Weitere 832.000 Euro Sanierung des Theaters der Altmark in Stendal wird deutlich teurer

Die Sanierung des Theaters der Altmark in Stendal wird deutlich teurer als geplant. Der Stadtrat hat jetzt weitere 832.000 Euro für die Bauarbeiten freigegeben. Oberbürgermeister Klaus Schmotz weist Kritik an der Aufstockung der Mittel zurück.

Theater der Altmark in Stendal
Das Theater der Altmark in Stendal: ein Fass ohne Boden? Bildrechte: dpa

Der Stendaler Stadtrat hat am Mittwochabend in einer Sondersitzung weitere 832.000 Euro für die Sanierung des Theaters der Altmark freigegeben. Das Geld wurde notwendig, weil im Zuge der laufenden energetischen Sanierung zusätzliche Sicherheitsmängel festgestellt worden sind.

Kritik an zusätzlichen Geldern für Theater

Die Freigabe der Mittel lief jedoch nicht ohne heftige Kritik ab. Jörg Schwarzer von der Fraktion Freie Stadträte Stendal/Bürger für Stendal sagte MDR SACHSEN-ANHALT, man habe das Gefühl, es werde geschlampt. Das könne man sich in der freien Wirtschaft nicht leisten.

Seit mehr als einem Jahr wird am Theater der Altmark in Stendal gebaut. Intendanz und Schauspieler improvisieren und haben als neue Spielstätte vorübergehend das leer stehende Upptall-Kaufhaus in der Stendaler Innenstadt bezogen.

Kosten der Sanierung mittlerweile bei fast 6,4 Millionen Euro

Derweil wird die Sanierung finanziell zu einem Fass ohne Boden. FDP-Stadtrat Marcus Faber sagte: "Wir haben schon häufig gesehen – Winckelmann-Museum, Bauhof, Grundschule –, dass solche Projekte teurer werden. Deswegen sage ich, das muss man sich mal vorher überlegen. Man kann nicht mitten im Bau einfach aufhören, zu bauen. Das ist nicht sinnvoll."

Fördergelder beantragt, aber noch nicht bewilligt

Der Stadtrat stimmte dennoch mehrheitlich den neuen Kosten zu. Sie sind für eine Brandschutzwand, eine Sprinkleranlage und die Deckenkonstruktion im Großen Saal erforderlich. Mittlerweile belaufen sich die Kosten der Sanierung auf fast 6,4 Millionen Euro. Das Land bezahlt bisher mit 2,8 Millionen Euro weniger als die Hälfte. Weitere 1,26 Millionen Euro an Fördergeldern sind beantragt, aber noch nicht bewilligt. Der Rest muss aus der Stadtkasse bezahlt werden.

Bauarbeiten könnten noch ein halbes Jahr dauern

Klaus Schmotz (CDU), Oberbürgermeister der Hansestadt Stendal
Klaus Schmotz (CDU), Oberbürgermeister der Hansestadt Stendal Bildrechte: dpa

Oberbürgermeister Klaus Schmotz (CDU) wies die heftige Kritik, dass die Mängel erst jetzt aufgefallen seien, zurück: "Die Dinge, die regelmäßig geprüft werden müssen, sind geprüft worden. Und wenn die Prüfinstitute uns bescheinigen, dass die Anlagen in Ordnung sind, dann haben wir keinen Anlass, daran zu zweifeln. Insofern ist den Kolleginnen und Kollegen der Verwaltung kein Vorwurf zu machen."

Der Oberbürgermeister rechnet damit, dass die Bauarbeiten am Theater sich noch mindestens ein halbes Jahr hinziehen. Mit dem Stadtratsbeschluss müssen nun erst einmal weitere Planungen und Ausschreibungen angeschoben werden. Allerdings sind auch Regressansprüche zu prüfen – denn auch das haben die Stadträte der Verwaltung am Mittwoch mit auf den Weg gegeben.

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Bildrechte: Anhaltisches Theater Dessau/Claudia Heysel

MDR/Bernd-Volker Brahms, Gero Hirschelmann

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 19. August 2021 | 09:00 Uhr

1 Kommentar

jackblack vor 15 Wochen

Wie IMMER, Kosten und Termin sind LUFTSCHLÖSSER.

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