Kunsthof, Schlosspark, Brauerei Altmark-Bloggerin Martina Schäfer findet die Region "spannend und entspannend"

Die Altmark-Bloggerin 2021 kommt aus Berlin und hat drei Tage lang die Region erkundet. Martina Schäfer war als digitale Botschafterin für die Region unterwegs – und schwer begeistert.

Drei Frauen stehen auf einer Wiese
Martina Schäfer (Mitte) war als Altmarkbloggerin in der Region unterwegs. Bildrechte: MDR/Alexander Klos

Die Altmark lässt sich ohne Zweifel gut mit dem Fahrrad erkunden, ob nun mit oder ohne Hilfe aus der Steckdose. Zwar entsprechen die ersten Nachwende-Wege aus der zweiten Hälfte der 1990er Jahre zum Teil nicht immer den räumlichen Wünschen des Fahrradclubs ADFC und haben auch den einen oder anderen Wurzelschaden im Asphalt zu bieten.

Erfolgsmodell Radtourismus in der Altmark

Aber: Landkreis und Kommunen sind bemüht, trotz klammer Kassen die Wege zu erhalten, das Streckennetz auszubauen und auch die Beschilderungssysteme zu erweitern. Dass das Erfolg verspricht, zeigte sich zuletzt mit der Einführung des neuen Leitsystems "Radeln nach Zahlen". Zudem ist auch der neue Radweg zwischen Birkholz und Cobbel im Landkreis Stendal eine Erfolgsgeschichte, da dieser durch Spenden und auf Druck der Bürger umgesetzt wurde.

Schon als "Küchen- und Freizeitspionin" unterwegs

Auf diesen und ähnlichen Wegen war auch Martina Schäfer unterwegs – als digitale Botschafterin für die Altmark. "Places and Pleasure" heißt der Blog der Berlinerin, die sich aufs E-Bike geschwungen hat, um von Montag bis Mittwoch als Altmark-Bloggerin die Region zu erkunden.

Ganz unbekannt ist der Norden Sachsen-Anhalts für Schäfer nicht. Die ersten kulinarischen Erfahrungen hat die Bloggerin bereits im Elb-Havel-Winkel gemacht – als sogenannte "Küchen- und Freizeitspionin". Nun entdeckte die Berlinerin die Altmark westlich der Elbe, und zwar auf dem E-Bike. Die Erlebnisse hält sie auf ihrer Internetseite fest.

Mit dem Rad die Region bewusst erleben

Ihr Motto: "Aktiv. Erleben. Genießen". Und diese Elemente lassen sich in der Altmark gut miteinander verbinden, sagt die Berlinerin. "Ich erkunde Regionen gern mit anderen Verkehrsmitteln. Und da baue ich das Radfahren neben dem Wandern auf meinen Touren mit ein, um die Umgebung ganz bewusst zu erfahren", so Schäfer.

Altmark-Bloggerin Martina Schäfer
Bildrechte: LandLeute/Agentur für Regionalentwicklung

Die Altmark erleben – eine Gegend, die zu den Top Ten der Radfahrregionen in Deutschland zählt. Auch hier dürfen für die Bloggerin gewisse Annehmlichkeiten nicht fehlen. An erster Stelle steht für sie eine gute Ausschilderung. Man möchte als Radreisender nicht Kilometer lange Umwege fahren müssen, weil eine Abbiegung falsch interpretiert worden ist, sagt sie.

"Irgendwann kommen auch Hunger und Durst"

Zwar sei eine Pflasterstraße, wie es sie in einigen altmärkischen Dörfen noch gibt, auch authentisch – Radwege hingegen müssten gepflegt sein. "Es sollten auch Einkehrmöglichkeiten vorhanden sein. Denn irgendwann kommen Hunger und Durst dazu, und man möchte ja auch die regionale Küche genießen und sich nicht selbst verpflegen."

Die Altmark bietet mit ihrem Rundkurs, den Kirchenrouten und dem neuem Radeln nach Zahlen-System abwechslungsreiche Strecken. Martina Schäfer kann als Bloggerin leider immer nur kurz Halt an den verschiedenen Stationen machen.

Auf dem Elberadweg wird nur "Strecke gemacht"

Dabei ist sie auf ihrer jüngsten Tour auch in Dahrenstedt vorbeigekommen und hat sich den Kunsthof angesehen. Künstler und Herbergsvater Hejo Heussen hat gute Erfahrungen mit Radtouristen gemacht. Er empfiehlt, die Altmark von einem festen Punkt aus, als Sternfahrt, zu erkunden. So blieben die Gäste länger an einem Ort, was gut für die Hotels und Pensionen sei, aber auch das Erlebnis "Altmark" intensiver gestalte. "Der Altmark-Rundkurs oder das neue System laden ja gerade dazu ein, mehrere Tage weite Teile der Region zu erkunden. Wer allerdings auf dem Elberadweg unterwegs ist, der bleibt nur eine Nacht und will Strecke machen."

Altmark: "Idyllische Dörfer, viel Natur, Historisches"

Drei Tage hatte Martina Schäfer für ihre Erkundungstour Zeit. Neben dem Besuch des Kunsthofes standen auch Stippvisiten bei Familie von Bismarck in Briest, im Schlosspark von Tangerhütte oder der Brauerei von Tangermünde an.

Drei Frauen stehen auf einer Wiese und schauen ein Haus an
Altmark-Bloggerin Martina Schäfer (r.) ist auch an historischen Gebäuden interessiert. Bildrechte: MDR/Alexander Klos

Doch am Ende bleibt die Frage: Was macht die Altmark für die Berlinerin aus? "Die idyllischen Dörfer, durch die man fährt. Dann ganz viel Natur. Und dann halt auch Historisches, wie dieses Gutshaus, dessen Geschichte um 1345 in Bezug zu den von Bismarcks erstmals Erwähnung fand." Das mache die Altmark als Region spannend und vor allem entspannend.

Allein musste Martina Schäfer die östliche Altmark nicht erkunden. Altmärkische Tourismusexperten hatten eine Drei-Tage-Tour zusammengestellt. Geballte Eindrücke also für die Berlinerin, die schon einmal als Bloggerin in der Region war und kulinarische Besonderheiten dokumentierte.

Alexander Klos, MDR-Reporter im Studio Stendal
Bildrechte: MDR/Felix Moniac

Über den Autor Alexander Klos, Jahrgang 1985, ist in der Altmark zu Hause. In Stendal aufgewachsen, sammelte er international Berufs- und Lebenserfahrung in Australien und Kanada. Das Studium der Journalistik schloss er erfolgreich an der Hochschule Magdeburg-Stendal ab. Die ersten handwerklichen Schritte als Redakteur beschritt er bei der Altmark-Zeitung. Seit 2017 ist der Stendaler als Reporter für MDR Sachsen-Anhalt im unterwegs.

MDR/Alexander Klos, Gero Hirschelmann

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 08. September 2021 | 19:00 Uhr

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