Coronavirus Britische Mutation in Sachsen-Anhalt aufgetaucht

Mehrere Varianten des Coronavirus sind bereits in Deutschland im Umlauf. Die britische Mutation wurde jetzt auch in Sachsen-Anhalt nachgewiesen – mit gleich mehreren Fällen.

Eine Wissenschaftlerin arbeitet in einem Labor
Im Landkreis Stendal in Seehausen wurde die britische Mutation des Coronavirus nachgewiesen. Bildrechte: imago images/Ukrinform

Vergangene Woche ist bei einem Mann aus der Altmark nach der Rückkehr von einem dienstlichen Auslandsaufenthalt eine Infektion mit dem Coronavirus festgestellt worden. Zunächst war vermutet worden, es handele sich um die südafrikanische Variante des Coronavirus. Die Pressestelle der Kreisverwaltung teilte MDR SACHSEN-ANHALT mit, es handele sich bei der nachgewiesenen Virus-Variante nun aber doch um die britische Mutation B.1.1.7.

Auch seine Frau hat sich dem Seehäuser Krankenhaus zufolge mit der britischen Variante des Corona-Virus infiziert. Das Ehepaar wurde daraufhin im Krankenhaus behandelt, zeigte aber keine starken Symptome. Während die Frau am Dienstag in die häusliche Quarantäne entlassen werden konnte, befindet sich der Mann noch in stationärer Behandlung. Seine Entlassung stehe aber kurz bevor.

Die Mitarbeiter des Krankenhauses, in dem das Paar behandelt wurde, haben sich aber offenbar nicht mit der Corona-Mutation angesteckt. Das teilte die Klinik-Sprecherin Diana Scholz auf Nachfrage mit. Demnach seien die rund 180 Mitarbeiter mit einem PCR-Test inzwischen alle negativ auf Corona getestet worden.

Hygienekonzept hat funktioniert

Dass sich die Coronavirus-Mutation in der Klinik nicht verbreitet habe, sei auch der Einhaltung der strengen Corona-Vorkehrungen zu verdanken, erklärte Kliniksprecherin Scholz: "Unser Hygienekonzept hat hervorragend funktioniert." So haben Mitarbeiter, die mit den infizierten Patienten in Kontakt waren, stets Schutzausrüstung getragen. Dadurch sei der normale Krankenhausbetrieb auch in keiner Weise eingeschränkt.

Weitere Fälle in Sachsen-Anhalt

Die britische Virusmutation B.1.1.7 ist zudem dreimal in Magdeburg und einmal im Landkreis Harz nachgewiesen worden. Das teilte das Sozialministerium mit. Im Lagebericht des Pandemie- Einsatzstabs des Sozialministeriums, der MDR SACHSEN-ANHALT vorliegt, ist außerdem von Virusmutationen in den Landkreisen Wittenberg und Mansfeld-Südharz die Rede.

Diese Fälle wurden laut Sozialministerium bisher nur von privaten Laboren vorsequenziert. Die endgültige Bestätigung der Mutation erfolgt durch die Sequenzierung an der Universität Magdeburg und steht noch aus.

Künftig sollen auch an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, am Landesamt für Verbraucherschutz sowie in niedergelassenen Laboren die Sequenzierungen vorgenommen werden. Das sei bislang aber noch nicht möglich, da sich das Verfahren dort noch im Aufbau befinde. Dem Sozialministerium zufolge sollen dadurch in Zukunft 5 Prozent aller anfallenden Proben auf Mutationen untersucht werden. Aktuell würde lediglich bei etwa drei Prozent eine solche Untersuchung durchgeführt.

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Südafrikanische Mutation in Halle

Zuvor war bereits die südafrikanische Mutation in Sachsen-Anhalt nachgewiesen worden. Sie wurde bei zwei Menschen aus Halle festgestellt, wie vor rund einer Woche bekannt wurde. Es waren die ersten beiden Fälle der Virus-Mutationen im Land gewesen. Die Variante steht im Verdacht, ansteckender zu sein als die bisher vorherrschende Variante des Coronavirus Sars-CoV-2.

MDR/Thomas Tasler

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 02. Februar 2021 | 17:00 Uhr

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