Krieg in der Ukraine Landeskommando Sachsen-Anhalt ist auf möglichen Einsatz vorbereitet

Das Landeskommendo Sachsen-Anhalts ist auf einen möglichen Einsatz im Baltikum vorbereitet. Aktuell sind Soldaten aus Havelberg und Burg im Einsatz. Weitere Soldaten aus Sachsen-Anhalt sollen vorerst nicht beteiligt werden. Die Nato will mit ihren Kräften im Baltikum die osteuropäischen Staaten schützen. Zusätzlich könnten in Deutschland stationierte US-Soldaten einen Zwischenstopp in Sachsen-Anhalt einlegen.

Pioniere der Bundeswehr werden vor der Abfahrt in das Hochwassergebiet eingewiesen
Zurzeit verstärken vier bis fünf Soldaten des Panzerpionierbataillons 803 aus Havelberg die Einsatzkräfte. Bildrechte: dpa

Das Landeskommando Sachsen-Anhalts ist auf einen möglichen Einsatz vorbereitet. Das sagte Oberstleutnant des Landeskommandos Sachsen-Anhalt, Thomas Poloczek, MDR SACHSEN-ANHALT. Vorerst sei nicht geplant, weitere Soldaten aus Sachsen-Anhalt in das Baltikum zu schicken.

Transportaufträge sind derzeit nach Angaben von Poloczek nicht absehbar. Die Situation könnte sich aber täglich ändern. Einen Einsatz müsse dann das Verteidigungsministerium auslösen.

Soldaten aus Burg und Havelberg im Einsatz

Mehrere Soldaten aus Sachsen-Anhalt sind im Nato-Einsatz im Baltikum. Das haben Recherchen von MDR SACHSEN-ANHALT ergeben. Demnach verstärken momentan vier bis fünf Pioniere des Panzerpionierbataillons 803 in Havelberg die etwa 550 deutschen Kräfte der Mission Enhanced Forward Presence (EFP). Die Mission soll die osteuropäischen Staaten sichern und mögliche Bedrohungen abschrecken.

Die Nato reagiert mit der EFP nach Angaben der Bundeswehr "auf die völkerrechtswidrige Annexion der Krim durch Russland und die fortgesetzte Destabilisierung der Ukraine". Die derzeitigen Kräfte sollen demnächst durch 350 weitere deutsche Soldaten verstärkt werden.

Der Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums, Christian Thiels, zur Verlegung deutscher Truppen an die Nato-Ostgrenze 1 min
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Vor dem Hintergrund des Kriegs in der Ukraine will Deutschland zusätzliche Truppen an die Nato-Südostflanke schicken. Das teilte ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums mit.

Fr 25.02.2022 14:18Uhr 01:23 min

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Das ist die Enhanced Forward Presence

Die EFP sieht die Aufstellung von sogenannten "Battlegroups" in Polen und den baltischen Staaten vor. Die vier multinationalen Gefechtsverbände bestehen aus jeweils 1.000 Soldatinnen und Soldaten, die die Streitkräfte der Gastländer verstärken. "Ausbildung, Training und Abschreckung" sind der Kernauftrag der Kampfverbände. Das Personal rotiert im halbjährlichen Rhythmus, da die Nato-Russland-Grundakte keine dauerhafte Stationierung alliierter Truppen in Osteuropa erlaubt. 

Die Zusammensetzung der Gefechtsverbände variiert und erfolgt in Abstimmung mit der Gastgebernation. Polen und die baltischen Staaten bilden jeweils den Kern der Verbände. Jeder wird von einer Nation geführt. Diese Aufgabe haben Großbritannien, Kanada, die USA und Deutschland übernommen. Die Bundeswehr hat die Führungsrolle in Litauen inne und verlegt seit Januar 2017 Truppenangehörige nach Rukla, rund 100 Kilometer nordwestlich der litauischen Hauptstadt Vilnius. (Quelle: bundeswehr.de)

Zahl der Soldaten aus Sicherheitsgründen nicht genannt

Auch das Burger Logistikbataillon 171 hat den Recherchen nach derzeit einige Soldaten vor Ort, die Material und Munition nach Litauen transportiert haben. Um wie viele Soldaten es sich genau handelt, wurde aus Sicherheitsgründen nicht mitgeteilt.

Aus Thüringen und Sachsen sind nach Angaben der Bundeswehr derzeit keine Soldaten im Baltikum eingesetzt.

Möglicher Zwischenstopp für US-Soldaten in Sachsen-Anhalt

Am Montagmorgen sind außerdem erste US-Soldaten in Nürnberg gelandet. 7.000 Soldaten sollen in Deutschland stationiert werden. Je nachdem, wo sie künftig zum Einsatz kommen, legen sie möglicherweise einen Zwischenstopp in Sachsen-Anhalt ein.

Es gibt mehrere Optionen, die die Konvois nutzen können, sagte Oberstleutnant Poloczek. Sollte die A2 in Betracht kommen, wären Zwischenstopps in Burg oder im benachbarten brandenburgischen Lehnin möglich. Dort könnten die NATO-Soldaten dann etwa rasten, tanken oder medizinisch versorgt werden.

Mehr zum Russland-Ukraine-Konflikt

MDR (Marila Zielke, Alisa Sonntag, Andrea Seifert, Christoph Dziedo, Gero Hirschelmann)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT | 25. Februar 2022 | 14:00 Uhr

2 Kommentare

Denkfehlerfinden vor 24 Wochen

@magdeburger
" weltpolitisch niemanden trauen kann" ???
Putin ist der Verräter und Kriegstreiber in Europa. Der Rest der Welt erhebt sich gegen Putins-Russland. Bald hat Russland soviele Freune wie Nordkorea.
Die NATO wird immer größer, wegen Putins Krieg. Friede für die Ukraine

Magdeburger Jung vor 24 Wochen

Hoffentlich setzt nun langsam in der Regierung ein Umdenken ein und die Truppe wird vernünftig personell und materiell ausgestattet. Es hat sich wieder gezeigt, das man weltpolitisch niemanden trauen kann und dieses „ nur gutes sehen“ völlig fehl am Platz ist.
Der größte Fehler war die Abschaffung der Wehrpflicht! 12 Monate Grundausbildung haben bisher noch keinem jungen Mann geschadet.
Und man sieht ja, wie wir Deutschen jetzt jämmerlich dastehen, wenn so ein irrer angeblicher „ Freund“ plötzlich so ausrastet………

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