Autobahn-Protest Unterschriften-Sammlung gegen Baumbesetzer im Losser Forst

Der Bürgermeister von Seehausen, Rüdiger Kloth, hat eine Unterschriftenaktion gegen die Baumbesetzer im Losser Forst ins Leben gerufen. Es solle einer "schweigenden Mehrheit" eine Stimme gegeben werden. Seit April protestieren etwa 20 Menschen mit den Besetzungen gegen den Ausbau der Autobahn 14. Zuletzt hatte es teils gewaltsamen Protest gegen die Aktivisten gegeben.

Waldbesetzer im Losser Forst bei Seehausen in der Altmark
Waldbesetzer im Losser Forst bei Seehausen in der Altmark. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Gegen die Baumbesetzer im Losser Forst bei Seehausen in der Altmark läuft eine Unterschriftenaktion. Initiiert hat sie der Bürgermeister der Verbandsgemeinde, Rüdiger Kloth. Kloth sagte MDR SACHSEN-ANHALT, man wolle nach Protesten und Anschlägen auf die Waldbesetzer die Normalität wiederhaben. Der so genannten schweigenden Mehrheit werde so eine Stimme gegeben. Die Menschen könnten sich mit ihrer Unterschrift dazu bekennen, dass sie die Zeit von vor zehn, elf Wochen zurückhaben wollten.

Kloth zufolge will Seehausen wieder eine friedfertige, vielseitige Verbandsgemeinde sein, ohne ideologische Auseinandersetzungen. Er habe das Gefühl, dass eine große Mehrheit der Bevölkerung die Nase voll habe von den Zuständen - von den gewaltsamen Aktionen und von der Waldbesetzung.

Collage aus dem Was-Bleibt-Logo und zwei Fotos. Links ist ein Baumhau szu sehen, rechts ein Eichenprozessionsspinner. 57 min
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MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir Fr 25.06.2021 14:26Uhr 56:42 min

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Übergriffe gegen Protestierende

Seit Ende April besetzen rund 20 zumeist junge Leute den Privatwald bei Losse. Sie protestieren damit nach eigenen Aussagen gegen den geplanten Weiterbau der Autobahn 14, die künftig Magdeburg und Schwerin verbinden soll. Mittlerweile gab es mehrere Übergriffe, auch auf Sympathisanten der Baumbesetzer, die sich im leerstehenden Seehäuser Bahnhof einquartiert haben.

Verwaltungsgericht: Proteste von Versammlungsfreiheit gedeckt

Der Landrat des Landkreises Stendal, Patrick Puhlmann (SPD) forderte die Autobahngegner auf, von den Bäumen zu kommen. Das Verwaltungsgericht Magdeburg hatte aber unlängst entschieden, dass die Aktionen und das Camp im Losser Forst von der Versammlungsfreiheit gedeckt sind. Dagegen legte der Landkreis Stendal Beschwerde vor dem Oberverwaltungsgericht Sachsen-Anhalt in Magdeburg ein. Nach Informationen von MDR SACHSEN-ANHALT soll noch in dieser Woche eine Entscheidung fallen.

MDR/Bernd-Volker Brahms, Lukas Schliepkorte

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 30. Juni 2021 | 20:00 Uhr

9 Kommentare

Rotti vor 11 Wochen

Die Geister hatte doch der Herr Kloth mit angelockt, als er, von der grünen Tante sekundiert, mit einer Klage der Verbandsgemeinde Seehausen durchs Land schwadronierte. Und damals hatte er sich profilieren wollen. Ich vermute, dass er und seine Vorgänger einfach mal die Zuarbeiten ans Land inklusive von Stellungnahmen nicht so richtig gemacht hatten und dann lag das Kind im Brunnen.
Gut, er wusste bestimmt damals nicht, was er damit anlockt. Aber sich jetzt zum Sprachrohr einer schweigenden Mehrheit aufzuhübschen, dass ist ein Treppenwitz der Geschichte! Es wird Zeit, dass man dem überforderten, wie überbezahlten Landrat Puhlmann die Hacken spitz macht, dass der endlich richtig den Wald räumen lässt. Wer nimmt denn die Exikutive dann noch ernst, wenn die nicht einmal die Muttersöhnchen aus den Bäumen schütteln können?

Altmagdeburger vor 11 Wochen

Meine Unterschrift und der meine Familie für den Weiterbau der A14 würden wir sofort unterschreiben. Dann würden wir eine menge Benzin sparen zur Ostsee hoch und brauen nicht mehr erst nach Berlin fahren.

Nordharzer vor 11 Wochen

Der Bürgermeister ist auf dem richtigen Weg. Zu lange tanzen dem Staat schon Minderheiten auf der Base rum, es sind ja nur Ordnungswidrigkeiten. Leute, die an anderer Stelle so hartnäckig und vorsätzlich Ordnungswidrigkeiten begehen, dürfen schon mal über eine MPU nachdenken, hier wird das geduldet. Hoffentlich berufen sich nicht mal Falschparker auf das Demonstrationsrecht.

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