Neue Corona-Regeln Schrittweise Schulöffnung: So läuft der Unterricht ab 1. März ab

Ab Montag können Schülerinnen und Schüler von Grund- und Förderschulen in Sachsen-Anhalt wieder in die Schule gehen. Der Unterricht startet dort wieder in Präsenz. Im Burgenlandkreis bleiben die Schulen noch etwas länger zu. MDR SACHSEN-ANHALT beantwortet die wichtigsten Fragen zur schrittweisen Schulöffnung.

die evangelische Grundschule Sömmerda im Online-Präsenz-Unterricht.
Grund- und Förderschulen in Sachsen-Anhalt starten am 1. März wieder mit Präsenzunterricht. (Symbolbild) Bildrechte: MDR/Grit Hasselmann

Wie läuft der Unterricht ab dem 1. März 2021 ab?

In Grund- und Förderschulen geht ab 1. März der Präsenzunterricht wieder los. Wie die Staatskanzlei mitteilte, soll in allen anderen Schulen auf den eingeschränkten Regelbetrieb gewechselt werden. Das bedeutet, dass auf ein Wechselmodell aus Distanz- und Präsenzunterricht gesetzt wird. Ausgenommen davon sind die Abschlussklassen – für sie wird der Präsenzunterricht fortgesetzt. Schülerinnen und Schüler der Klassen 5 und 6 haben zudem Anspruch auf eine Notbetreuung.

Voraussetzung für den Start des Präsenzunterrichts ist allerdings, dass der Landkreis, beziehungsweise die kreisfreie Stadt, einen 7-Tages-Inzidenzwert von 200 pro 100.000 Einwohner unterschreitet. Eine Ausnahme vor der neuen Präsenzregelung gibt es bereits: Wegen zu hoher Infektionswerte bleiben im Burgenlandkreis Schulen und Kitas mindestens noch eine Woche länger geschlossen. Das hat Landrat Götz Ulrich (CDU) bestätigt.

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Eine Pflicht zur Präsenz in der Schule gibt es für Grund- und Förderschulen in Sachsen-Anhalt vorerst nicht. Eltern können also selbst entscheiden, ob sie ihr Kind in den Präsenzunterricht schicken. Kinder, die zu Hause bleiben, würden Aufgaben bekommen, erklärte Sachsen-Anhalts Bildungsminister Marco Tullner (CDU) in einem Video am Freitag.

Ab 8. März besteht für Schulen aller Schulformen die Möglichkeit, im Regelbetrieb zu unterrichten. Voraussetzung ist dem Beschluss zufolge, dass die 7-Tage-Inzidenz des Landkreises, in dem sich die Schule befindet, unter 50 liegt.

Welche Schutzmaßnahmen gegen das Coronavirus gelten an den Schulen?

An den Schulen muss eine Maske getragen werden, wenn Abstände nicht eingehalten werden könnten. Die Maskenpflicht gilt nicht während des Unterrichts für Schülerinnen und Schüler bis zur einschließlich 6. Klasse. Die Maske kann außerdem bei Prüfungen während des Stoßlüftens kurzzeitig abgenommen werden. Das schreibt das Landesbildungsministerium in einem FAQ zum Schuljahr 2020/21.

Tullner sagte im Video vom Freitag, dass jeder Lehrkraft bis zu den Osterferien täglich eine medizinische Maske zur Verfügung gestellt werde. Zudem würden regelmäßig freiwillige Corona-Tests ermöglicht. Für Schülerinnen und Schüler werde eine Zulassung von Tests im März erwartet.

Darüber hinaus seien Lehrkräfte an Grund- und Förderschulen nun in die Gruppe 2 des Impfplans eingeordnet worden, sagte Tullner weiter. Am Freitag sind im Landkreis Jerichower Land bereits Lehrkräfte und Erziehende gegen das Coronavirus geimpft worden. In Magdeburg werden ab dem 2. März Corona-Impfungen für Lehrerinnen und Lehrer von Grund-, Förder- und Sonderschulen sowie Erzieherinnen und Erzieher angeboten. Das teilte die Stadt am Freitag mit.

Was sagen Sachsen-Anhalts Schülerinnen und Schüler zur Schulöffnung?

Der Landesschülerrat teilte mit, dass die schrittweise Schulöffnung, insbesondere die Rückkehr zum Präsenzunterricht an Grund- und Förderschulen, ein wichtiger Schritt sei. Zugleich stellte der Landesschülerrat in der Mitteilung mehrere Forderungen an das Bildungsministerium. Unter anderem forderte der Vorstand des Rats, dass ausreichend medizinische Masken sowie Schnelltests für Schülerinnen und Schüler zur Verfügung gestellt würden.

Außerdem spricht sich der Rat gegen verkürzte Ferien aus. Im Gespräch mit MDR SACHSEN-ANHALT erklärte Moritz Eichelmann vom Landesschülerrat, dass diese Ablehnung von Unterricht in den Ferien damit zusammenhänge, dass Schülerinnen und Schüler im zweiten Lockdown noch mehr psychosozialen Belastungen ausgesetzt gewesen seien. Sollte das Bildungsministerium Lernstandsdefizite aufdecken, solle es aber möglich sein, Unterricht punktuell nachzuholen.

MDR/Maria Hendrischke

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 26. Februar 2021 | 19:00 Uhr

1 Kommentar

Ritter Runkel vor 9 Wochen

Wer zuerst recht bekommt, hat auch recht, egal welche Ansichten oder Kompetenzen andere haben oder vertreten. So ist das in unserem Land. Tatsächlich gibt es weitere Begründungen, warum der Lockdown bestehen bleiben soll. Zuerst war es der R-Wert unter 1, jetzt ist es die Inzidenz unter 50, dann unter 35. Und irgendwo findet sich ein anderer Mutant, der die Lockdown-Verlängerung begründet und die Plan- und Hilflosigkeit der Entscheider verschleiert. Seit Beginn der Pandemie haben wir es nicht geschafft, unser Gesundheitssystem und die Ämter so aufzurüsten, dass eine Inzidenz von 100 unproblematisch wären. Und so langsam sollte man der Realität ins Auge blicken. Denn nach der Pandemie ist vor der Pandemie.

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