Eines nach dem anderen Fuchs frisst letztes Perlhuhn im Stendaler Tiergarten

Nach 30 Jahren hat der Stendaler Tiergarten nun keine Perlhühner mehr. Füchse haben alle Tiere getötet. Doch der Tiergarten tut sich schwer damit, die Füchse zu vertreiben. Denn die halten auch Nutrias fern.

Ein Fuchs auf der Pirsch. Er sucht in der Wiese nach Mäusen.
Perlhühner standen in Stendal auf der Speisekarte des Fuchses. (Symbolbild) Bildrechte: MDR/NDR/Doclights GmbH/Uwe Anders

Einer oder mehrere Füchse haben im Tiergarten Stendal alle Perlhühner getötet. Anfangs kaufte der Zoo noch neue Hühner nach – doch sehr bald wurde deutlich, dass das sinnlos war. "Die werden hier ja ständig gefressen", sagte Tiergarten-Leiterin Anne-Kathrin Schulze.

Der Jäger wurde zum Gejagten

Nun hat der Fuchs auch das letzte Tier erwischt, den Hahn der Perlhuhn-Schar. Die Mitarbeitenden des Tiergartens konnten dem Fuchs nur noch hinterherschauen, wie er den Vogel wegschleppte. Die gesamte Perlhuhn-Population des Tiergartens ist damit nach 30 Jahren ausgelöscht worden.

Den Mitarbeitern gelang es zwar kurze Zeit später, den räuberischen Fuchs zu fangen und ihn in einen Käfig zu sperren. Doch Meister Reineke machte seinem Ruf als schlaues Tier alle Ehre und entkam aus dem Käfig. Nun treibt er – vermutlich mit einigen Artgenossen – weiter sein Unwesen im Tiergarten.

Ein Fuchs mit vermeintlich lächelndem Gesichtsausdruck.
Der Fuchs entkam seinen Häschern. (Symbolbild) Bildrechte: Colourbox.de

Das kleinere von zwei Übeln?

Der Tiergarten steckt nun in einem Dilemma: Einerseits gefährden die Füchse das Leben mancher Zoo-Tiere. Andererseits halten sie die Nutrias fern, die sich vom Stadtsee-Ufer aus durchs Erdreich Richtung Tiergarten buddeln – und noch unerwünschter als die Füchse sind.

MDR/Katharina Häckl, Max Schörm

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | MDR SACHSEN-ANHALT | 02. August 2021 | 09:30 Uhr

4 Kommentare

NochJemand vor 6 Wochen

Eine gesunde Population von Vögeln kann sich trotz Verlusten halten. Dafür müssen sie aber gute Bedingungen vorfinden, d.h. genug Nahrung und geeigneten Raum zum Nisten. In hiesigen Gebieten dürften es nur begrenzt flugfähige Bodenbrüter schwer haben.
Perlhühner sind eigentlich in eher steppen- oder wüstenähnlichen Gebieten zu Hause. Sie werden überwiegend zum Schlachten gezüchtet.

Rotti vor 6 Wochen

Schade drum. Aber wenn man ein Raubtier einlädt, dann passiert das halt. Ich frage mich, wenn die Füchse so derart agieren, warum hat man nicht was mit der Umzäunung gemacht.
Logische Folge wäre das der Fuchs sich Appetit beim Perlhuhn holt, keins kriegt und dann im Fressflash zwei Nutrias frisst. Aber stattdessen lässt man ihn die Perlhühner stiebitzen.

DanielSBK vor 7 Wochen

""Die werden hier ja ständig gefressen", sagte Tiergarten-Leiterin Anne-Kathrin Schulze."

= ... nennt sich wohl Natur und soll vorkommen

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