Integration Bislang 27 Extra-Klassen für ukrainische Schüler in Sachsen-Anhalt

In Sachsen-Anhalts Schulen gibt es bislang 27 Extra-Klassen für geflüchtete Kinder aus der Ukraine. Die Mehrheit der registrierten Schüler allerdings wird derzeit in Regelklassen gemeinsam mit deutschen Kindern unterrichtet. Das Land hat bisher 64 ukrainische Lehrkräfte eingestellt.

Schülerinnen sitzen beim Sprachunterricht in einem Unterrichtsraum
Insgesamt sind bisher knapp 5.900 Kinder im schulpflichtigen Alter im Land, aber noch nicht alle nehmen am Unterricht teil. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

In Sachsen-Anhalt sind bislang 27 Ankunftsklassen für geflüchtete ukrainische Kinder und Jugendliche gebildet worden. Gut 330 Schülerinnen und Schüler haben diese Klassen zuletzt besucht, wie das Bildungsministerium in Magdeburg Ende dieser Woche der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage mitteilte.

Insgesamt haben die öffentlichen Schulen im Land laut einer Übersicht der Kultusministerkonferenz vom Dienstag bisher rund 1.540 aus der Ukraine geflüchtete Kinder und Jugendliche aufgenommen – gut 400 mehr als in der Vorwoche. Somit besucht der Großteil der ukrainischen Schülerinnen und Schüler den Unterricht in Regelklassen und wird gemeinsam mit deutschen Kindern unterrichtet.

Ankunftsklassen an weiteren 17 Orten geplant

In den sogenannten Ankunftsklassen sollen die geflüchteten Schülerinnen und Schüler zunächst Deutsch lernen und auch psychosoziale Unterstützung bekommen. Zudem umfasst das Angebot Unterricht in Ukrainisch. Im nächsten Schritt sollen die Schüler in Regelklassen wechseln.

Dem Bildungsministerium zufolge wird derzeit an 17 weiteren Standorten der Start neuer Ankunftsklassen vorbereitet. "Die Gesamtentwicklung ist weiterhin sehr dynamisch", hieß es. Wie viele ukrainische Kinder und Jugendliche Schulen in freier Trägerschaft besuchen, ist nicht bekannt.

Mehr als 270 Interessenten für Stellen als ukrainische Lehrkraft

Das Land hat bislang 64 ukrainische Lehrkräfte eingestellt. 25 weitere Einstellungen seien in Vorbereitung. Insgesamt lägen mehr als 270 Interessensbekundungen vor. Neben den Lehrkräften, die Unterricht auf Ukrainisch erteilen, sucht das Land Fachkräfte für Deutsch als Zielsprache, die den Kindern Deutsch beibringen. Nach den ersten beiden Ausschreibungsrunden hätten sich 18 Zusagen ergeben – teils seien die Lehrkräfte schon im Dienst, teils kämen sie demnächst dort an. Die Zahl der Zusagen erhöhe sich kontinuierlich. 150 Stellen können besetzt werden.

Der Statistik des Ministeriums zufolge wurden in Halle bislang acht Klassen gebildet, in denen ukrainische Kinder gemeinsam lernen, in Magdeburg eine. In Dessau-Roßlau seien es drei, ebenso im Landkreis Mansfeld-Südharz und im Salzlandkreis. 13 Ankunftsklassen entstanden an Grundschulen, acht an Gymnasien. In allen Landkreisen und kreisfreien Städten werde das Angebot von Ankunftsklassen geschaffen, wie das Ministerium weiter mitteilte. "Es wird dort jeweils Ankunftsklassen für Kinder im Grundschulalter und für Jugendliche im Alter der weiterführenden Schule geben."

Entscheidung liegt bei den Eltern

Wie viele Klassen gebildet werden, sei abhängig von der Zahl und Verteilung ukrainischer Mädchen und Jungen auf die Kommunen, den zur Verfügung stehenden Räumen und der Zahl der Pädagogen. Es sei bereits jetzt zu beobachten, dass sich die Geflüchteten auf die Städte konzentrierten. Der Bedarf an Ankunftsklassen sei dort größer. Sei der Weg zu einer Ankunftsklasse zu weit, werde das Kind zumeist im Regelunterricht an der nächstgelegenen Schule angemeldet. Die Entscheidung darüber liege bei den Eltern, der Besuch einer Ankunftsklasse sei nicht verpflichtend, erklärte eine Ministeriumssprecherin.

Laut Innenministerium haben die Kommunen bislang mehr als 23.000 Geflüchtete aus der Ukraine aufgenommen, darunter fast 6000 im schulpflichtigen Alter und mehr als 2.500 Kindergartenkinder.

MDR (Kalina Bunk, Elisa Sowieja-Stoffregen), dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 18. Mai 2022 | 05:00 Uhr

0 Kommentare

Mehr aus Sachsen-Anhalt

Außenansicht Gebäude Grundschule Schkopau - Astrid-Lindgren-Schule. 2 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
2 min 28.06.2022 | 19:45 Uhr

Wegen Krankheit und Mutterschutz gibt es massive Personal- und somit auch Unterrichtsausfälle an der Lindgren-Grundschule in Schkopau.

MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE Di 28.06.2022 19:00Uhr 02:01 min

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video
Eine Bäckerin knetet Teig. 4 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK