Ipse bei Gardelegen Mehr als 100 Jahre alte Friedenseiche wird nicht gefällt

Weil sie Schäden hat, sollte die Friedenseiche in Ipse bei Gardelegen eigentlich gefällt werden. Doch jetzt haben ein Gutachter, das Bauamt, Stadträte und Anwohner sich geeinigt, dass der über 100 Jahre alte Baum stehen bleiben darf.

Vogelperspektive auf eine große alte Eiche vor einem kleinen Ort
Vogelperspektive auf die Friedenseiche in Ipse: Der Baum wird jetzt doch nicht gefällt. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die Friedenseiche in Ipse bei Gardelegen wird nicht gefällt. Darauf haben sich ein Gutachter, das Bauamt, mehrere Stadträte und Anwohner geeinigt. Im Februar sollte der mehr als 100 Jahre alte Baum zum ersten Mal gefällt werden. Das Vorhaben war aber wegen Protesten von Anwohnern gestoppt worden. Am Mittwoch wurde nun entschieden, dass die Eiche stehen bleiben kann.

Schalltomografie am Baum

Dabei kann man dem Baum auf der einen Seite ansehen, dass er nicht ganz gesund ist. Dort sind die Äste abgestorben. Auf der anderen Seite hängen aber grüne Blätter in der Baumkrone. Ein Gutachter hat die Eiche, die nach dem Deutsch-Französischen Krieg 1870/1871 gepflanzt wurde, einer Schalltomografie unterzogen.

Gutachter Matthias Glase empfiehlt nach der Untersuchung, die Krone um anderthalb Meter zu kürzen. Damit würden aufrechtwachsende, kronenbildende Triebe, die sogenannten Stämmlinge, entlastet, erläutert Glase MDR SACHSEN-ANHALT. Dadurch sei wiederum die Windbelastung geringer. So könne der Baum erhalten bleiben.

Anwohner: Symbolischer Baum

Die Anwohner freuen sich. Tilo Motschall erklärt MDR SACHSEN-ANHALT die besondere Bedeutung der Friedenseiche: "Das ist ja auch ein symbolischer Baum. Es steckt etwas mehr dahinter als einfach nur ein Straßenbaum. Da hängen schon Emotionen, Gefühle und auch Erinnerungen dran für viele Ipser."

Um den Baum auch künftig erhalten zu können, müssten nun die Stadt Gardelegen und die Anwohner an einem Strang ziehen, sagt Gardelegens Bauamtsleiter Ottmar Wiesel MDR SACHSEN-ANHALT. Die Stadt werde den klassischen Anteil übernehmen, so Wiesel. Gemeint sei die Beseitigung der Totholzanteile.

Friedenseiche soll revitalisiert werden

Mit einer Aktion soll der Baum revitalisiert werden. Das soll mit Hilfe von Mikroorganismen gelingen. Anwohner Tino Motschall sagt zu dem Experiment: "Der Vorschlag kommt uns sehr entgegen." Die Stadt erledige den Holzschnmitt. Mit der Gartenakademie Sachsen-Anhalt wolle man sich dann um die restliche Aktion kümmern.

MDR/Susann Meier, Mario Köhne

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 10. Juni 2021 | 09:30 Uhr

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