Kleinstadthelden Wie junge Menschen in der Altmark einen Skatepark gebaut haben

Nicole Franz
Bildrechte: MDR/Fabian Frenzel

Gardelegen ist seit Oktober 2020 über die Stadtgrenze hinaus ein Kleinod für Skater und Skaterinnen. Ob mit dem Skateboard, BMX oder Rollschuhen: Hier ist jeder willkommen. Jetzt soll ein Verein gegründet werden.

Skatepark Gardelegen
Im Skatepark Gardelegen treffen sich Skater, BMX-Fahrer und Rollschuhläufer aus der Region. Bildrechte: MDR/Nicole Franz

Benedikt Preuß hatte einen Traum: Er wollte einen Skatepark in seiner Heimatstadt Gardelegen. Zunächst suchte er sich im August 2017 Gleichgesinnte und erstellte eine Skizze, die zeigt, was der perfekte Skateplatz für ihn beinhaltet. Damit ging er zur Bürgermeisterin Mandy Schumacher, die von der Idee begeistert war.

Skatepark Gardelegen - Benni Preuß
Benedikt Preuß setzte sich für den Skatepark in Gardelegen ein - mit Erfolg. Bildrechte: MDR/Nicole Franz

Doch der heute 20 Jahre alte Preuß musste hartnäckig bleiben. Regelmäßig besuchte er den Stadtrat um zu zeigen: "Wir Jugendlichen wollen diesen Park haben". Mit Erfolg: Seit Oktober 2020 gibt es im Bürgerpark in Gardelegen einen Skateplatz.

Skateszene über Gardelegen hinaus

Der Skatepark zieht junge Leute aus der ganzen Altmark an. Er wurde zum Treffpunkt für Gleichgesinnte, die eine gute Zeit haben wollen.

Benedikt Preuß freut sich: "Der Skatepark bringt vor allem auch Generationen wieder zusammen. Menschen, die zehn Jahre älter sind als ich, skaten jetzt mit mir, und ich skate mit Menschen, die fünf bis sechs Jahre jünger sind als ich. Es ist wirklich ein schöner Zusammenhalt da."

"Ridemark" hat ambitionierte Ziele

Nach dem Erfolg mit dem Skatepark hat sich Preuß mit seinem Bruder Max und seinen Freunden Martin Holz, Max Hartmann, William Wistuba, Jakob Hinke, Andy Brückmann und Mathias Bens zusammengetan. Gerade sind sie dabei, den Verein "Ridemark" zu gründen. "Ridemark" steht dabei für "Riden in der Altmark", also Skaten, Scooter fahren, Fahrradfahren oder Rollschuhlaufen.

Skatepark Gardelegen - Crew
Benedikt Preuß, Max Hartmann, Martin Holz und Max Preuß (v.l.) gehören zum harten Kern der Skatepark-Crew. Bildrechte: MDR/Nicole Franz

Mit vielen Stunden Arbeit haben die Vereinsgründer eine brachliegende Fläche hinter dem Jugendclub wieder auf Vordermann gebracht und einen sogenannten "Dirtpark" erstellt. Das ist eine Lehm-Strecke für Dirt- und BMX-Fahrräder mit jeder Menge Rampen. Doch dabei soll es nicht bleiben: Geplant ist ein weiterer Skateplatz und eine "Communityline", also eine Strecke, die Jugendliche ganz nach ihren eigenen Vorstellungen formen und bauen können.

Ein junger Mann fährt mit BMX-Rad über Lehmhügel
Die Lehm-Hügel verleiten zum Abheben. Bildrechte: MDR/Nicole Franz
Skatepark Gardelegen - Max Hartmann
Bildrechte: MDR/Nicole Franz

Wir wollen irgendwann damit einsteigen, auf dem Skatepark in Gardelegen Workshops für Kinder zu machen, damit unser Wissen und unsere Skills an die Kids weitergeben.

Max Hartmann, Crew-Mitglied

Die Jungs haben noch viele Ideen, wie sie in der Altmark ein Skaterparadies schaffen können. Und wer weiß, vielleicht wird Gardelegen bald zur deutschlandweit bekannten Skatehochburg.

Nicole Franz
Bildrechte: MDR/Fabian Frenzel

Über die Autorin Im August 2019 kam Nicole Franz durch ein Praktikum zum MDR SACHSEN-ANHALT. Seitdem erstellt sie Beiträge fürs Radio und ist Online für die Kleinstadthelden unterwegs. Besonders gerne kümmert sie sich um gesellschaftliche Themen "von nebenan". Gebürtig kommt Nicole Franz aus Würzburg, lebt aber seit drei Jahren in Leipzig. Ihre ersten Erfahrungen in Sachsen-Anhalt gefallen ihr sehr gut. Sie genießt die Natur im Harz, erkennt aber auch den Charme der Dörfer in der Altmark.

MDR/Gero Hirschelmann

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