Kontrolle durch den Landkreis Baumbesetzer im Losser Forst verstoßen gegen Auflagen

Die Umweltschützerinnen und Umweltschützer im Losser Forst in der Altmark verstoßen gegen die Versammlungsauflagen des Landkreises Stendal. Vor allem die geforderten Brandschutzmaßnahmen wurden nicht umgesetzt. Der Landkreis hat die Aktivistinnen und Aktivisten auf die Verstöße hingewiesen und weitere Kontrollen angekündigt.

Ein Baumhaus mit Protest-Transparenten in einem Wald
Die Umweltschützerinnen und Umweltschützer im Losser Forst verstoßen gegen Auflagen des Landkreises Stendal. Bildrechte: MDR/Bernd-Volker Brahms

Die Aktivistinnen und Aktivisten, die im Losser Forst bei Seehausen Bäume besetzt haben, halten sich nicht an die vom Landkreis auferlegten Versammlungsauflagen. Bei einer Kontrolle des Camps hat der Landkreis Stendal nach eigenen Angaben vom Mittwoch diverse Verstöße gegen diese Vorschriften festgestellt.

Nachdem eine geplante Räumung des Protestcamps gerichtlich verhindert wurde, hatte der Landkreis zuletzt die Versammlungsauflagen verschärft. Falls diese nicht eingehalten werden, könnte der Landkreis doch noch freie Hand für eine Räumung erhalten.

"Die Auflagen wurden nur teilweise oder nicht umgesetzt", teilte der Landkreis weiter mit. Es seien beispielsweise noch keine Feuerlöscher in den Baumhäusern deponiert worden. Auch diverse Leinen und Seile seien nicht wie gefordert abgebaut und Blockaden nicht beseitigt worden. Zudem fehle weiterhin eine standsichere Leiter, die im Brandfall als Fluchtweg dienen könnte.

Volunteers show red ribbons during an event to mark the upcoming World AIDS Day on Dec. 1 in Chongqing, southwest China 57 min
Bildrechte: imago/Xinhua, MDR/Bernd-Volker Brahms

Weitere Kontrollen angekündigt

Der Kreis hat die Aktivistinnen und Aktivisten nach eigenen Angaben zunächst mündlich auf die Verstöße hingewiesen und weitere Kontrollen angekündigt.

Umweltschützerinnen und Umweltschützer haben im Losser Forst Baumhäuser gebaut und ein Waldstück besetzt. Sie demonstrieren damit nach eigener Aussage gegen den Weiterbau der A14 und für mehr Klimaschutz. Vor einer Woche hat der Landkreis Stendal eine Allgemeinverfügung erlassen, in der diverse bauliche und Brandschutz-Bestimmungen festgeschrieben sind.

MDR/Fabienne von der Eltz

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 27. Oktober 2021 | 16:30 Uhr

22 Kommentare

Ralf Richter vor 5 Wochen

Was Sie als "Schmus" bezeichnen, ist geltendes Baurecht.
Mißverständlich könnte man es allenfalls deshalb auffassen, da zur Vollständigkeit auch §35 BauGB anzuführen ist.

DER Beobachter vor 5 Wochen

Manche Kommentare klingen hier schon unverhohlen danach, das Ganze "heiss" oder per Axt zu klären. Deswegen vllt. auch die drängende Brandschutzforderung und die von Fluchtwegen? Wieso wundert mich nicht, dass es dieselben sind, die anderswo auch ziemlich unverhohlen ihre Gesinnung kund tun? Nun ist nur noch die Frage, ob diese tatsächlich einen Vorteil vom Ausbau hätten oder doch nur die bekannten Gewohnheitsnörgler sind...

Mini Matz vor 5 Wochen

Alsoo erst mal ist ja die Frage, wie man Heimat definiert. Für die Eine ist es die Altmark, für den Anderen Deutschland, Europa oder Mutter Erde.
Ich stamme aus der Altmark, wäre also direkt betroffen und bin entschieden gegen den Bau der Autobahn.

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