Deutschlands älteste Buchhändlerin Räumungsverkauf in der Buchhandlung Weyhe in Salzwedel

Ein halbes Jahr nach dem Tod von Helga Weyhe, Deutschlands bis dato ältester Buchhänderin, hat der Räumungsverkauf in ihrem Laden begonnen. Am Samstag enden 150 Jahre Geschäftstradition in Salzwedel.

Buchhandlung Weyhe in Salzwedel
Eine Kundin und die beiden Weyhe-Nichten Sibylle Kreisel (mitte ) und Ingrid Rosenthal (in hellblau). Bildrechte: MDR/Katharina Häckl

In Salzwedel hat am Freitag ein Räumungsverkauf der besonderen Art begonnen: Der Laden der verstorbenen Buchhändlerin Helga Weyhe wird aufgelöst. Freitag und Sonnabend zwischen 10 und 18 Uhr öffnet er deshalb zum letzten Mal.

56 Jahre lang führte Helga Weyhe den Buchladen an der Altperverstraße, der seit 150 Jahren in Familienbesitz war. Ihr Sortiment etablierte sie abseits der seichten Literatur. Stattdessen bescherten ihr Romane mit Hintergrund, fundierte Sachbücher und Kinderbücher ohne Klamauk bis zuletzt viele Kunden. Die Erbengemeinschaft will das Weyhesche Haus verkaufen.

Seit 2012 Ehrenbürgerin von Salzwedel

Helga Weyhe stand bis zuletzt in ihrem Laden und war Deutschlands älteste aktive Buchhändlerin. Seit 2012 war sie Ehrenbürgerin von Salzwedel. Fünf Jahre später erhielt sie den Ehrenpreis des Deutschen Buchhandels. Die Buchhändlerin war Anfang Januar 2021 im Alter von 98 Jahren gestorben.

Buchhandlung Weyhe in Salzwedel
Die Buchhandlung, die auf 150 jahre Tradition zurückblickt, schließt am Samstag. Bildrechte: MDR/Katharina Häckl

MDR/Katharina Häckl, Oliver Leiste

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 16. Juli 2021 | 06:30 Uhr

1 Kommentar

DanielSBK vor 10 Wochen

"Die Erbengemeinschaft will das Weyhesche Haus verkaufen."

... richtige Ehrenfamilie ist das. Super.

Das ist mir selber vor 5 Jahren, bevor ich meine eigene Immobilie erwarb, schon mehrfach bei "alten Häusern" aufgefallen.

Da wird dann alles was der Omi gehört hat in den Schrott geworfen und die Schränke durchwühlt und das sieht hinterher wie in einem Messi-Haus aus - mit der Ausrede, man "hätte nach alten Familienfotoalben gesucht..."
Ganz schlimm ist das! Bäh!

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