Helikoptereinsatz gegen Schädlinge Landkreise in der Altmark bekämpfen Eichenprozessionsspinner aus der Luft

Der Eichenprozessionsspinner ist wieder unterwegs in den Wäldern. Er zerfrisst nicht nur Bäume, sondern kann auch bei Menschen allergische Reaktionen auslösen. Der Altmarkkreis Salzwedel und der Landkreis Stendal beginnen nun mit der Schädlingsbekämpfung aus der Luft.

Der Altmarkkreis Salzwedel hat damit begonnen, den Eichenprozessionsspinner aus der Luft zu bekämpfen. Das teilte der Landkreis am Donnerstag mit. Der Helikopter startete demnach im Süden am Landeplatz Trippigleben in der Nähe von Klötze. Im Laufe des Donnerstages wird der Landeplatz Sanne-Kerkuhn südlich des Arendsees zum Ausgangspunkt der Maßnahme.

Die betroffenen Gebiete umfassen mehrere Waldrandbereiche in den Einheits- und Verbandsgemeinden von Gardelegen, Klötze, Kalbe, Arendsee und Beetzendorf/Diesdorf. Alle betroffenen Orte sind auf der Homepage des Altmarkkreises Salzwedel zu finden.

Zwei Leute arbeiten an Sprühvorrichtung von Helikopter, der auf einer Wiese steht
Dieser Hubschrauber versprüht ein Bakterium über die vom Eichenprozessionsspinner befallenen Gebiete. (Archivbild) Bildrechte: MDR/Jan-Malte Wagener

Waldflächen für 48 Stunden gesperrt

Ursprünglich sollte die Luftbekämpfung der gefährlichen Raupen im Altmarkkreis Salzwedel bereits am Dienstag beginnen. Wegen ungünstiger Witterungsbedingungen musste dieser Termin aber verschoben werden.

Mann in Schutzkleidung montiert Schlauch an Tank auf Lkw
Das Bakterium ist für Menschen und andere Insektenarten ungefährlich. (Archivbild) Bildrechte: MDR/Jan-Malte Wagener

Die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners mit einem Bakterium ist laut Aussage des Landkreises für Menschen und andere Insektenarten ungefährlich. Als Vorsichtsmaßnahme werden die betroffenen Waldflächen mit Beginn der Bekämpfung aber für 48 Stunden gesperrt. Aus demselben Grund ist dort auch das Sammeln von Pilzen, Früchten und Kräutern über den Zeitraum von drei Wochen nach der Besprühung verboten.

Darum ist der Eichenprozessionsspinner gefährlich

  • Der Eichenprozessionsspinner ist ein Falter. Die Larven und Raupen können vor allem im Frühjahr ganze Eichenwaldgebiete kahl fressen. Tritt so ein Kahlfraß mehrere Jahre hintereinander auf, kannn der Schädling Bäume und ganze Wälder exiztentiell gefährden.
  • Außerdem kann der Eichenprozessionsspinner gesundheitsgefährend sein. Die "Spiegelhaare", die er ab dem dritten Larvenstadium bildet, haben Widerhaken. Sie führen bei Menschen und Tieren zu Entzündungen der Haut, der Augen und der Atemwege. Die Ursache ist ein Nesselgift – das Thaumetopoein.
  • Seit einigen Jahren breitet sich der Eichenprozessionsspinner in Deutschland immer weiter aus. Das wämeliebende Insekt fühlt sich bei den steigenenden Temperaturen sehr wohl hier.

Eichenprozessionsspinner – Von der Raupe zum Falter

Eichenprozessionsspinner haben feine giftige Härchen auf dem Rücken, die bei Berührung mit der Haut allergische Reaktionen und Hautausschlag verursachen. Im Bild sind 3 kleine Raupen zu sehen, die an Blättern fressen.
Bildrechte: IMAGO
Eichenprozessionsspinner haben feine giftige Härchen auf dem Rücken, die bei Berührung mit der Haut allergische Reaktionen und Hautausschlag verursachen. Im Bild sind 3 kleine Raupen zu sehen, die an Blättern fressen.
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Der ausgewachsene Eichenprozessionsspinner lebt nur wenige Tage. Im Bild ist ein Schmetterling auf einem Blatt zu sehen.
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Stendal beginnt Bekämpfung nach Pfingsten

Der Landkreis Stendal beginnt mit der Bekämpfung knapp eine Woche später, am Dienstag nach Pfingsten. Drei Schädlingsbekämpfungsunternehmen werden gleichzeitig die befallenen Eichen mit einem Biozid vom Boden aus besprühen. Die behandelten Eichen werden durch Schilder ausgewiesen. Betroffene Bereiche werden gesperrt.

Helikopter fliegt bei blauem Himmel über Bäume
Waldflächen, die aus der Luft besprüht werden, sind für 48 Stunden gesperrt. Bildrechte: MDR/Jan-Malte Wagener

Die Hubschrauberstarts erfolgen von insgesamt fünf provisorischen Landeplätzen. Geplant sind Flüge von Sanne, Rochau, Weißewarte und Pollitz. Die Gebiete werden vor der Befliegung ausgeschildert. Im Rahmen des Hubschraubereinsatzes kommt es entlang der betroffenen Kreisstraßen zu kurzfristigen Straßensperrungen, teilte der Landkreis Stendal mit.

Ursprünglich sollte mit der Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners im Landkreis Stendal bereits am Mittwoch begonnen werden. Ungünstige Witterungsbedingungen sind der Grund für die Verzögerungen.

MDR/Felix Moniac, Fabienne von der Eltz

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 20. Mai 2021 | 09:30 Uhr

1 Kommentar

Maria A. vor 18 Wochen

Finde ich nicht nur angebracht, sondern begrüßenswert. Wehklagen und reaktionslos zuschauen aus irgend welchen Befindlichkeiten heraus, wie das sich leider immer mehr einbürgert, hat noch nie was geändert.

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