Generalrevision Entgegen der Prioritätenliste: Großimpfaktion im Zellstoffwerk Arneburg

Das Unternehmen in Stendal gehört gemäß der Impfverordnung zur kritischen Infrastruktur. Demnächst steht eine Generalrevision in dem Werk an. Mehrere hundert Mitarbeitende werden sich auf dem Gelände befinden. Deshalb erteilte das Sozialministerium die Erlaubnis für eine Großimpfaktion, die am Freitag durchgeführt wird.

Vertreter von Firmen die sich am Energieeffizienz-Netzwerk "Reginee" (Regionales Netzwerk Energie) Mitteldeutschland beteiligen bei einer Begehung des Werks von Mercer Stebdal
In dem Werk in Arneburg im Landkreis Stendal steht eine Art Werks-TÜV an. Bildrechte: dpa

Im Landkreis Stendal werden am Freitag 500 Mitarbeiter im Zellstoffwerk in Arneburg gegen das Coronavirus geimpft. Nach der Raffinerie in Leuna ist es das zweite Unternehmen im Land, das entgegen der festgelegten Reihenfolge durchgeimpft wird. Das Magdeburger Sozialministerium erteilte eine Ausnahmegenehmigung und sorgte auch für die zusätzlichen Impfdosen.

Ansteckungsrisiko durch Generalrevision

Durch die Impfungen soll ein Hot-Spot bei dem Unternehmen verhindert werden, heißt es von einer Unternehmenssprecherin und auch vom Landkreis. Es sei zuletzt zu einigen positiven Fällen gekommen. Aufgrund einer Generalrevision – einer Art Werks-TÜV – und wegen Erweiterungsarbeiten seien derzeit rund 1.500 Mitarbeiter von Fremdfirmen auf dem Gelände. Die Impfung wird durch das mobile Team des Landkreises Stendal vollzogen.

Andere Unternehmen wollen auch impfen

Wie ein Sprecher des Sozialministeriums mitteilte, ist die Impfung der 500 Mitarbeiter konform mit der Impfverordnung. Ausnahme seien zulässig. Nach Bekanntwerden der Großimpfaktion in Leuna hieß es auf Nachfrage von MDR SACHSEN-ANHALT Anfang April aus dem Sozialministerium, dass weitere Impfaktionen in Unternehmen wie in der Raffinerie in Leuna nicht vorgesehen sind. Auch andere Firmen hätten inzwischen schon angemeldet, dass ihre Betriebsärzte in die Impfkampagne des Landes einbezogen werden wollen. Wenn genügend Impfstoff zur Verfügung stehe, solle dies im Mai oder Juni geschehen.

Die Sonne scheint über dem Werk von Mercer Stendal.
Bildrechte: dpa

Zellstoffwerk Arneburg im Landkreis Stendal Das Zellstoffwerk ist der größte Arbeitgeber in der Altmark. Das Werk ist ein Tochterunternehmen des nordamerikanischen Mercer-Konzerns. Knapp 500 Mitarbeiter, davon 30 Azubis, halten den Betrieb nach eigenen Angaben am Laufen. Er gehöre, so wurde bei den Gesprächen bei Land und Landkreis festgestellt, zur kritischen Infrastruktur. Das Biomassekraftwerk am Standort Stendal ist nach Unternehmensangaben eines der größten seiner Art in Deutschland. Jährlich werden hier aus rund 3,5 Mio. Festmetern Nadelholz Zellstoff, Bioenergie und verschiedene Biochemikalien produziert.

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MDR/Susanne Ahrens

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 23. April 2021 | 05:00 Uhr

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