Großfeuer Waldbrände bei Klietz: Polizei vermutet Brandstiftung

Bei Hohengöhren in der Nähe von Klietz im Landkreis Stendal hat der Wald gebrannt. Die Rauchsäule war kilometerweit zu sehen. Inzwischen ist das Feuer gelöscht. Auch in Mahlitz auf der anderen Seite des Klietzer Truppenübungsplatzes brannte es am Wochenende. Die Polizei geht von Brandstiftung aus.

Feuerwehrleute löschen Waldbrand bei Stendal.
Die Löscharbeiten vor Ort gestalteten sich wegen mangelnden Wassers schwierig. Bildrechte: dpa

Der Waldbrand bei Hohengöhren im Landkreis Stendal ist gelöscht. Die Polizei teilte am Sonntag mit, dass es sich nach ersten Erkenntnissen um Brandstiftung gehandelt habe. Zunächst war eine zu heiß gelaufene landwirtschaftliche Maschine als Ursache vermutet worden. Betroffen war eine Fläche von zehn Hektar. Mindestens 35 Löschfahrzeuge, auch aus dem Jerichower Land, waren beim Löschen beteiligt.

Auf einer Fläche von zunächst 300 mal 300 Metern war in der Nähe von Hohengöhren im Landkreis Stendal Feuer ausgebrochen. Kurze Zeit später hatte es auch im zwölf Kilometer entfernten Mahlitz im Wald gebrannt. Das Feuer ist ebenfalls gelöscht worden.

Wie sich die Lage in Hohengöhren am Freitag darstellte, sehen Sie im Beitrag von MDR um 2:

Schwierige Löscharbeiten

Die Löscharbeiten hatten sich am Donnerstagabend schwierig gestaltet, da das Wasser vor Ort nicht zum Löschen ausreichte. Weil das Wasser zu weit mit Schläuchen hätte herangeholt werden müssen, wurden Wassertanks angefordert.

Die Flammen fraßen sich durch den Kiefernwald in Richtung Klietz. Für Hohengöhren bestand laut Einsatzleitung keine Gefahr, weil der Wind das Feuer nicht in Richtung der Gemeinde drückte. Auch wegen möglicher Munition im Wald gab es keine Bedenken, obwohl der Truppenübungsplatz Klietz der Bundeswehr in der Nähe ist.

Blick aus dem Fenster eines Zuges auf Rauch, der aus einem Waldgebiet bei Hohengöhren aufsteigt
Auch aus dem Zug zwischen Stendal und Rathenow ist der Brand zu sehen. Bildrechte: Melanie Manthey

Hohe Belastung für Einsatzkräfte

Ungewöhnlich sei gewesen, dass das Feuer bis hoch in die Wipfel der Bäume gegangen sei. Laut Völkel liegt das an der Trockenheit. Im Landkreis Stendal gilt aktuell die Waldbrandgefahrenstufe fünf.

Die Polizei schätzte, dass zeitweise 150 bis 200 Einsatzkräfte vor Ort waren. Die körperliche Belastung für die Kameradinnen und Kamerade sei erheblich, sagte Völkel am Donnerstagabend. Die Einsatzkräfte seien regelmäßig ausgetauscht worden.

Es hatte in Klietz bereits 2020 eine Brandserie gegeben, bei der die Polizei davon ausgegangen war, dass es sich um Fälle von Brandstiftung handelte.

MDR (Felix Moniac, Mario Köhne, Daniel Salpius, Julia Heundorf) | Erstmals veröffentlicht am 04.08.2022

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 04. August 2022 | 17:30 Uhr

1 Kommentar

g.point vor 1 Wochen

Jetzt zeigt es sich wieder an den Sparmaßnahmen nicht nur für Ostdeutschland sondern für den ganzen Staat. Man müsste alle Politiker mit zum löschen nehmen.

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