Statistik Sachsen-Anhalt Tourismus bricht wegen Corona-Pandemie ein

Das Statistische Landesamt hat seine Zahlen für das Corona-Jahr 2020 als Buch herausgegeben. Die Corona-Pandemie hat etwa die Werte in den Bereichen Tourismus, Wirtschaft und Verkehr beeinflusst. Nicht jede Sorge war berechtigt: Trotz wirtschaftlicher Schwierigkeiten gab es nicht mehr Insolvenzen. Doch eine Branche hatte ordentlich zu kämpfen.

Pünktlich zum ersten Adventswochenende sind die ersten Schneeflocken im Oberharz gefallen
Tourismusbetriebe haben im vergangenen Jahr weniger Gäste – etwa im Harz. Bildrechte: IMAGO / Die Videomanufaktur

Im vergangenen Jahr hat das Statistische Landesamt einen Wanderungsgewinn von 3.839 Menschen verzeichnet. Das waren mehr als im Vorjahresvergleich (2.428). Das geht aus Zahlen des neu veröffentlichten Statistischen Jahrbuchs hervor.

Insgesamt gibt es dennoch einen Bevölkerungsrückgang. 2.180.684 Menschen haben im vergangenen Jahr in Sachsen-Anhalt gelebt. Das waren 14.098 Menschen weniger als im Vorjahr 2019. Ursache dafür ist ein Geburtendefizit. Im Jahr 2020 kamen auf 17.691 Geburten insgesamt 33.804 Todesfälle.

Die meisten Menschen leben weiterhin in Halle. Die Stadt an der Saale verzeichnet mit 237.865 Einwohnerinnen und Einwohnern mehr als die Landeshauptstadt Magdeburg mit 235.775 Menschen.

Weniger Tourismus in der Pandemie

Der bundesweite Trend des Nachfrage-Einbruches im Tourismus während der Corona-Pandemie macht sich auch in Sachsen-Anhalt bemerkbar: Die Nachfrage sinkt deutlich.

Nachdem im Januar und Februar noch verhältnismäßig hohe Zahlen bei den Gästeankünften registriert wurden, lagen die Zahlen ab März jeweils unter denen des Vorjahresmonats.

Tamara Zieschang
Innenministerin Tamara Zieschang hat das neue Statistische Jahrbuch vorgestellt. Bildrechte: dpa

Im Statistischen Jahrbuch 2020 waren die Folgen und Einschnitte der Pandemie in den Ergebnissen für die einzelnen Statistiken und damit Lebensbereiche noch nicht vollumfänglich erkennbar. In dem jetzt für 2021 vorliegenden Jahrbuch sind sie deutlich sichtbar.

Tamara Zieschang – Innenministerin und Michael Reichelt – Präsident Statistisches Landesamt

Den stärksten Rückgang gab es während des ersten Lockdowns im April mit einem Minus von 90,7 Prozent. Der Einbruch konnte auch in den Folgemonaten nicht ausgeglichen werden. Das macht sich auch in der Anzahl der Übernachtungen bemerkbar.

Erstmals seit 15 Jahren fiel die Anzahl der Übernachtungen im Land wieder unter die Marke von sechs Millionen.

Weniger Insolvenzen und Verkehrsunfälle

Entgegen der Erwartungen sind während des Pandemiejahres 2020 nicht mehr Insolvenzen angemeldet worden. Insgesamt waren es 2.202 Insolvenzen, davon waren 363 durch Unternehmen angemeldet worden. Das waren 94 weniger als noch im Vorjahr.

Auch bei den Verkehrsunfällen wird eine Entspannung der Lage deutlich. Mit 7.053 Verkehrsunfällen mit Personenschaden sind 10,8 Prozent weniger Fälle als im Vorjahr registriert worden. Die Anzahl der verunglückten Personen ging dabei sogar noch stärker zurück. Mit insgesamt 9.011 Betroffenen waren es 11,8 Prozent weniger als bei der Herausgabe des vergangenen Statistischen Jahrbuches.

Mehr gefährdete Kinder und Jugendliche

1.401 Kinder sind im vergangenen Jahr durch die Jugendämter in Obhut genommen worden. Das waren rund elf Prozent mehr als im Vorjahr. Die Jugendämter haben insgesamt 4.708 Gefährdungseinschätzungen durchgeführt. Jeder dritte Fall war den Ämtern zufolge unbegründet. In den anderen Fällen bestand Hilfe oder Unterstützungsbedarf bei den Familien (59,2 Prozent der Fälle). Bei den weiteren Fällen lag eine akute oder latente Kindeswohlgefährdung vor. Während im ersten Lockdown weniger Verdachtsfälle aus den Schulen und Kitas angezeigt wurden, haben Verwandte und Nachbarn einen Großteil der Meldungen ausgelöst.

MDR (Marvin Kalies)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT | 21. Dezember 2021 | 16:30 Uhr

0 Kommentare

Mehr aus Sachsen-Anhalt