Unterstützung Starke Nachfrage in Sozialkaufhäusern

Die Sozialkaufhäuser in Sachsen-Anhalt empfangen immer mehr Kundinnen und Kunden. Wegen steigender Verbraucherpreise kommen nun mehr Menschen in die Einrichtung. Und auch Geflüchtete aus der Ukraine suchen in den Sozialkaufhäusern Unterstützung. Die Einrichtungen bitten weiter um Spenden.

Sozialkaufhaus in Halle
In Sozialkaufhäusern werden Haushaltsgegenstände und teils auch Lebensmittel angeboten. Bildrechte: dpa

Die Sozialkaufhäuser in Sachsen-Anhalt verzeichnen derzeit eine starke Nachfrage. Das hat nach Angaben der Einrichtungen in Halle und Quedlinburg mehrere Gründe.

Steigende Verbraucherpreise erhöhen Nachfrage

Die steigenden Verbraucherpreise würden dafür sorgen, dass sich die Kundschaft in den Sozialkaufhäusern verändere. Das erklärte Stephanie Paucke vom Trägerverein "Europa Aktionsforum" in Quedlinburg. Früher seien in das Sozialkaufhaus in Quedlinburg vor allem viele Hartz-lV-Empfängerinnen und -Empfänger gekommen. Mittlerweile würden aber auch vermehrt Menschen vorbeikommen, die den Mindestlohn bekommen. "Es verändert sich und es wird mehr", erklärte Paucke.

Es verändert sich und es wird mehr.

Stephanie Paucke – Trägerverein "Europa Aktionsforum"

Vor allem an Haushaltsgeräten wie Kühlschränken, Waschmaschinen und Mikrowellen mangele es. Bei Haushaltsauflösungen würden Küchen oft ohne Elektrogeräte gespendet. Auch Töpfe und Besteck werden in der Quedlinburger Einrichtung gebraucht.

Kriegsgeflüchtete suchen nach Unterstützung

In Halle ist seit März die Nachfrage enorm gestiegen. Das hat die Koordinatorin des Caritas-Sozialkaufhauses in Halle, Heike Angelus, bestätigt. Darunter seien viele Familien von Geflüchteten. Aufgrund von Neuanmeldungen seien bisher 600 Kundenkarten an geflüchtete Familien aus der Ukraine ausgegeben worden.

Sozialkaufhaus in Halle, Heike Angelus
Die Koordinatorin des Caritas-Sozialkaufhauses in Halle, Heike Angelus, versorgt Bedürftige in Halle. Bildrechte: picture alliance/dpa | Hendrik Schmidt

Wir merken, dass die Kundenzahlen gestiegen sind, weil wir jetzt rationieren müssen.

Heike Angelus - Caritas-Sozialkaufhaus Halle

Die Zahl der Kundinnen und Kunden sei in der Einrichtung, in der es auch Lebensmittel gibt, spürbar gestiegen. "Wir merken, dass die Kundenzahlen gestiegen sind, weil wir jetzt rationieren müssen.", erklärte Angelus. Manche Menschen würden statt bisher einmal pro Woche mittlerweile mehrmals kommen. Die Wartezeiten würden sich deutlich verlängern. Mit leeren Händen müsse aber niemand den Laden verlassen. Irgendetwas sei immer da.

Kleiderkammern brauchen weiter Spenden

Die Spendenbereitschaft wegen des Ukraine-Krieges sei überall groß gewesen. Das erklärte die Geschäftsstellenleiterin der DRK-Kleiderkammer in Magdeburg, Britta Goehring. Aus Erfahrung wisse sie aber, dass die große Spendenbereitschaft auch wieder nachlasse. Doch es würden auch weiterhin Sachspenden aller Art benötigt. Derzeit mangele es in der Einrichtung vor allem an Männersachen sowie Damen- und Herrenschuhen. Voraussetzung für die Spenden sei, dass sie sich in einem einwandfreien Zustand befinden.

Spendenbereitschaft bei Tafeln gesunken

Auch die Tafeln in Sachsen-Anhalt sind auf Spenden angewiesen. Nach Angaben der Diakonie Mitteldeutschland ist die Anzahl der Spenden in den vergangenen Monaten aber deutlich zurückgegangen. Sprecher Frieder Weigmann sagte, bei Molkereiprodukten, Obst und Gemüse seien die Spenden teilweise ein Drittel weniger geworden.

MDR (Marvin Kalies), dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 23. Juli 2022 | 10:00 Uhr

5 Kommentare

GuterMensch vor 2 Wochen

Starke Nachfrage in Sozialkaufhäusern

Ooooh, nach den Tafeln auch dort ?

So etwas hätte ich in der jetzigen Situation nicht gedacht.
Könnte es eventuell noch extrem schlimmer bei den oben und von mir genannten Organisationen kommen können ?
Warten wir mal noch einige Monate ab.

Ilse vor 2 Wochen

SusiB.

Dann sollten auch Outdoorschlafsäcke u. Zelte gespendet worden sein. Wenn keine da, auch im Knast kann's dann angenehm sein, allerdings möglichst mit Freigang.

Shantuma vor 2 Wochen

Dann bekommen wir us-amerikanische Zustände.

Das Problem ist ja, dass ja nicht unser Reichtum schwindet, sondern immer stärker umverteilt wird.
Es gibt ja auch Profiteure in dieser Krise, wie auch in jeder anderen.

Sparen und verzichten soll man aber da, wo der Verzicht sich am stärksten Auswirkt. Zwar nicht auf das Ergebnis, aber das Leben der Menschen.

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