Kleinstadthelden Mit dem Laptop in die Natur: Wie ein Gutshof als Rückzugsort zum Coworking einlädt

Raus aus der Großstadt und ab ins Grüne! Das Projekt COCONAT steht für ein gemeinschaftliches und konzentriertes Arbeiten in der Natur. Auf dem Gutshof Glien sollen Menschen einen idyllischen Arbeitsort finden, um dem stressigen Alltag entfliehen zu können. Kleinstadthelden war vor Ort.

Coconat - Gutshof Glien. Stühle in Rot zwischen als Bänke angeordnete Holzpaletten im Gras. Dahinter ein Backsteinhaus.
Gutshof Glien: Hier kann man in der Natur arbeiten. Bildrechte: MDR/Olga Patlan

Als Iris Wolfer vor vielen Jahren ihre Diplomarbeit in Berlin schrieb, wünschte sie sich einen Ort, an dem sie keine oder kaum Ablenkung findet: "Ich habe gemerkt, Berlin ist mir auf den Kopf gefallen. Alles war cooler, als meine Diplomarbeit", sagt sie.

Iris Wolfer - Gründerin COCONAT, eine braunhaarige Frau mit Brille, lächelt leicht in die Kamera. Sie trägt eine blaue Bluse, darüber eine weiße Strickjacke. Sie sitzt draußen im Freien. Hinter ihr ein Backsteinhaus.
Iris Wolfer ist die Gründerin von COCONAT Bildrechte: MDR/Olga Patlan

Nun ist sie selbst die Gründerin eines solchen Ortes. Auf dem Gutshof Glien in Brandenburg gründete sie 2017 das Projekt COCONAT – community and concentrated work in nature. Sie möchte, dass Menschen, die sich einen Rückzugsort aus dem stressigen Stadtleben wünschen, diesen auf dem Gutshof Glien in Brandenburg finden. Durch diese Idee will sie gleichzeitig auch die ländliche Entwicklung unterstützen: "Coworking und Digitalisierung hängen zusammen. Wichtig ist gerade auch in Brandenburg, die Digitalisierung zu nutzen, um Positives zu beeinflussen und miteinander zu arbeiten oder dass Leute auch nicht mehr so viel pendeln müssen."

Mit dem Projekt schafft Iris Wolfer einen Ort, an dem sich verschiedene Menschen treffen können. Egal, ob sie aus den Städten kommen oder aus den Dörfern um die Ecke.

COCONAT ist für mich ein produktiver Ort, ein Ort des Austauschs, wo Ideen und Wissen und Offenheit und Neugier zusammenkommen und daraus viel Neues entstehen kann.

Iris Wolfer Gründerin von COCONAT

Trotz Wohlfühlcharakter kein Hotel

Charlotte Popp - COCONAT, eine schwarzhaarige Frau mit Brille auf dem Kopf tragend. Um den Hals hängt locker eine roter Mundschutz mit weißem Muster. Sie lächelt. Hinter ihr, unscharf, eine braune Tür.
Charlotte Popp, Galaxy-Managerin Bildrechte: MDR/Olga Patlan

Um die Kreativität maximal zu fördern, werden neben Arbeitsplätzen im und außerhalb des Gutshauses auch Schlafmöglichkeiten für Übernachtungen geboten. Auch gibt es Essensangebote und Freizeitaktivitäten sind möglich. Charlotte Popp, Galaxy Mangerin von COCONAT, betont in diesem Zusammenhang, dass man den Gutshof nicht als "Full-Service-Hotel" versteht, sondern dass sich jeder selbst einbringen soll. COCONAT funktioniert auf dem Prinzip der Selbstbedienung: "Es ist uns ein Anliegen, dass sich hier jeder ein bisschen einbringt. Wir bringen bei einem Workshop nicht ständig den Kaffee, sondern zeigen den Leuten, wo es den gibt und wo die Tassen dafür stehen. Solche Kleinigkeiten machen dann hier dieses Zusammensein aus", sagt Charlotte Popp.

Wenn sie mal nicht als Galaxy-Managerin arbeitet, ist sie Freelancerin in Berlin und bekommt regelmäßig "einen Rappel" in der Hauptstadt. Durch die Arbeit bei COCONAT ist sie viel ausgeglichener. Für Charlotte Popp ist COCONAT ein "Magic-Ort", an dem sie spannende Leute kennenlernen kann.

Coconat - Gutshof Glien, ein lange Haus mit zweiseitiger Treppe zur Haustür auf der ersten Etage, steht mitten im Grünen.
Das Haupthaus von Gutshof Glien Bildrechte: MDR/Olga Patlan

Zurück zum Familiären

Friederike, eine braunhaarige Frau mit Brille, lächelt leicht in die Kamera. Sie trägt eine blau-weiß gestreifte Bluse. Im Hintergrund unscharf zu erkennen ist ein Bücherregal. Darunter eine Couch.
Friederike, Besucherin von COCONAT Bildrechte: MDR/Olga Patlan

Eine der Besucherinnen und Besucher ist Friederike. Sie ist aus München zum Arbeiten in den Gutshof gekommen. Da sie in einem Dorf aufgewachsen ist, zieht es sie automatisch immer wieder aus der Großstadt heraus: "Ich sehne mich oft nach Natur, Bergen und einem familiären Umfeld. Das sind auch die Elemente, die ich im COCONAT wiederfinde." 

Scheinbar kommen sie alle aus denselben Gründen: Weil sie Ablenkung von der Ablenkung suchen. Durch COCONAT finden sie Ruhe und Gleichgesinnte, außerhalb der grauen anonymen Städte und haben so die Möglichkeit, sich zu vernetzen.

Quelle: MDR/mf

Mehr aus Sachsen-Anhalt