Alltagsmaske aus Stoff reicht nicht mehr FFP2- oder OP-Maske beim Einkaufen: Diese Corona-Regeln gelten ab Montag

Da sich weiterhin immer mehr Menschen mit dem Corona-Virus infizieren, gilt ab Montag eine neue Verordnung in Sachsen-Anhalt. Sie verpflichtet dazu, eine FFP2- oder OP-Maske beim Einkaufen und in Bus und Bahn zu tragen – Stoffmasken reichen nicht mehr. Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Aufkleber «Masken - FFP2 - OP» im Schaufenster einer Apotheke
In Sachsen-Anhalt dürfen ab sofort nur noch FFP2- oder OP-Masken getragen werden – die Stoff-Variante ist nicht mehr erlaubt. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

Ab Montag gelten verschärfte Corona-Regeln in Sachsen-Anhalt. Eine überarbeitete Verordnung des Landes ist in Kraft getreten. Die Änderungen orientieren sich an den Beschlüssen von Bund und Ländern vom Dienstag. So müssen ab Montag im öffentlichen Nahverkehr und beim Einkaufen FFP2- oder OP-Masken getragen werden.

Außerdem werden Arbeitgeber stärker verpflichtet, ihren Beschäftigten das Arbeiten im Homeoffice zu ermöglichen. "Wir haben im Bereich des Homeoffice noch erhebliche Potenziale, die wir heben können, um die Infektionszahlen nach unten zu bekommen", sagte Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU). Der Präsident der Handwerkskammer Magdeburg, Hagen Mauer, kritisierte, die angekündigte Homeoffice-Verpflichtung samt Strafen bei Missachtung sei überzogen und sorge zusätzlich zur schwierigen Corona-Lage für Belastungen und Bürokratie bei den Betrieben. Zugleich appellierte er an alle Firmen, die Hygienemaßnahmen einzuhalten und möglichst viel Homeoffice zu ermöglichen.

Die neue Verordnung bilde den "Grundsockel", an den sich jeder halten müsse, erklärte Haseloff. In Landkreisen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 200 könnten vor Ort noch zusätzliche Maßnahmen ergriffen werden. Das betrifft beispielsweise den Burgenlandkreis und den Landkreis Wittenberg.

Was ist der Unterschied zwischen OP-, FFP2- und Stoffmasken?

Die Masken unterscheiden sich vor allem bei ihrer Schutz- und Filter-Funktion. Das Material einer Stoff- bzw. Alltagsmaske ist durchlässiger. Mehrere und verschiedene Lagen Stoff würden effektiver schützen. Bei der OP-Maske ist das der Fall: Sie besteht aus mehrlagigen Kunststoffen und beinhaltet ein spezielles Filtervlies. Die FFP2-Masken sind ebenfalls mehrlagig und können noch mehr Aerosole filtern.

#MDRklärt Das sind die Unterschiede zwischen Alltags-, OP- und FFP-Masken

Alltagsmaske, OP- oder FFP-Masken: Mund-Nase-Bedeckung ist nicht in allem gleich. #MDRklärt zeigt, was die Maskentypen voneinander unterscheidet.

Das sind die Unterschiede zwischen Alltags-, OP- und FFP-Masken
Bildrechte: MDR/#MDRklärt,pixabay
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Alltagsmasken: Schutzfunktion laut Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte: Designabhängig; Schutz vor Tröpfchen beim Einatmen, Geschwindigkeit des Atemstroms und Tröpfchen-Auswurf können reduziert werden Die Alltagsmasken dagegen haben keine normativ definierten Filtereigenschaften und unterliegen keiner Gesetzgebung. Sie sind in der Regel aus handelsüblichen Stoffen gefertigt.
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OP-Masken:  Schutz vor Tröpfchen, geringer Schutz vor Aerosolen Anders als Alltagsmasken bestehen sie immer aus mehrlagigen Kunststoffen mit bestimmten Eigenschaften und beinhalten ein spezielles Filtervlies (Meltblown Vlies) eingebettet zwischen zwei Schichten anderen Materials. Meltblown Vlies hat keine Löcher.
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FFP2 und 3-Masken:  Schutz vor Tröpfchen und Aerosolen FFP-Masken sind, wie OP-Masken, immer aus besonderen, filternden Vliesen hergestellt. Bei diesen Masken sind die Filtereigenschaften anhand der klaren Vorgaben von Normen geprüft und nachgewiesen. Filterleistung FFP 1 = filtern mindestens 80 %, FFP 2 = mind. 94%; FFP 3 = mind. 99% (bezogen auf das verwendete Testaerosol)
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Woher bekomme ich OP- und FFP2-Masken?

Während die meist hellblauen OP-Masken günstig zu bekommen sind, kosten die FFP2-Masken mehrere Euro und sind eigentlich zum einmaligen Gebrauch gedacht. Beide Masken-Typen gibt es zum Beispiel in Drogerien und Apotheken.

Die Discounterkette Kaufland teilte MDR SACHSEN-ANHALT mit, dass ab nächster Woche FFP2-Masken ins Sortiment genommen würden. Weil die Nachfrage sehr hoch sei, könnten nicht in jeder Filiale zu jedem Zeitpunkt solche Masken verfügbar sein.

Und wenn ich mir die Masken nicht leisten kann?

Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) stellt mit Blick auf die verschärfte Maskenpflicht Hilfen in Aussicht, etwa für Menschen, die Grundsicherung beziehen. Hier sei man mit den Landkreisen im Gespräch, "ob wir etwas kostenlos abgeben können", sagte sie. Insgesamt seien in Sachsen-Anhalt ausreichende Mengen der medizinischen Masken vorrätig, so Grimm-Benne.

Die Linke im Magdeburger Landtag begrüßt die schärferen Vorgaben für die Maskenpflicht als sinnvolle Schutzmaßnahme. Im Gegenzug müsse der Staat jedoch die besser schützenden Masken kostenlos bereitstellen, forderte Landtagsfraktionschefin Eva von Angern. Ansonsten würden die Verschärfungen für Menschen in der Grundsicherung oder mit niedrigem Einkommen de facto Hausarrest bedeuten.

Wer muss die Masken tragen?

Prinzipiell müssen alle beim Einkaufen und in Bus und Bahn eine OP- oder FFP2-Maske tragen. In Sachsen-Anhalt sind allerdings Kinder unter sechs Jahren ausgenommen. Auch gehörlose und schwerhörige Menschen sowie ihre Begleitperson und gegebenenfalls auch eine weitere Person, die mit ihnen kommuniziert, sind von der Pflicht ausgenommen.

Außerdem müssen Menschen die medizinische Maske nicht tragen, wenn es ihnen wegen einer Behinderung, Schwangerschaft oder aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich oder zumutbar ist. Für diese letzte Ausnahme gilt, dass die Betroffenen gegebenenfalls glaubhaft machen müssen, dass es tatsächlich nicht möglich oder zumutbar ist.

Wird kontrolliert, ob ich eine FFP2- oder OP-Maske trage?

Laut neuer Corona-Verordung sollen die jeweiligen Hausrechtsinhaber überwachen, ob FF2- bzw. OP-Masken in ihren Einrichtungen getragen werden. Bei Verstößen gegen die Pflicht können sie Hausverbote verhängen, heißt es in der Verordnung.

Wie lange gilt die neue Regelung?

Aktuell heißt es in der Verordnung des Landes Sachsen-Anhalt, dass sie bis zum 14. Februar 2021 gilt. Je nach Entwicklung der Corona-Lage kann sie aber verlängert oder um weitere Regelungen ergänzt werden.

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Recherche/Redaktion: MDR/Johanna Daher/Maria Hendrischke,epd,dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 25. Januar 2021 | 06:00 Uhr

16 Kommentare

nutzer2020 vor 14 Wochen

Ich denke es ist egal welche Maske ich trage ob medizinisch oder selbstgenäht oder was auch immer die Bevölkerung sich um Mund und Nase wickelt... Ich bin der Meinung wenn ich ein Pups lasse kriecht der durch zwei Lagen Stoff in der Regel Baumwolle dann Jeans und man richt Ihn trotzdem und nun will man mir erzählen das medizinische Masten alles aufhalten?! Ist nur ein Gedanke... Schlimmer jedoch finde ich das die Bevölkerung Umwelbewusst ist extra Stoff nutzt den man waschen kann und nun werden wir gezwungen eine noch größere Wegwergesellschaft zu werden... Daumen hoch dafür!!!

roca remeed vor 14 Wochen

Wenn Sie von Logik reden, dann sollten Sie auch Logik meinen! Es ist nämlich unzweifelhaft: die herausragende "neue Maßnahme" manifestiert sich darin, dass die "Volkskunstmasken" beim Einkauf und in öffentlichen Verkehrsmitteln nicht mehr e r l a u b t sind(!) und eine andere "Maskengeneration" getragen werden m u s s(!). Das ist nach allen Gesetzen der Logik ein klares Eingeständnis: es geht hier nicht um die Verbesserung von etwas Gutem, sondern um den Austausch von etwas (fast oder gänzlich) Wirkungslosem! Das hat weder mit schlechteren oder besseren Scheibenbremsen zu tun (man darf ja die älteren Generationen weiterhin benutzen), noch mit sinkenden "Fallzahlen" durch Masken überhaupt, was ja mittlerweile weltweit von einschlägigen Instanzen bestätigt wird. Und wenn eine "Maßnahme" fraglich ist, wird bei jeglicher Abwägung wieder das Moment der Verhältnismäßigkeit evident. Und das wird für alle kein Spaß.

Matthi vor 14 Wochen

Es wurde die Maskenpflicht verschärft aber die Krankenkassen wie Techniker schaffen es nicht die Gutscheine für die 60+ Leuten meine Frau gehört dazu zuzustellen. Im Digitalen Zeitalter ist das ein Armutszeugnis. Ich finde auch die Diskussion einseitig nur ALG2 Leuten einen Zuschuss für die Masken zu geben, es gibt genug Leute die ein paar Euro über den ALG2 satz sind deshalb kein ALG2 Grundsicherung bekommen und jetzt wieder außen vor sind gerecht sieht anders aus.

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