Importunabhängigkeit Bei Salzwedel wird noch immer Erdgas gefördert

Sachsen-Anhalt gilt nicht als typische Förderregion von Erdgas. Doch es gibt vereinzelte Gasfelder, die noch immer den Rohstoff hervorbringen.

Gas wird an einer mobile Fackelanlage an der Station des Fernleitungsnetzbetreibers Ontras Gastransport in Apollensdorf abgebrannt.
Seit 1969 wird auch in der Altmark Erdgas gefördert. Bildrechte: dpa

Auf sieben Teilfeldern wird im Altmarkkreis Salzwedel noch heute Erdgas gefördert. Das gesamte Erdgasfeld Altmark erstrecke sich über das Gebiet der Städte Salzwedel und Gardelegen sowie über die Gemeinden Beetzendorf, Klötze und Arendsee, sagte eine Sprecherin der Neptune-Energy-Gruppe, die die Förderung betreibt.

Die Produktion sei 1969 aufgenommen worden, sagte die Sprecherin. Heute förderten circa 125 Förderbohrungen Erdgas aus einer Tiefe zwischen 1.250 und 3.750 Metern. Laut Unternehmen seien im vergangenen Jahr von den 25 Mitarbeitern am Standort knapp 300 Millionen Kubikmeter Erdgas gefördert worden.

Förderung sorgte für Wirtschaftsaufschwung

Zu Spitzenzeiten in den 80er Jahren konnten nach Angaben der Sprecherin etwa 35 Prozent des Erdgasverbrauchs der ehemaligen DDR durch das Erdgasfeld Altmark gedeckt werden. Die Förderung belebte die Wirtschaft der Gegend und sorgte dafür, dass sich über Jahre Tausende Menschen in der Region niederließen.

Das Lagerstättenverhalten sei auch aufgrund seiner jahrzehntelangen Produktion äußerst gut untersucht, erklärte die Sprecherin. Dadurch könne die Lebensdauer des Feldes verlängert werden. Allerdings beschränkten sich betriebliche Maßnahmen im Feld Altmark aktuell im Wesentlichen entweder auf Instandhaltungs- oder Wartungsmaßnahmen an bestehenden Bohrungen sowie auf Rückbauarbeiten. Neubohrungen seien nicht geplant, sagte sie Sprecherin. Parallel dazu würden stillgelegte Bohrungen fortlaufend verfüllt.

Grafik des Erdgas-Netzes in Deutschland
Auch in der Altmark wird Erdgas gefördert und dann verteilt. Bildrechte: MDR

Die Neptune-Energy-Gruppe hat ihren Hauptsitz in London und unterhält Produktionsstandorte im Vereinigten Königreich, Norwegen, den Niederlanden, Deutschland, Algerien, Ägypten, Indonesien und Australien. Weltweit beschäftigt Neptune circa 1.400 Mitarbeiter.

Deutschlandweit arbeitet der Konzern mit rund 400 Mitarbeitenden an Standorten unter anderem in Speyer, im Rühlermoor im Emsland, im Raum Hannover und in der Altmark. Die Jahresgesamtproduktion beträgt laut Unternehmen 303.000 Tonnen Erdöl und 4,5 Terawattstunden Erdgas. Allein mit seiner Erdgasproduktion könne Neptune nach eigenen Angaben den Energiebedarf von rund 300.000 Haushalten decken.

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MDR (Hannes Leonard), dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT | 27. März 2022 | 15:00 Uhr

1 Kommentar

Steffen 1978 vor 25 Wochen

Das wird mit Sicherheit die katastrophale Energiepolitik unserer Bundesregierung nicht lösen
Allein Diplomatie hätte uns vor den Problemen bewahren können aber dazu ist ja unsere Regierung nicht in der Lage

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