Energiepreiskrise Steigende Strom- und Gaspreise – was die Verbraucherzentrale rät

Die Preise für Strom, Gas und Benzin kennen derzeit nur eine Richtung: nach oben. Der Krieg in der Ukraine dürfte die Entwicklung noch verschärfen, schätzen Verbraucherschützer. Verbraucher sollten vor allem Ruhe bewahren und sich schon jetzt nach günstigen Anbietern umsehen.

Stromzähler
Seit Monaten steigen die Energiepreise und belasten Verbraucher. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Angesichts des Krieges in der Ukraine befürchtet Diana Rocke von der Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt auch in Zukunft weiter steigende Energiepreise.

Wir haben ja auch in der letzten Zeit schon stark steigende Preise für Strom, Gas und Benzin gesehen und ich könnte mir vorstellen, dass viele Leute jetzt erst Recht Probleme bekommen und sich fragen, wie sie das bezahlen sollen.

Diana Rocke, Energieexpertin der Verbraucherzentale Sachsen-Anhalt
Diana Rocke von der Verbraucherzentrale in Sachsen-Anhalt rechnet mit weiter steigenden Energiepreisen.
Diana Rocke Bildrechte: Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt

Verbraucher, die von ihrem Anbieter über Preiserhöhungen für Strom oder Gas informiert werden, rät Rocke, nicht in Panik zu verfallen. Betroffene sollten zunächst bei Vergleichsportalen prüfen, ob für sie günstigere Tarife verfügbar sind.

Sollten hohe Nachforderungen nicht bezahlt werden können, sollten Betroffene den Kontakt mit dem Versorger aufnehmen und nachfragen, ob die Summe in Raten bezahlt werden kann, empfiehlt Rocke.

Preis für Heizöl um 50 Prozent gestiegen

Nach Angaben des Statistischen Bundesamts mussten Verbraucher im Januar 20,5 Prozent mehr für Energie zahlen als ein Jahr zuvor. Besonders kräftig zogen im Jahresvergleich die Preise für Heizöl (+ 51,9 Prozent) und Erdgas (+ 32,2 Prozent) an.

Viele Stromversorger stellen Lieferung ein

Bei der Bundesnetzagentur haben bis Ende 2021 mindestens 38 Anbieter angezeigt, ihren Kunden keinen Strom mehr liefern zu wollen. Die Unternehmen begründen das mit den stark gestiegenen Preisen an den Strombörsen. Hunderttausende Kunden dürften betroffen sein. Der bekannteste Fall ist der Anbieter Stromio.

Immerhin: Niemand muss befürchten, zukünftig ohne Strom oder Gas dazustehen. Es gibt in solchen Fällen keine Versorgungsunterbrechung, wie die Verbraucherzentrale betonte. Der örtliche Grundversorger übernimmt die Stromlieferung zunächst als sogenannte Ersatzversorgung. Der Grundversorger ist immer das Unternehmen, das in einem bestimmten Netzgebiet die meisten Kunden beliefert. Meistens sind das die Stadtwerke.

7. März von 10 bis 12 Uhr live im Radio: Expertin beantwortet Fragen Was kann ich tun, wenn mein Energiedienstleister pleite ist? Muss ich mir Kerzen zulegen oder komme ich preisgünstig an neue Verträge? Wie kann ich gegen explodierende Kosten bei Strom, Gas und Wärme vorgehen?

Diana Rocke, Energieexpertin der Verbraucherzentale Sachsen-Anhalt beantwortet Ihre Fragen.

Am 7. März von 10 bis 12 Uhr, live im Programm von MDR-Sachsen-Anhalt.

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MDR (Hannes Leonard)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT | 07. März 2022 | 10:10 Uhr

22 Kommentare

Ignatz Wrobel vor 48 Wochen

wegen der entwürdigenden oft herablassenden Art stellen viele keine Anträge auf ihnen eigentlich zustehenden Sozialleistungen
ja meist aus Scham, die ständig schnorrende nicht kennen, schein staatlich gewollt

hinter-dem-Regenbogen vor 48 Wochen

@Peter___" dass die allermeisten Bürger zum Jahresanfang überhaupt kein Erhöhungsschreiben für Gas und Strom bekommen haben ?"

Leider rät der Verbnraucherschutz den Menschen nicht, dass diese ihren Gasversorgervertrag genau lesen sollten, so auch das Kleingedruckte über die Lieferbedingungen , Haftungsausschluß und Garantien und vor allem über die Preisbindungsfristen.

Bekanntlich wird abgerechnet immer zum Schluß.
Ich fürchte um den inneren Frieden, wenn ich jetzt schon beobachten muß, welche Betriebe alle schließen müssen und die Menschen, wenn ihre bereits 3 x verlängerte Kurzarbeit letzendlich ausläuft, ihre Rechnungen dann nicht mehr bezahlen können.

Im Norden hat dieser Prozeß des wirtschaftlichen Zerfalls bereits begonnen. Wobei man das Zusammenspiel zwischen hoher Verschuldung, finanzieller Coronalast, Handel mit Russland und die steigenden Energiepreise sehen muß.
Nicht zuletzt spielt auch der Zerfall der EURO-Währung eine nicht unwesentliche Rolle dabei.

der Vielfaltige vor 48 Wochen

natürlich ist es gut so! Energie muss noch viel teurer werden! Energie ist kein Grundnahrungsmittel, es ist Luxus mit den man sparsam umgehen muss. Es reichen 14 Grad und ein schöner nachhaltiger Pullover, genau so wie einmal Duschen pro Woche.

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