Nach 9-Euro-Ticket Pro Bahn Mitteldeutschland fordert einheitliche Tarife im ÖPNV

25. Juni 2022, 00:17 Uhr

Aus Sicht von Pro Bahn Mitteldeutschland zeigt das aktuelle 9-Euro-Ticket, welche Probleme im ÖPNV angegangen werden müssen. Neben der Einführung einheitlicher Tarife fordert der Fahrgastverband mehr Züge und eine schnellere Elektrifizierung der Bahnstrecken.

Mit dem 9-Euro-Ticket haben sich für den Fahrgastverband Pro Bahn Mitteldeutschland dringend anstehende Aufgaben im ÖPNV gezeigt. Offensichtlich geworden sei nicht nur, dass ein bezahlbarer Nahverkehr für die Kunden nötig sei, sondern auch der in Deutschland vorherrschende "Tarifdschungel" abgeschafft werden müsse, sagte Pro-Bahn-Referent Tom Bruchholz MDR SACHSEN-ANHALT. Jedes Verkehrsunternehmen habe seine eigenen Bedingungen. Dies sei im 21. Jahrhundert nicht mehr zeitgemäß.

Zusätzliche Züge und Personal nötig

Bruchholz will daher, dass es auch künftig eine überall gültige Fahrkarte wie das 9-Euro-Ticket gibt, mit der man sich nicht ständig fragen müsse, wo die Tarifzone zu Ende oder die Ländergrenze sei.

Außerdem habe vor allem die starke Auslastung der Züge am Pfingstwochenende ins Blickfeld der Öffentlichkeit gerückt, wo es nicht genügend Kapazitäten gebe, erklärte Bruchholz, der auch den Fahrgastverband Magdeburg leitet. Die Bahn müsse dementsprechend zusätzliche Züge und zusätzliches Personal bereitstellen. In diesem Zusammenhang hätten aber auch die Länder ihre Hausaufgaben zu machen, da sie die letztlich Züge bestellen würden.

Weiterhin forderte der Fahrgastverband, Bahnstrecken in Deutschland schneller zu elektrifizieren. Dazu zählten auch die Strecken Leipzig-Chemnitz, Magdeburg-Wolfsburg und Magdeburg-Halberstadt. Stark genutzte Strecken müssten viergleisig ausgebaut werden – unter anderem die Strecke Hamburg-Berlin.

Tom Bruchholz engagiert sich neben seiner Tätigkeit in Fahrgastverbänden auch als Geschäftsführer des Jugendwerks der AWO in Sachsen-Anhalt.

MDR (Andrea Horn, Thomas Zieler, Daniel Salpius)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - um 11 | 24. Juni 2022 | 11:00 Uhr

2 Kommentare

steka am 26.06.2022

Die Triebwagenzüge sind dem Ansturm nicht gewachsen, zu unflexibel. Entlastungswagen oder Fahrradgepäckwagen können nicht zugestzt werden, abgesehen davon, daß diese schon längst verschrottet wurden. Kunden sind nur noch ein notwendiges Übel, das ständig den Betriebsablauf stört.

zenkimaus am 26.06.2022

Ich wäre ja schon glücklich wenn es im VVO weniger Zonen gäbe. Sehr viele Menschen fahren mit dem Auto z.B. von Heidenau nach Dresden um 30 Euro zu sparen. Parkplatz Chaos inklusive. Von einem einheitlichem Sachsen Verkehrsverbund kann man nur träumen.

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