Zahlreiche Kinder betroffen Ungewöhnlich viele Infektionen mit RS-Virus

RS-Viren sind vor allem für Babys und Kleinkinder ein Problem, denn die Erkrankung kann einen schweren Verlauf nehmen. Normalerweise grassiert das RS-Virus in der kalten Jahreszeit, aber in diesem Jahr gibt es bereits schon jetzt zahlreiche Fälle. Kinderärzte in Sachsen-Anhalt sind alarmiert.

Eine Kinderärztin untersucht ein Mädchen.
Derzeit häufen sich bei Kindern Atemwegserkrankungen. (Symbolbild) Bildrechte: imago/Westend61

In Sachsen-Anhalts Krankenhäusern werden immer mehr Kinder behandelt, die sich mit dem Respiratorisches Synzytial Virus (RSV) infiziert haben. Am Universitätsklinikum Halle spricht man aktuell von einer "alarmierenden" Situation. Ralph Grabitz leitet die Uniklinik und Poliklinik für Pädiatrie II in Halle. Er erklärte dem MDR, viele Kinder hätten im vergangenen Jahr wegen Kita-Schließungen und Corona-Maßnahmen keinen Kontakt zu Viren gehabt. Jetzt würden sie sich infizieren und auch krank werden.

Erste Fälle in diesem Jahr besonders früh

Wenn es zu Luftnot kommt, müssen die Kinder laut Grabitz ins Krankenhaus kommen und behandelt werden. Oft gebe es Sauerstoffbedarf. Der Mediziner berichtet, dass der erste Fall in diesem Jahr besonders früh aufgetreten ist. Demnach musste bereits während der Sommerferien ein Kind mit einer RSV-Infektion behandelt werden. Aktuell reiche die Kapazität auf den Stationen. Man müsse sich anschauen, wie es über den Winter aussehe, so Grabitz.

 Um eine Ausbreitung zu verhindern, rät der Mediziner dazu, weiter Masken zu tragen. Das verhindere, dass sich alle zur gleichen Zeit infizieren würden. In den Kliniken steigt unterdessen die Sorge vor einer dreifachen Belastung im Winter durch Corona, Grippe und RSV. RSV löst bei Säuglingen und Kleinkindern Atemwegserkrankungen aus, die teilweise schwer verlaufen können. Das Virus kann durch Tröpfchen- oder Schmierinfektion weitergegeben werden.

MDR/Oliver Leiste

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 12. Oktober 2021 | 17:00 Uhr

Mehr aus Sachsen-Anhalt