Bildung 5.571 ukrainische Kinder an öffentlichen Schulen aufgenommen

Nach dem Überfall Russlands auf die Ukraine sind immer mehr Kinder und Jugendliche im schulpflichtigen Alter nach Deutschland gekommen. In Sachsen-Anhalt wurden bis jetzt Tausende an den öffentlichen Schulen aufgenommen. Auch ukrainische Lehrkräfte wurden eingestellt, um die Schüler besser unterrichten zu können. Schulverweigerer gebe es so gut wie keine.

Lehrer im Unterricht mit Schülern und Schülerinnen
In Sachsen-Anhalt sind aktuell 5.571 Schülerinnen und Schüler aufgenommen worden. Bildrechte: IMAGO / photothek

Die Mehrzahl der aus der Ukraine geflüchteten Kinder und Jugendlichen sind in Sachsen-Anhalt an den Schulen angekommen. Die öffentlichen Schulen hätten 5.571 ukrainische Schülerinnen und Schüler aufgenommen, teilte ein Sprecher des Bildungsministeriums in Magdeburg mit. Laut dem Innenministerium haben die Kommunen in der Summe 6.927 Kinder im schulpflichtigen Alter aufgenommen.

Differenz wegen Umzügen, fertigen Abschlüssen und Einschulungen

Die Lücke von rund 1.350 ukrainischen Kindern und Jugendlichen, die zwar schulpflichtig sind, aber nicht am Unterricht teilnehmen, sei nicht verwunderlich. Die Kommunen in Sachsen-Anhalt erklären die Differenz mit Umzügen, schon fertigen Abschlüssen, bevorstehenden Einschulungen. Eine Häufung von Schulverweigerungen gebe es nicht.

Ukrainische Lehrkräfte eingestellt

Um die ukrainischen Kinder und Jugendlichen besser unterrichten zu können, hat das Land Sachsen-Anhalt eigenen Angaben zufolge etwa 190 ukrainische Lehrkräfte eingestellt. Dazu kämen rund 60 Lehrkräfte für Deutsch als Zielsprache, die den Schülern die deutsche Sprache beibringen sollen.

Abschluss in der elften Klasse

Die Landeshauptstadt Magdeburg erklärte auf Anfrage, seit Kriegsbeginn seien 1.236 Kinder im schulpflichtigen Alter registriert worden. 848 ukrainische Kinder würden aktuell unterrichtet, der Großteil davon in regulären Klassen. 136 und damit elf Prozent hätten bereits den ukrainischen Abschluss der elften Klasse erreicht und damit ihre Schulpflicht erfüllt. Sie waren aufgrund ihres Alters als schulpflichtig erfasst worden.

160 erfasste Kinder seien zwischenzeitlich mit ihren Familien in die Ukraine zurückgekehrt, in andere Bundesländer oder Staaten umgezogen. Weitere gemeldete Kinder würden erst zum nächsten Schuljahr 2023/24 eingeschult. An Schulen in freier Trägerschaft seien in Magdeburg derzeit 73 Kinder und Jugendliche gemeldet, erklärte ein Stadtsprecher.

Wenig Abweichungen im Burgenlandkreis

Der Burgenlandkreis stellt keine erhebliche Differenz zwischen gemeldeten und unterrichteten Kindern fest. 540 Kinder aus der Ukraine seien in den Schulen zumeist im Regelunterricht und nicht mehr in Ankunftsklassen. 40 mehr seien registriert.

Online-Unterricht mit ukrainischem Abschluss

Der Altmarkkreis Salzwedel hat an den Schulen 143 ukrainische Schüler aufgenommen bei 192 insgesamt angekommenen schulpflichtigen Kindern und Jugendlichen. Auch in der Altmark würden die meisten Kinder und Jugendlichen in die bestehenden Klassen integriert.

Auch hier sorgten Zu- und Wegzüge ebenfalls für eine Differenz. Zudem hätten einige Familien die Kinder noch nicht in der Schule angemeldet, weil die Ukraine Online-Unterricht mit dem Ziel ukrainischer Schulabschlüsse anbiete. Der Unterricht finde vormittags statt.

Nach Ankunft drei Wochen keine Schule

Der Landkreis Harz hat gut 600 schulpflichtige Kinder aufgenommen. Ein Sprecher wies darauf hin, dass Kinder, die in der Erstaufnahmeeinrichtung im Harzpark untergebracht seien, in den ersten drei Wochen keine Schule besuchten, weil sonst bei der Verteilung auf Wohnungen gleich wieder ein Schulwechsel anstehen würde.

Einige Kinder und Jugendliche seien wieder weggezogen, ohne dass es gemeldet worden sei. "Die Jugendlichen, die kurz vor einem ukrainischen Schulabschluss stehen, wollen diesen im Online-Unterricht erwerben und nicht in das deutsche Schulsystem eingegliedert werden", erklärte der Sprecher. 

dpa, MDR (Moritz Arand)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 27. November 2022 | 10:00 Uhr

13 Kommentare

mattotaupa vor 10 Wochen

warum nicht? niemand sagt, daß es einfach ist oder sofort klappt. sächsische kinder kommen auch mit unterricht im saarland klar und bayerische in meck-pomm. es gibt natürlich immer unterschiede. meine kinder können berichten, daß indische, ungarische, kosovarische kinder in ihren klassen deutsch können, warum sollten es ukrainische nicht können? klar macht es unterschiede, ob psychische probleme druch erlebnisse aufgrund der von rußland verübten gewalt dazu kommen oder ob man vom balaton oder ganges herzieht aber die kinder packen das und es ist aufgabe der erwachsenen da zu helfen, wenn andere erwachsene schon den mist verzapfen, weil sie ihr ego nicht im griff haben.

Thommi Tulpe vor 10 Wochen

Goldloeckchen. Man hat sich dummerweise tatsächlich eine Zweiklassen-Gesellschaft geschaffen. Wehe z. B. dem Syrer, der Dokumente auf seiner Flucht verloren hatte. Dieser hatte dann sehr viel Stress, den die/ der Ukrainer(in) gar nicht kennt.

Thommi Tulpe vor 10 Wochen

harzer: Es wird sicher noch einige Zeit dauern, bevor man Sie und Ihren "hilflosen" Beifallklatscher danach befragen wird, wie unsere nächste Regierung aussehen soll!? Üben Sie Sich beide bis dahin in Geduld! Oder verlegen Sie "einfach" Ihren Wohnsitz nach Frankreich, so Sie ukrainische (sicher auch andere!?) Flüchtlinge hier stören.

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