2015 verschwunden Mutter von vermisster Inga hofft auf Hinweise durch neue Website

09. Februar 2023, 16:58 Uhr

Inga verschwand am 2. Mai 2015 bei einer Familienfeier auf dem Wilhelmshof bei Stendal. Seitdem fehlt von dem damals fünfjährigen Mädchen aus Schönebeck jede Spur. Das Verfahren wurde 2019 offiziell eingestellt, doch Bemühungen um eine Aufklärung der Geschehnisse gibt es weiterhin. Eine neue Initiative sammelt nun Hinweise, die die Ermittlungen wieder in Gang bringen sollen.

Im Fall der vermissten Inga aus Schönebeck soll eine neue Website zur Aufklärung der Geschehnisse beitragen. Ingas Mutter Victoria Gehricke richtet sich auf der Internetseite mit emotionalen Worten an die Öffentlichkeit und ruft erneut auf, jede noch so kleine Beobachtung, die mögliche Zeuginnen und Zeugen an dem Tag gemacht haben, zu melden. Ihr Appell: "Helfen Sie bitte, den Fall endlich zu lösen!"

Sie wisse nicht, ob ihre Tochter noch am Leben sei, gebe die Hoffnung aber nicht auf, heißt es in dem Statement weiter. "Mein eigenes Leben verbringe ich seither in quälender Ungewissheit. Es vergeht kein Tag, an dem ich nicht an Inga denke. Ich will trotz allem am Leben bleiben für meine anderen Kinder und damit ich da bin, falls Inga eines Tages gefunden wird."

Initiative einer Gruppe von Anwälten und Privatermittlern

Betrieben wird die Internetseite von einer Gruppe von Anwälten, darunter Rechtsanwältin Petra Küllmei aus Magdeburg, die Ingas Mutter vertritt, und der Berliner Rechtsanwalt Steffen Tzschoppe, der einen der beiden Brüder von Inga vertritt. Zuerst hatte die Volksstimme darüber berichtet.

Es gibt eine Spur, wir müssen diese nur finden. Ein Mensch kann nicht einfach so innerhalb weniger Minuten vom Erdboden verschwinden.

Steffen Tzschoppe, Rechtsanwalt

Zusammen mit Privatermittlern erhoffen sich die Juristen, noch Zeugen zu finden und neue Ansatzpunkte in dem Vermisstenfall zu bekommen. "Wir werden unermüdlich nach der Nadel im Heuhaufen suchen", so Anwalt Tzschoppe. "Es gibt eine Spur, wir müssen diese nur finden. Ein Mensch kann nicht einfach so innerhalb weniger Minuten vom Erdboden verschwinden." Jeder Hinweis könne wertvoll sein – auch nach so vielen Jahren, betont die Initiative.

Bereits in den ersten Tagen habe die Website 20.000 Aufrufe verzeichnet und einige Hinweise seien eingegangen, berichtet Steffen Tzschoppe. Sicherlich werde nicht jeder Hinweis etwas zur Aufklärung beitragen können, aber vielleicht sei der richtige dabei, erzählt er im Interview. Er ist fest davon überzeugt, dass bei den Ermittlungen noch nicht alles getan wurde und das Verfahren weitergehen muss.

Vermisst seit Mai 2015: Inga verschwindet bei Familienfeier

Inga war am 2. Mai 2015 von einer Familienfeier im Diakoniewerk Wilhelmshof bei Uchtspringe im Landkreis Stendal verschwunden. Am Abend sollte dort ein Grillfest stattfinden. Das damals fünfjährige Mädchen wollte offenbar bei der Vorbereitung helfen, brachte Getränke zum Sportplatz und spielte am Waldrand. Dann verloren die anderen sie aus den Augen.

Hunderte Einsatzkräfte durchkämmten auf der Suche nach Inga das angrenzende Waldgebiet, auch mit Hubschrauber und Suchhunden – ohne Erfolg. Da der Ort sehr abgelegen liegt, gibt es keine weiteren Anwohner oder Zeugen.

2019 wurde das Verfahren eingestellt. Entscheidende Hinweise blieben trotz hoher Belohnung in Höhe von 25.000 Euro aus. In der Anfangsphase hatten Ermittler zwei mögliche Beschuldigte ausgemacht. Hinweise hatten aber keinen näheren Tatverdacht ergeben.

Pinnwand mit Fahndungsplakaten der Polizei
Wo ist Inga? Entscheidende Hinweise blieben trotz hoher Belohnung in Höhe von 25.000 Euro aus. Bildrechte: MDR/Bernd-Volker Brahms

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MDR (Cornelia Winkler) | Erstmals veröffentlicht am 07.02.2023

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 07. Februar 2023 | 17:00 Uhr

24 Kommentare

Harka2 am 08.02.2023

Ich bin da etwas optimistischer, aber ich möchte wirklich nicht über solche Täter Recht sprechen müssen, denn es würde mir sehr schwer fallen, da nicht alttestamentarische Urteile zu fällen. Die Abscheulichkeit dieser Taten ist nur schwer mit einem Urteil nach dem Grundgesetz zu vereinbaren.

Harka2 am 08.02.2023

Die Anwälte verdienen rein gar nichts, wenn sie das Verfahren am Laufen halten. Abgerechnet wird zum Schluss und davon sind wir in dem Fall noch gar weit entfernt. Egal was man den Anwälten unterstellt, aber auch für sie gibt es eine Kostenordnung und nur nach der werden sie auch bezahlt.

Reuter4774 am 08.02.2023

Das war ein menschlicher " Wolf", kein Tier. Verleugnen hilft da nicht, so edel ist die menschliche Gattung nicht. ( wie man an solch unfachlichen Spekulationen sieht)

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