einmal auf große Lücken in dem Verfahren hingewiesen, wie z.B. die Rolle der Eltern.

Ismet Tekin wollte, dass sein Aufeinandertreffen mit dem Attentäter als versuchter Mord eingeordnet wird. Das Gericht hat sich dagegen entschieden, weil dem Angeklagten die Vorsätzlichkeit nicht nachgewiesen werden konnte. Für Tekin und seinen Anwalt ist dieses Urteil eine große Enttäuschung. Er und sein Anwalt prüfen die Möglichkeit der Revision.

Auch bei Aftax Ibrahim wurde das Verhalten des Attentäters nicht als versuchter Mord eingeordnet. Er wurde vom Angeklagten auf der Flucht angefahren. Das Gericht wertete das als fahrlässige Körperverletzung in Tateinheit mit vorsätzlicher Gefährdung des Straßenverkehrs.

Mit dieser Begründung wird den beiden Betroffenen die juristische Anerkennung ihres Traumas und des Schmerzes verwehrt und es bleibt eine offene Wunde im Prozess. So hat Nebenklägerin Christina Feist die Urteilsbegründung kritisiert.

MDR-Redakteur Roland Jäger
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Über Roland Jäger Roland Jäger arbeitet seit 2015 für den Mitteldeutschen Rundfunk - zunächst als Volontär und seit 2017 als Freier Mitarbeiter im Landesfunkhaus Magdeburg. Meist bearbeitet er politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Themen - Vor seiner Zeit bei MDR SACHSEN-ANHALT hat Roland Jäger bei den Radiosendern Rockland und radioSAW erste journalistische Erfahrungen gesammelt und Europäische Geschichte und Germanistik mit Schwerpunkt Medienlinguistik an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg studiert.

Marie-Kristin Landes
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Über Marie Landes Marie-Kristin Landes ist in Dessau-Roßlau geboren und aufgewachsen. Nach dem Abitur zog es sie für ein Politikstudium erst nach Dresden, dann für den Master Journalistik nach Leipzig. Praktische Erfahrungen sammelte sie bei der Sächsischen Zeitung, dem ZDF-Auslandsstudio Wien und als freie Mitarbeiterin für das Onlineradio detektor.fm. Nach ihrem Volontariat beim Mitteldeutschen Rundfunk arbeitet sie jetzt vor allem für MDR Kultur und das Landesfunkhaus Sachsen-Anhalt. Wenn sie nicht gerade für den MDR unterwegs ist, ist sie am liebsten einfach draußen. Zwischen Meer oder Berge kann sie sich dabei genauso wenig wie zwischen Hund oder Katze entscheiden.

Quelle: MDR/jb

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 21. Dezember 2020 | 12:00 Uhr

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