Corona-Beschränkungen Arendsee erwartet schlechte Tourismus-Saison

Der altmärkische Luftkurort Arendsee erwartet in diesem Jahr eine der schlechtesten Saisonergebnisse in seiner mehr als 130-jährigen Geschichte. Grund ist die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Reiseeinschränkungen. Dennoch investieren einige Hoteliers gerade jetzt.

Blick von einem hölzernen Bootsstreg auf ein Strandbad
Das Strandbad in Arendsee: Wegen der Corona-Beschränkungen bleibt es diese Saison vorerst geschlossen. Bildrechte: MDR/Jan-Malte Wagener

Der sonst so beliebte Campingplatz am Arendsee bleibt vorerst geschlossen. Die bundesweite Corona-Verordnung untersagt touristische Übernachtungen bei einer 7-Tage-Inzidenz von mehr als 100. Im Altmarkkreis ist sie mit aktuell 168 deutlich zu hoch. Der eigentlich für den 1. Mai geplante Saisonsart muss daher auf unbestimmte Zeit verschoben werden und es herrscht Leere auf dem Campingplatz. Die Wohnwagen sind verschlossen, kein einziges Zelt ist zu sehen.

Das ist natürlich bitter, wenn ein Dauercamper anreist, der seit 40 Jahren hier auf dem Platz ist und ich ihm sagen muss, dass er wieder abreisen muss.

Sonja Nowak, Tourismus GmbH Arendsee MDR SACHSEN-ANHALT

Die kommissarische Geschäftsführerin der städtischen Tourismus GmbH, Sonja Nowak, sagte MDR SACHSEN-ANHALT, sowas habe man in Arendsee noch nie gehabt. Die etwa 350 Dauercamperinnen und Dauercamper könnten ihre Domizile zwar begutachten, reparieren und säubern, dürften dort aber nicht übernachten, sagte Nowak.

Deutlicher Umsatzrückgang erwartet

Im vergangenen Jahr konnte der Campingplatz noch den stärksten Umsatz seit langem verzeichnen: 5.676 Gäste blieben insgesamt 16.077 Nächte. Der Jahresdurchschnitt liegt sonst bei etwa 15.000 Übernachtungen. In diesem Jahr sind die Mitarbeitenden in Kurzarbeit. Geplante Investitionen, wie zum Beispiel am Strandbad, müssen verschoben werden. Arendsee rechnet mit einem der schlechtesten Saisonergebnisse in seiner 103-jährigen Geschichte.

Klostermuseum steht vor der Schließung

Klosterruine Arendsee
Die Klosterruine in Arendsee kann zurzeit nicht als Veranstaltungort genutzt werden. Bildrechte: MDR/Marco Prosch

Ähnlich wie dem Campingplatz geht es auch anderen Einrichtungen in Arendsee, die auf Touristinnen und Touristen angewiesen sind. Der Klosterförderverein befürchtet, ohne Zuschüsse von Kreis und Land das Museum am Kloster im August schließen zu müssen. Dann könnten Personalkosten nicht mehr gezahlt werden, weil Einnahmen fehlten, sagt Eckehard Schwarz vom Förderverein.

Die für dieses Jahr geplanten Theaterstücke, Ausstellungen, Konzerte und Vorträge würde Schwarz gern durchführen. In einem Offenen Brief fordert der Verein dafür mehr Hilfsgelder. Doch weder der Landrat des Altmarkkreises Salzwedel noch die Landesregierung hätten bislang darauf reagiert, sagt Schwarz.

Das Hotel von Burghard Bannier hingegen ist geöffnet – allerdings nur für Geschäftsreisende. Um bald wieder mehr Gäste empfangen zu können, investiert der Hotelier massiv in seinen Betrieb. Im vergangenen Jahr habe er zum ersten Mal seit 30 Jahren sein Haus für Umbaumaßnahmen geschlossen, so Bannier im Gespräch mit MDR SACHSEN-ANHALT.

Hohe Investionen in coronagerechtes Hotel

Er habe Luftreinigungsgeräte installieren lassen und neue Türen, die luftdicht abschließen. Dadurch gebe es keinen Luftaustausch mehr zwischen dem Hotelflur und den Zimmern. Das erhöhe die Sicherheit der Gäste, sagte der Hotelier. Bislang hat Bannier nach eigener Aussage 800.000 Euro in den coronagerechten Umbau des Hauses investiert.

Im Moment lässt er die Fassade des Hotels in der Innenstadt sanieren und erweitert auf dem Hof des „Deutschen Hauses“ die Terrassen. Der Unternehmer erwartet, dass die Außengastronomie als erstes wieder öffnen darf. Dann wolle er seinen Gästen mehr Abstand und mehr Plätze bieten.

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MDR/Katharina Häckl, Fabienne von der Eltz

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 27. April 2021 | 07:30 Uhr

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