Statistik der AOK Sachsen-Anhalter seltener krank, dafür aber länger

Die Menschen in Sachsen-Anhalt sind seltener, aber länger krank als im Vorjahr. Atemwegserkrankungen sind laut einer AOK-Statistik zurückgegangen, Muskelbeschwerden und psychische Erkrankungen haben zugenommen. Ursachen sind auf die Corona-Pandemie zurückzuführen.

Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung mit Kugelschreiber
Die Menschen sind in Sachsen-Anhalt im ersten Halbjahr durchschnittlich rund 16 Tage krank gewesen. Bildrechte: imago images / bonn-sequenz

Die Sachsen-Anhalter sind im ersten Halbjahr dieses Jahres laut einer Statistik seltener, aber dafür länger krank gewesen. Die Zahlen hat die Krankenkasse AOK erhoben.

Der Krankenstand habe bei 6 Prozent gelegen, im Vorjahreszeitraum waren es noch 6,4 Prozent gewesen, teilte die AOK Sachsen-Anhalt mit. Durchschnittlich seien die bei ihr versicherten Beschäftigten 15,8 Tage arbeitsunfähig gewesen, im Vorjahr habe der Wert im ersten Halbjahr nur bei 15,2 Tagen gelegen.

Weniger Atemwegserkrankungen, mehr Muskelbeschwerden

Bei den Gründen für die Krankschreibungen hat es den Angaben zufolge Verschiebungen gegeben: Besonders deutlich sei der Trend bei den Atemwegserkrankungen gewesen, deren Anteil deutlich zurückgegangen sei. Er habe nur bei 12 Prozent gelegen – nach 17,9 Prozent im Vorjahr.

"Die Hygieneregeln, weniger Kontakte und die Arbeit im Homeoffice haben offensichtlich dafür gesorgt, dass die Atemwegserkrankungen signifikant zurückgingen", erklärte René Bethke von der AOK.

In der Grafik können Sie die Verteilung der Krankheitsgründe sehen.

Langes Sitzen an improvisierten Arbeitsplätzen

Gleichzeitig sind im Land mehr Menschen wegen Muskel- und Skeletterkrankungen ausgefallen. Der Prozentsatz ist laut AOK um vier Prozent gestiegen.

Auch hier sieht Bethke eine Folge der Corona-Pandemie: "Eine Ursache kann darin liegen, dass viele Menschen im Homeoffice schlechtere ergonomische Bedingungen haben als im Büro. Durch das lange Sitzen an diesen improvisierten Arbeitsplätzen ist die Haltung oft fehlerhaft, wodurch sich die Muskulatur verhärtet und verkrampft."

Außerdem fallen laut AOK mehr Menschen mehr Menschen wegen psychischer Erkrankungen aus.

So haben sich Krankenstand und Ausfallzeit im ersten Halbjahr 2021 in den Landkreisen und Kreisfreien Städten im Vergleich zum Vorjahr verändert.

dpa, MDR/Fabian Frenzel

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 07. Oktober 2021 | 15:00 Uhr

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