40 Tage und mehr Hoher Krankenstand macht Sachsen-Anhalts Polizei zu schaffen

11. Juli 2022, 16:42 Uhr

Der Polizei in Sachsen-Anhalt machen krankheitsbedingte Ausfälle zu schaffen. Mancherorts fehlen Polizisten im Schnitt fast 40 Tage im Jahr. Das Innenministerium erklärt die Ausfälle mit den hohen körperlichen und psychischen Belastungen im Dienst.

Die Polizei in Sachsen-Anhalt hat mit hohen Krankheitsausfällen bei ihren Beamten zu kämpfen. Teilweise fehlen die Polizisten dabei doppelt so häufig wie der Durchschnitt der arbeitenden Bevölkerung. Das berichtete die "Mitteldeutsche Zeitung" (€) am Montag und bezog sich dabei auf Zahlen, die die Linksfraktion beim Innenministerium erfragt hat.

Vollzugsbeamte fehlten besonders häufig

Demnach fehlten die Polizeivollzugsbeamten in den Inspektionen Dessau-Roßlau, Halle und Magdeburg voriges Jahr im Schnitt 40 Tage und mehr. Die Polizeiinspektion Stendal lag mit knapp 36 Fehltagen pro Kopf etwas niedriger. In der Verwaltung ist der Krankenstand teilweise sogar noch höher. In Halle wurden 52 Fehltage registriert, in Dessau-Roßlau 48.

Das machen Polizeivollzugsbeamte

Polizeivollzugsbeamte und -beamtinnen im mittleren Dienst sind im Bereich der Schutzpolizei vorwiegend im Wach- und Streifendienst eingesetzt. Im gehobenen Dienst wehren sie Gefahren für die öffentliche Sicherheit und Ordnung ab. Sie verhindern kriminelles Verhalten durch Vorbeugung und Beratung, verfolgen Straftaten bzw. klären diese auf. Sie sind in Einsätzen tätig, beispielsweise bei der Verkehrsüberwachung oder der Aufklärung und Verfolgung von Diebstählen, und leiten dabei gegebenenfalls nachgeordnete Polizeikräfte an. Quelle: Arbeitsagentur

Für die gesamte Landespolizei – also inklusive weiterer Einrichtungen wie Landeskriminalamt oder Bereitschaftspolizei – meldete das Innenministerium im Schnitt 32 Fehltage bei den Polizeivollzugsbeamten und 35 bei den Verwaltungsbeamten. Auch diese Zahlen liegen über dem landesweiten Schnitt. Laut Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse fehlten Erwerbstätige durchschnittlich 19 Tage krankheitsbedingt. Die Barmer Krankenkasse kam auf 22 Fehltage im Schnitt.

Körperliche und psychische Anforderungen als Grund

Das Innenministerium machte laut Mitteldeutscher Zeitung die hohen körperlichen und psychischen Anforderungen der Polizisten im Vollzugsdienst für die Fehlzeiten verantwortlich. Auch ein teilweise hohes Alter und stressige Schichtdienste spielten eine Rolle. "Die Vergangenheit war gekennzeichnet durch einen langjährigen Personalabbau und ein steigendes Durchschnittsalter", so das Ministerium.

Inzwischen stiegen die Zahl der Polizistinnen und Polizisten wieder. Die bis 2026 geplanten Neueinstellungen sollten "auch zu einer Senkung der Fehlzeiten führen", zitierte die Zeitung das Ministerium.

dpa, MDR (Daniel Salpius)

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