Die Familie hilft mit Wie ein 19-Jähriger die Milterner Bauernschänke in die Zukunft führt

25. Juni 2024, 17:37 Uhr

Im 300-Einwohner-Ort Miltern bei Tangermünde hat ein 19-Jähriger die Dorfgaststätte übernommen. Dabei wollte Lukas Knoblauch eigentlich was ganz anderes lernen. Sein Konzept für die "Bauernschänke" kommt beim Ortschaftsrat, den Dorfbewohnern und den Gästen gut an.

Sie hätte gemeint, nach 47 Jahren an einer Berliner Hotel-Rezeption könne sie jetzt in der idyllischen Altmark die Füße hochlegen, erzählt Claudia Knoblauch. "Aber denkste", lacht sie. Die 69-Jährige serviert, unterhält die Gäste und arbeitet in der Küche der Bauernschänke in Miltern mit – dem Restaurant ihres Enkels Lukas. Der hat im Alter von 19 Jahren in diesem Jahr die traditionsreiche Lokalität in Miltern bei Tangermünde übernommen. Dazu gekommen ist er mehr oder weniger aus der Not heraus.

Unfall zerstört Jugendtraum

Eigentlich wollte Lukas Mechatroniker werden. Doch ein Unfall zerstörte den Traum. Er musste seine Lehre abbrechen. Aus seinem seelischen Tief holten ihn Mutter und Oma heraus. Sie überzeugten den jungen Mann, den Kopf nicht hängen zu lassen und nach neuen Perspektiven zu suchen. Erst vor wenigen Jahren war die Familie aus Berlin nach Miltern gezogen. Als dann vor einiger Zeit die damalige Kneipiers-Familie Schüßler in Rente gehen wollte, bot sich Lukas Knoblauch eine neue Möglichkeit. Nach ein paar Familienratssitzungen stand fest: Er kann sich ein Berufsleben hinter dem Tresen der "Bauernschänke" vorstellen.

Knoblauch arbeitete ein Konzept aus, welches er dem Ortschaftsrat Miltern vorstellte. Wer Pächter der Dorf-Gaststätte wird, entscheidet die Kommune; das Gebäude gehört ihr. Die Räte zeigten sich überzeugt von wechselnder Speisekarte mit unterschiedlichen internationalen Schwerpunkten, monatlichen Kulturveranstaltungen, offenen Türen für Stammtische, und Platz für Line-Dance, Dart-Sportler oder Radtouristen. Lukas Knoblauch bekam den Zuschlag und erlebt jetzt seine erste Saison als Wirt der "Bauernschänke".

Jede Woche eine andere Speisekarte

Die ist manchmal recht anstrengend; gefeiert wird oft bis zum nächsten Morgen. Doch das macht dem jungen Mann nichts aus. In den Hoch-Zeiten helfen ihm seine Mutter Anja (39) und seine Oma Claudia (69). Neben klassischen Gerichten hat Lukas Wraps mit auf die Speisekarte genommen, außerdem werden jede Woche Gerichte aus einem anderen Land gekocht. Einmal im Monat wird, wenn das Wetter mitspielt, gegrillt.

Ein junger Mann steht hinter einem Bartresen. 1 min
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MDR SACHSEN-ANHALT Mo 24.06.2024 14:31Uhr 00:24 min

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Besonders angetan waren die Ortschaftsräte von Knoblauchs Vorhaben, einmal pro Monat eine kulturelle Veranstaltung auszurichten. Die ersten sind besser angenommen worden als erwartet: Zur Schlagerparty neulich kamen mehr als hundert Gäste. Auf dem Plan für Juli steht ein Karaoke-Abend, dann folgen ein Sommerfest, ein Oktoberfest und ein Film-Abend mit Schimanski-Tatorten. Die liebt Oma Claudia. Sie ist gespannt, ob die Milterner ihre Leidenschaft teilen.

MDR (Katharina Häckl, Oliver Leiste)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 25. Juni 2024 | 07:30 Uhr

3 Kommentare

anna. marie 7 vor 3 Wochen

Also ich weiß ja nicht was Sie für einen schlechten Tag gehabt haben müssen, aber wie innerlich gebrochen muss ein Mensch sein, um einem jungen Mann so wenig Glück zu gönnen. Ich weiß ja nicht ob Sie nicht mehr viel rauskommen, dass würde erklären warum Sie sich nichts unter internationaler Küche vorstellen können, aber ich glaube Familie Knoblauch fährt mit dem was sie tun sehr gut. Zumal es dort auch Regionale und Saisonale Speisen gibt und man als Gast dort eine große Auswahl an guten Gerichten erleben darf. Wahrscheinlich sind Sie nur durch den Artikel darauf Aufmerksam geworden, denn wenn Sie Gast gewesen wären, würden Sie wissen dass die Speisekarte viel zu bieten hat und das zu einem preiswerten Angebot. Ich wünsche Ihnen noch viel Erfolg im Leben und hoffe, dass Sie in Ihrem Hass irgendwann Frieden finden werden. Alles Gute für Sie!

kleiner.klaus77 vor 3 Wochen

Mal sehen ob wir etwas von seiner Pleite lesen müssen? Ich denke mit "internationaler" Küche, was immer auch das sein soll, kommt man in der Altmark nicht weiter!

kleiner.klaus77 vor 3 Wochen

Ich finde, dass gut "quatschen" können reicht meiner Meinung nach nicht aus um ein Restaurant zu führen! Was ist z.B wenn die Oma mit ihren 69 Jahren nicht mehr kochen kann?! Bricht dann das gastronomische Konzept zusammen? Ich finde er sollte sich auf regionale und saisonale Küche besinnen!

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