Hörer machen Programm Warum starten die Ferien in Sachsen-Anhalt mitten in der Woche?

Anne-Marie Kriegel, Landeskorrespondentin Sachsen-Anhalt für das MDR AKTUELL Nachrichtenradio
Bildrechte: MDR/Jan Bräuer

Heute beginnen in Sachsen-Anhalt die Sommerferien – wie immer an einem Donnerstag. In Sachsen und Thüringen ist das anders. Da endet die Schule freitags und beginnt montags. Das wundert unseren Hörer Markus Witte aus Burg. Er will wissen, warum das so ist.

Der Schriftzug «Zeugnisausgabe» wird an eine Tafel geschrieben.
In Sachsen-Anhalt war gestern der letzte Schultag vor den Sommerferien. Bildrechte: dpa

MDR AKTUELL-Hörer Markus Witte hat noch nie verstanden, warum die Sommerferien in Sachsen-Anhalt in der Mitte der Woche anfangen und genauso auch in der Mitte der Woche enden. "Vielleicht könnte mir das bei dieser Gelegenheit auch jemand erklären, wie sich drei Kolleginnen und Kollegen, dann den Urlaub teilen sollen, wenn alle für zwei Wochen von Samstag bis Samstag verreisen wollen."

Für die Schülerinnen und Schüler an Sachsen-Anhalts allgemeinbildenden Schulen klingelt heute Morgen mal nicht der Wecker, jedenfalls nicht, weil die Schule ruft. Heute ist der erste Ferientag. Die Antwort auf die Hörerfrage liegt aber nicht am Ferienbeginn, sondern am Ende der Ferien – es geht um den ersten Schultag. Der liegt in Sachsen-Anhalt traditionell mitten in der Woche, erklärt Stefan Thurmann vom Bildungsministerium. Und damit das klappt, müssten die Ferien auch mitten in der Woche beginnen.

Organisatorische Gründe stecken dahinter

Der Sinn dahinter: "Die zwei Tage, der Donnerstag und der Freitag, werden dann ganz häufig genutzt für organisatorische Sachen – bei den kleineren Kindern auch zur Eingewöhnung und zum Kennenlernen des Schulgebäudes, zum Finden der neuen Lerngruppen, die Lehrer können sich vorstellen und kennengelernt werden, sodass man die ersten zwei Tage eine dezente Aufwärmphase hat, um dann am Montag mit voller Kraft in das neue Schuljahr zu starten." Davon würden nicht nur die Erstklässler profitieren, sondern alle.

Bisher habe es wegen der Regelung auch wenig Beschwerden aus der Elternschaft gegeben, sagt Thurmann: "Es gibt da eigentlich wenig Probleme mit der Regelung. Dass wir da jetzt hunderte Elternbriefe im Jahr bekommen, kann ich nicht bestätigen, es sind wirklich ganz wenige Einzelfälle. In diesem Jahr ist diese konkrete Höreranfrage die einzige."

Landeselternrat sieht woanders Probleme

Das bestätigt auch Matthias Rose, der Vorsitzende des Landeselternrates. Auch hier gab es in diesem Jahr nur eine Anfrage zum Thema. Aus seiner Sicht gibt es ein ganz anderes Problem mit dem variierenden Schulstart: "Dass nämlich die Schuljahreslänge so wahnsinnig springt. Dass wir in den letzten zehn Jahren ein Schuljahr hatten, das keine 44 Wochen hatte und dann andere Schuljahre mit 48 Wochen. Sodass der Lehrplan mal leicht zu erfüllen war und mal so gar nicht gut, weil einfach das Schuljahr so wahnsinnig kurz war."

Im Bildungsministerium betont man: Im Durchschnitt hat jedes Schuljahr 40 Schulwochen. Aber ein Problem gibt es mit dem Schulstart mitten in der Woche dann doch und das betrifft die frisch eingeschulten Kinder, erklärt Thurmann: "Die dann zwar schon Schüler sind, aber keine Tagesbetreuung haben, weil die Horte zwar in den Ferien ein Tagesprogramm anbieten, aber nicht an den Schultagen. Das heißt, wir haben für die Erstklässler, die am Samstag ihren ersten Schultag haben, ein Betreuungsproblem am Donnerstag und am Freitag. Und das ließ sich bisher nicht aus der Welt schaffen."

Um diesem Problem künftig aus dem Weg zu gehen, sei geplant, mit dem Ferienende auf einen Sonntag zu wechseln und mit dem Schulstart entsprechend auf einen Montag. Weil die Ferientermine für die kommenden Jahre schon feststehen und weit im Voraus geplant werden, dauert es bis dahin aber noch einige Sommerferien.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 22. Juli 2021 | 06:00 Uhr

5 Kommentare

Jette71 vor 18 Wochen

Liebe Anni22, das stimmt so nicht. Ich bin Erzieherin, seit 8 Jahren in einem Hort tätig. Die Schule beginnt für die 2.-4. Klassen am Donnerstag. Die neuen Einschüler kommen erst am darauffolgenden Samstag in die Schule. Also wären sie Do. und Fr. sozusagen ohne Betreuung. Diese wird aber von der Schule übernommen, wenn Bedarf besteht. Alle Kinder werden bis Mittag betreut. Wer einen Hortplatz hat, kann sein Kind davor u. danach weiter betreuen lassen. Übrigens: das Schuljahr beginnt kalendarisch am 1.8. D.h. unsere Einschüler haben (wenn die Eltern es möchten) ab 1.8. Schon einen Hortplatz. Hängen also gar nicht in der Luft. Und noch eine kl. Anmerkung: Bis vor ca. 3 Jahren haben wir im Hort die zukünftigen Einschüler (alle die einen Hortplatz haben) an den beiden Tagen ganztägig betreut. Das wurde dann geändert, weil man feststellte, dass die Schule zuständig ist. Und seither ist es so wie oben. Wo kein Betreuungsbedarf ist, bleiben diese Kinder meist an den 2 Tagen noch zu Hause.

Anni22 vor 18 Wochen

Nein auch falsch, doch schon lange her! Einschulng ist erst am Samstag nachdem, die anderen schon DO+Fr in die Schule gehen. Damit sind die 1.Klässler also doch Do+Fr ohne Betreuung, weil ja keine Kindergartenkinder mehr, aber eben erst ab Samstag eingeschult. Sorry war mein Fehler ;-)!

Anni22 vor 18 Wochen

Also noch mal zum Verständnis. Die ABC-Schützen werden am Samstag eingeschult. Die Schule beginnt aber für alle erst am Donnerstag. Die Kinder sind also vom Montag bis Mittwoch ohne Betreuung. (So hab ich das in Erinnerung). Für die Ferienbetreunung muss man sich anmelden und das konnten die (zukünftigen) 1.Klässler-Eltern noch nicht. Mit Schulbeginn werden alle betreut, die für den Hort angemeldet sind.

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