Energiekosten Stickstoffwerk Piesteritz begrüßt Energiepreisbremse

Die Stickstoffwerke SKW Piesteritz und der Chemiepark Infraleuna aus Sachsen-Anhalt haben die geplanten Entlastungsmaßnahmen des Bundes begrüßt. Ohne sie seien die Kosten nicht zu schultern gewesen. Gleichzeitig gaben sie an, Unterstützung zu brauchen. Die Stickstoffwerke hatten ihre Produktion nach zwischenzeitlichem Stopp erst vor zwei Wochen wieder hochgefahren.

SKW Stickstoffwerke Piesteritz
Die Stickstoffwerke SKW Piesteritz begrüßen das Entlastungspaket und hoffen auf weitere Hilfen (Archivbild). Bildrechte: IMAGO / Steinach

Mehrere von der Energiekrise bedrohte Unternehmen in Sachsen-Anhalt haben positiv auf die Entlastungsmaßnahmen des Bundes in der Energiekrise reagiert. Die Bundesregierung hatte am Donnerstag angekündigt, statt der geplanten Gasumlage einen Hilfsschirm von bis zu 200 Milliarden Euro zu schnüren, der die Kosten für Energie in Deutschland deckeln soll.

Christof Günther, Geschäftsführer des Chemieparks Infraleuna, äußerte sich erleichtert zum Ende der Gasumlage. Diese hätte laut Günther allein für den Standort Leuna 150 Millionen Euro im Jahr gekostet. An diesen Dimensionen könne man sehen, dass die Kosten nicht zu schultern gewesen seien. Dass stattdessen Entlastungen kommen sollten, sei ganz wichtig. Gleichzeitig brauche man jetzt Unterstützung. Man müsse nun sehen, wie die Strom-und Gaspreisbremse für die Unternehmen nun tatsächlich ausgestaltet werde.

Robert Habeck und Reiner Haseloff (CDU) besuchen die Total Raffinerie Leuna.
Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Die Grünen) und Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) bei einem Besuch in der Chemiefabrik Infraleuna im Juni (Archivbild). Bildrechte: dpa

Stickstoffwerke froh über Entlastungspaket

Eine Industrieanlage hinter blauem Zaun.
In den Stickstoffwerken in Piesteritz wird unter anderem Dünger und Ad Blue hergestellt (Archivbild). Bildrechte: MDR/Michael Rosebrock

Auch die Stickstoffwerke SKW Wittenberg-Piesteritz begrüßten die beschlossene Energiepreisbremse. Unternehmenssprecher Christopher Profitlich sagte MDR SACHSEN-ANHALT, die Tendenz gehe in die richtige Richtung. Es sei wichtig, dass energieintensive Firmen wie die Stickstoffwerke von dem enormen Kostendruck befreit würden. Nur so könnten sie wettbewerbsfähig bleiben.

Die Firma hatte vor zwei Wochen ihre Produktion wieder hochgefahren. Wegen der hohen hohen Gaspreise war diese vorübergehend eingestellt worden. SKW Piesteritz hat 860 Mitarbeiter und stellt vor allem Düngemittel und den Dieselzusatz Ad Blue her.

Positives Echo von Politik und Handwerkskammer

Von Seiten der Landespolitik gab es ebenfalls Zustimmung für das geplante Entlastungspaket. Energieminister Armin Willingmann (SPD) teilte mit, die Entlastungsmaßnahmen seien eine spürbare Entlastung für Unternehmen und Haushalte. Auch FDP-Fraktionschef Andreas Silbersack lobte die Einigung der Bundesregierung.

Lob für die Entscheidung kam auch aus der Handwerkskammer. Allerdings sei das Entlastungspaket für einige Unternehmen zu spät gekommen. Diese hätten bereits aufgegeben. Nun käme es darauf an, das Energieangebot schnell deutlich zu steigern.

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MDR (André Damm, Stefan Hellem, Leonard Schubert)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT | 30. September 2022 | 18:00 Uhr

2 Kommentare

hinter-dem-Regenbogen vor 9 Wochen

"Wir haben das Paket schon mal zugeschnürrt, aber was da rein kommt, das wissen wir noch nicht."

Man bedenke in Zeiten der Inflation und Rezession, was Geld dann noch wert ist.
Und wenn gar kein Gas oder Erdöl mehr gibt , dann nützt auch das liebe Geld nichts mehr.
Es ist an der Zeit, dass die Energiebörsen und Zocker in Deutschland auf die Finger geklopft bekommen.
Es kann doch nicht sein, dass ein paar wenige Unternehmen , die nicht rein zufällig auch noch an der Quelle sitzen, mit der Not der Bürger und den Unternehmen in der Heimat, ein böses Geschäft machen.

Ich dachte, so die Hohe Politik in Brüssel , "wir wollten uns unabhängig machen" .
Jetzt sind die Unternehmen aber so abhängig von den Wohltaten politischer Entscheidungen, wie nie zuvor.
Eigentlich könnten wir doch gleich den Sozialismus einführen.

Shantuma vor 9 Wochen

Wenn es nach dem Siemens ENERGY Vorstand geht, dann brauchen wir keine Produktion von Grundprodukten in Deutschland.
Diese könnten doch dort produziert werden, wo Energie günstig ist ...
Deutschland solle doch eher dann HighTech-Produkte liefern.

Fällt es da einen nicht auf, dass diese Diskussion eine 180Grad Drehung ist zu der von vor 1 Jahr?
Als es noch hieß, dass wir unsere Wirtschaft unabhängiger vom Ausland machen sollten.

Ich weiß aus eigener Erfahrung dass vor 10 Jahren noch viele deutsche Firmen doch nur Produkte aus zertifizierten deutschen Stahl haben wollten.
Es ist nur noch Irrsinn was abgeht.

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