Pläne für 2022 Tausende internationale Soldaten trainieren in Colbitz-Letzlinger Heide

Tausende Soldaten aus vielen europäischen Ländern bekommen in diesem Jahr einen Teil ihrer Ausbildung im Gefechtsübungszentrum Heer der Bundeswehr bei Gardelegen. Dazu gehören auch Spezialkräfte, die innerhalb weniger Tage an jedem Ort der Welt einsatzbereit sein sollen.

Soldaten der Bundeswehr üben 2011 am Gefechtsübungszentrum bei Letzlingen für ihren Einsatz.
Soldaten der Bundeswehr üben 2011 am Gefechtsübungszentrum bei Letzlingen für ihren Einsatz. (Archivbild) Bildrechte: dpa

Auf dem Truppenübungsplatz Heer der Bundeswehr in der Colbitz-Letzlinger Heide wird es in diesem Jahr wieder international. Allein aus den Niederlanden werden in diesem Jahr mehrere Tausend Soldaten erwartet, erklärt Dienststellenleiter Oberst Michael Knoke im MDR-SACHSEN-ANHALT-Interview:

Es ist geplant, dass die Niederländer mit zwei Bataillonen zu uns kommen. Ein Bataillon sind 1.500 Menschen.

Oberst Michael Knoke Dienststellenleiter Gefechtsübungszentrum Heer

Auch britische Soldaten hätten sich angekündigt. In diesem Jahr wird auch die Ausbildung der "Very High Readiness Joint Task Force" (VJTF) bei Gardelegen fortgesetzt. Diese Kräfte sollen laut Bundeswehr binnen weniger Tage an jedem Einsatzort auf der Welt tätig sein können.

Wenn wir über Kräfte reden, die zu VJTF gehören, dann reden wir über Norweger, wir reden über Ungarn und über andere Nationen; also Internationalität tut in Europa auch militärisch not.

Oberst Michael Knoke Dienststellenleiter Gefechtsübungszentrum Heer

Über allem schwebe aber Corona, macht Oberst Michael Knoke klar. Das Gefechtsübungszentrum Heer ist den Angaben zufolge die modernste militärische Ausbildungseinrichtung in Europa. Dort sei jedes Fahrzeug, jede Waffe und jeder Soldat mit dem sogenannten Ausbildungsgerät Duellsimulator ausgerüstet. Die Ausbilder könnten so die genaue Position jedes einzelnen Soldaten überwachen.

Seit 2003 sind in dem Gefechtsübungszentrum dem Landeskommando zufolge in rund 60 Übungsdurchgängen fast 40.000 Soldatinnen und Soldaten aus ganz Deutschland auf ihren Afghanistan-Einsatz vorbereitet worden.

Ziel sei ein abschließendes Training, das auf den neuesten Erkenntnissen aus den Einsatzländern basiere. Im April 2021 ist der letzte reguläre Ausbildungsdurchgang für ein Afghanistan-Einsatzkontingent beendet worden.

MDR (Hannes Leonard)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT | 12. Januar 2022 | 06:00 Uhr

2 Kommentare

Nordharzer vor 17 Wochen

Ich finde es gut, dass die Truppenteile dort unter realitätsnahen Bedingungen trainieren können. Natürlich kann solch ein Training keine realen Umstände ersetzen, aber es hilft ungemein und verhindert im Bestfall unnötige Verluste im Einsatz.

hilflos vor 17 Wochen

Also 1982 hatten wir richtigen Spaß dort. Uns NVA Soldaten war es verboten Bäume usw. zur Tarnung unserer Fahrzeuge zu schlagen. Naja, mussten wir nicht, denn die Russen haben uns genug dagelassen.

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