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RekordverdächtigFrühstück für den guten Zweck in Salzwedel

19. Juni 2024, 14:28 Uhr

Es kommt eher selten vor, dass man mit Fremden, Freunden, Familie, Nachbarn und Kollegen zusammen frühstückt. Anders ist das in Salzwedel. Einmal im Jahr treffen sich hunderte Bürger, um eben genau das zu tun. Dieses Mal sogar mit Rekordversuch.

Seit mehr als einem Jahrzehnt gibt es das Salzwedeler Stadtpicknick. In der Vergangenheit fand das Frühstück beispielsweise schon auf dem Rathausturmplatz, in der Altperverstraße, auf dem Marktplatz am Bürgercenter, in der Burgstraße und dem Burggarten statt.

Dieses Jahr war die Platanenallee an der Reihe. Und da der Weg eher als schmal zu bezeichnen ist, blieb den Organisatoren der Interessengemeinschaft "StadtKultur" nichts weiter übrig, als die Tische zum ersten Mal in einer Reihe aufzustellen. Daraus entstand dann auch die Idee zum Rekordversuch.

Das Christliche Jugenddorfwerk Deutschland e.V. verzierte seine drei Tische mit selbstgeschossenen Bildern der Stadt. Bildrechte: MDR / Lydia Zahn

Essen für die Gemeinschaft

Bei dem Picknick geht es darum, der Stadt und ihren Menschen etwas zurückgegeben. Zum einen sorgt es für Austausch, Kontakt und stärkt den Zusammenhalt unter den Bürgern. Zum anderen wird damit auch das Stadtbild verschönert. Denn die Veranstaltung kostet Eintritt, vier Euro pro Person. Davon werden wiederum die gemieteten Tische und Bänke bezahlt. Das, was übrig bleibt, wird in gemeinnützige Zwecke gesteckt.

Die Gymnastikgruppe 66 setzte bei ihrer Tischdekoration auf Blumenpracht. Bildrechte: MDR / Lydia Zahn

In den vergangenen Jahren wurden davon etwa die rote Telefon-Bücherzelle an der Katherinenkirche, die Mosaike im Pflaster der Bürgersteige in der Altperverstraße, die bemalte Bushaltestelle im Wohngebiet Perver Berg und die Blumenkästen, die vielfach an verschiedenen Brückengeländern hängen, finanziert.

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Neuer Standort, neue Herangehensweise

Achim Dehne ist der Mit-Initiator des diesjährigen Stadtpicknicks. Bildrechte: MDR / Lydia Zahn

Vergangenes Wochenende fanden sich rund 440 Salzwedeler in der laut Mit-Initiator Achim Dehne knapp 220 Meter langen Platanenallee ein. Die 57 Tische wurden mit kleinen Lücken in einer Linie aneinandergereiht. "Im Schatten der Bäume sollte eine der längsten Tafeln entstehen, die es jemals in Salzwedel gab. Ich glaube, es ist uns gelungen", sagte Dehne stolz.

Der Stimmung vor Ort schien der etwas andere Ansatz zumindest keinen Abbruch zu tun. Wie sonst auch – wenn die Tische kreuz und quer auf den Austragungsorten verteilt sind – unterhielten sich die Bürger angeregt, Plätze wurden gewechselt und die Dekoration der andern begutachtet.

Apropos Dekoration: Die spielt bei dem Fest ebenfalls eine Rolle. Denn traditionell werden den Tischen Mottos verpasst und entsprechend dekoriert. Aber natürlich nicht nur die. Einige Salzwedeler kamen passend zu ihrem Tischthema in mittelalterlichen Gewändern oder etwa Kleidern im Stil der 20er-Jahre.

Die 1920er-Jahre stellte der Salzwedeler Kultur-Nische-Verein dar. Bildrechte: MDR / Lydia Zahn

Eigenversorgung kein Hindernis

Wie auch die selbstgewählte Verzierung müssen die Gäste ihr Essen und Trinken selbst mitbringen. Die Interessengemeinschaft wolle mit dem Picknick nur einen Anlass geben, um die Menschen zusammenzubringen. Das scheint die Salzwedeler aber wenig zu stören, schaut mit sich die Nachfrage an. Schon beim ersten Stadtpicknick 2013 kamen 240 Frühstücker, beim Picknick in der Burgstraße sogar fast 550.

Die Zethlinger der Langobardenwerkstatt stießen ganz im Stil der vergangenen Zeit an Bildrechte: MDR / Lydia Zahn

Die Menschen kommen aber nicht nur alleine oder mit der Familie und Freunden. Teilweise sind ganze Sportgruppen, Einrichtungen und Vereine vertreten. Und wenn man die Salzwedeler fragt, warum sie zum Stadtpicknick kommen, scheint vor allem eins im Vordergrund zu stehen: die Gemeinschaft.

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MDR (Hanna Kerwin), zuerst veröffentlicht am 17.06.2024

Dieses Thema im Programm:MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 16. Juni 2024 | 19:00 Uhr

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