Frühförderung ausgewertet Kita-Kinder mit besseren Ergebnissen bei Schuleingangsuntersuchung

Ein Jahr vor Schulstart sind Kita-Kinder weiter entwickelt als Kinder, die in der Familie betreut werden. Sachsen-Anhalts Verbraucherschützer hatten die Ergebnisse der Schuleingangsuntersuchungen ausgewertet und kommen zu diesem Ergebnis.

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Ein Jahr vor Schulbeginn müssen die Kinder zur Schuleingangsuntersuchung. Bildrechte: IMAGO / Panthermedia

Kinder, die eine Kita besuchen, sind weiter entwickelt als Kinder, die zu Hause betreut werden. Zu diesem Ergebnis kommt das Landesamt für Verbraucherschutz (LAV) in Sachsen-Anhalt. Es hat dafür 70.000 Datensätze aus den Schuleingangsuntersuchungen der Jahre 2015-2019 ausgewertet. Anhand der Daten wurde überprüft, ob die Art der Betreuung Einfluss auf das Abschneiden der Kinder bei der Untersuchung hat.

Kita-Kinder schneiden bei der Untersuchung ein Jahr vor Schulstart besser ab. Das LAV vermutet, dass das vor allem daran liegt, dass sie mehr zum Nachdenken und Aufgabenlösen angeregt werden und sich ständig mit anderen Kindern austauschen.

Weniger Anregungen für Kinder zu Hause

Zu Kindern, die zu Hause betreut werden, schreibt das Landesamt in seinem Bericht: "Kinder, die zu Hause sind, könnten weniger Anregungen haben und deshalb insgesamt weniger sprechen." Bei den Hauskindern haben nach Informationen des Landesamtes mehr als 42 Prozent Förderbedarf. Bei den Kita-Kindern sind es zehn Prozent. Besonders hoch ist der Förderbedarf demnach in den Bereichen Grammatik und Artikulation.

Was wird bei der Schuleingangsuntersuchung gemacht? Bei der Schuleingangsuntersuchung werden ein Jahr vor Schulbeginn alle Kinder in Sachsen-Anhalt von Kinderärzten aus den Gesundheitsämtern untersucht. Dabei werden Sprach- und Bewegungstests, Tests zum Zeichnen und Logiktests durchgeführt. Damit soll überprüft werden, ob einige Kinder vor der Einschulung noch bestimmte Fördermaßnahmen brauchen.

Probleme bei sozial schwachen Familien

Die schlechteren Ergebnisse für sogenannte Hauskinder finden sich laut LAV sowohl in Familien mit gut ausgebildeten, berufstätigen Eltern als auch in Familien mit schlecht ausgebildeten, arbeitslosen Eltern. Dabei sind Kinder aus sozial schwachen Familien besonders entwicklungsgefährdet, weil sie besonders oft zu Hause betreut werden, seltener Fördermaßnahmen erhalten und weniger an anregenden und gesunden Aktivitäten teilnehmen können. Ähnliche Probleme gibt es demnach auch bei Familien, in denen beide Elternteile einen Migrationshintergrund haben.

Quelle: MDR/Mario Köhne

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 15. April 2021 | 16:00 Uhr

3 Kommentare

Atheist vor 9 Wochen

Ich staune!
Gibt es eigentlich im Osten Kinder in der Hausfrauenehe?
Die gab es vor 30 Jahren nicht und nach der Wende erst recht nicht.
Und ja, auch bayrische Hausfrauenkinder haben es ohne Kitavorbildung in der Schule bis zum Abitur geschafft.
Ja zur Kita, bin ich voll dabei aber bitte nicht so tun als wäre eine Kita das Allheilmittel.
Im Grunde gehts doch nur darum der neuen Hausfrauengeneration begreiflich zu machen das man Kinder in Kitas schicken muss damit die wenigstens etwas Deutsch für die Schule lernen.

Erichs Rache vor 9 Wochen

"Ein Jahr vor Schulstart sind Kita-Kinder weiter entwickelt als Kinder, die in der Familie betreut werden. "

Mein Gott, was für eine famose banale Feststellung!

Das wussten wir schon vor 40 Jahren, aber in diesem "Staat" muss das Rad ja immer erst zweimal erfunden werden, damit man es glaubt! :-(((

pwsksk vor 9 Wochen

Wer hätte das gedacht. Bestätigt sich etwa nach 30 Jahren Wende, das das Bildungssystem der DDR von Grund auf besser war? Kindergärtnerinnen mussten damals schon einen Lehrplan erstellen und wurden auch von den Kreisschulräten streng kontrolliert. Was der MDR hier veröffentlich eigentlich nur, was wir Ossis schon immer wussten. Und es gibt noch viele Sachverhalte, wo die DDR einfach weiter, moderner und flexibler war.

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