#DDRklärt So förderte Margot Honecker durch militarisierten Unterricht die friedliche Revolution

Krieg als Unterrichtsfach? Heute kaum vorstellbar. Doch zu DDR-Zeiten war das Fach "Wehrkunde" ein Mittel, um die Jugendlichen an die Verteidigung des Staates heranzuführen. Ddadurch wurde aber auch unbewusst die Friedliche Revolution von 1989 gefördert. #DDRklärt zeigt, wie.

Im September 1988 wurden vier Oberschüler in Ost-Berlin relegiert, weil sie sich gegen den allgegenwärtigen Militarismus in der DDR gewandt hatten. Ihr Fall erschütterte die DDR-Gesellschaft. So beförderte Margot Honecker mit dem Wehrkundeunterricht ungewollt die Friedliche Revolution in der DDR.
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So förderte Margot Honecker durch militarisierten Unterricht die friedliche Revolution
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Die DDR feierte sich als "Friedensstaat". Doch das sollte nur verdecken, dass die SED-Diktatur ein militaristischer Staat war.
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Denn zum Beginn des Schuljahres 1978/79, wurde für alle Oberschulen verpflichtend das neue Fach "Wehrkunde" eingeführt. In den 9. und 10. Klassen der DDR-Oberschulen wurden je vier Doppelstunden dem Thema Landesverteidigung gewidmet.
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Der Wehrkundeunterricht, eingeführt von Margot Honecker, war nach FDJ und Wehrpflicht, die letzte Maßnahme, um die Jugend direkt zu militarisieren. Denn die Ideologie wurde meist höchstens ertragen und nicht verinnerlicht.
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Schon im „Bildungs- und Erziehungsplan“ für vier- und fünfjährige Kinder in den „Krippen“ hieß es: "Die Beziehungen der Kinder zu den bewaffneten Streitkräften werden vertieft. " Sie sollten "nach Möglichkeit zu einem Angehörigen der bewaffneten Organe freundschaftliche Beziehungen" herstellen. Eigens wurde Kriegsspielzeug für die Krippen angeschafft.
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In der Schulzeit kamen dann ab 1967 unter anderem die "Hans-Beimler-Wettkämpfe" für 14- bis 16-Jährige hinzu, mit Disziplinen wie Handgranatenzielwurf, Schießen mit Luft- und Kleinkalibergewehren und Geländeläufen – klassische paramilitärische Ausbildung.
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Der Wehrkundeunterricht galt in weiten Teilen der DDR-Elternschaft als Ärgernis. Das Missverhältnis zwischen offiziellem Pazifismus und Erziehung zum Krieg förderte so die kirchliche Friedensbewegung in der DDR.
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Im September 1988 wurden vier Oberschüler in Ost-Berlin relegiert, weil sie sich gegen den allgegenwärtigen Militarismus in der DDR gewandt hatten. Ihr Fall erschütterte die DDR-Gesellschaft. So beförderte Margot Honecker mit dem Wehrkundeunterricht ungewollt die Friedliche Revolution in der DDR.
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Dieses Theme im Programm bei MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE am 3. Oktober | 19:00 Uhr.
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