Höhere Rohstoffpreise und Produktionskosten Brot und Brötchen werden deutlich teurer

Der morgendliche Gang zum Bäcker wird teurer. Die Preise für Brot und Brötchen steigen. Bei kleinen Handwerksbetrieben deutlich mehr, als bei Bäckereiketten. Grund dafür sind steigende Produktionskosten. Die Auswirkungen des Krieges in der Ukraine sind dabei nicht der Hauptgrund.

Verschiedene Sorten Brot liegen übereinander
Der Einkauf beim Bäcker wird teurer. Grund sind gestiegene Produktionskosten. Bildrechte: Colourbox.de

Brot und Brötchen werden teurer. Die steigenden Preise bei den Bäckereien in Sachsen-Anhalt sind aber nur eine indirekte Folge des Krieges in der Ukraine, die als Kornkammer Europas gilt. Denn die Bäckereien im Land sind nicht von Getreide aus Russland oder der Ukraine abhängig. Deutschland hat bei Getreide einen Selbstversorgungsgrad von nahezu 100 Prozent.

Bäcker Helge Sommerwerk und zwei Verkäuferinnen halten Brote in den Händen
Helge Sommerwerk (rechts) von der Bäckerinnung Sachsen-Anhalt geht von Preissteigerungen von bis zu 40 Prozent aus. Bildrechte: privat/Helge Sommerwerk

Dennoch sind die Preise für Getreide durch höhere Produktionskosten, bestimmt etwa durch Sprit- und Energie- und Düngerpreise, gestiegen und damit auch die Preise für Mehl. Im Juli 2021 zahlten Bäcker im Einkauf noch 32 Cent pro Kilo, inzwischen sind es schon 48 Cent, sagt Helge Sommerwerk von der Bäckerinnung Sachsen-Anhalt. Hinzu kämen Preissteigerungen bei anderen Rohstoffen wie Butter und Milch. Die Steigerungen müssen zum Teil an die Kunden weitergegeben werden, die Innung empfiehlt Preiserhöhungen zwischen zehn und 40 Prozent.

Auch Bäckereiketten betroffen

Das betrifft nicht nur die kleinen Handwerksbetriebe, sondern auch die Bäckereiketten im Land, allerdings in anderen Maßstäben. Ketten machen meist langfristige Verträge für die Lieferung von Mehl, die in der Regel ein Jahr gelten. So gibt Martin Hennig, Geschäftsführer der Backhaus Hennig GmbH an, dass sein Betrieb 345 Euro pro Tonne Mehl bezahlt und das noch bis Ende September. Allerdings rechnet Hennig mit einer Steigerung auf 480 Euro pro Tonne ab Oktober.

Die Gründe dafür sieht auch er in den extrem gestiegenen Produktionskosten für Getreide. So hätten sich in der letzten Zeit die Preise für Dünger vervierfacht. Ein anderer Grund für gestiegene Getreidepreise: Durch den Exportstopp aus Russland und der Ukraine steigen die Preise weltweit, auch in Deutschland.

Bäckereien brauchen Alternativen zum Sonnenblumenöl

Die Preise für andere Rohstoffe steigen ebenfalls. Rund 80 Prozent der weltweiten Produktion an Sonnenblumenkernen und -öl kommen aus Russland und der Ukraine. Die Bäckereien müssten daher auf Alternativen wie Raps- oder Olivenöl, Hartfett oder Sheabutter zurückgreifen. Außerdem komme ein großer Teil der verwendeten Früchte aus der Ukraine.

Um die Weitergabe der höheren Produktionskosten an die Kunden kommen auch die großen Ketten nicht herum. Doch während kleine Bäcker ihre Preise um bis zu 40 Prozent erhöhen müssen, wird sich die Erhöhung der Preise in Hennigs Firma auf fünf bis zehn Prozent beschränken, so der Bäcker. Eine weitere Preiserhöhung ab Herbst sei wahrscheinlich.

Mehr zum Thema: Folgen des Ukraine-Krieges

MDR (Attila Dabrowski, Fabienne von der Eltz)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT | 23. März 2022 | 07:30 Uhr

2 Kommentare

Sina13 vor 36 Wochen

Das war doch zu erwarten.

Danke liebe Ampelregierung !!!!

Und immer schön weiter den Mittelstand schröpfen, bis es keinen mehr gibt.

Ich wünschte Helmut Schmidt könnte sehen, was aus seiner SPD geworden ist, er war tatsächlich noch ein Politiker, der sich für die arbeitende Bevölkerung eingesetzt hat.

Und wo bleibt eigentlich der Protest der Gewerkschaften oder sind die jetzt nicht mehr für die Arbeitnehmer zuständig?

wwdd vor 36 Wochen

An den Backstationen in den Supermärkten werden die Preiserhöhungen moderater ausfallen.

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