Krankenhaus-Neubau Johanniter-Krankenhaus in Stendal kann umziehen

Noch vor zwei Jahren drohte der Krankenhaus-Neubau in Stendal, eine Endlos-Baustelle zu werden. Doch mit einem Wechsel der Führungsspitze ging es voran. Nun können die neuen und größeren Räumlichkeiten bezogen werden. Den Anfang macht Mitte Dezember die Frauen- und Kinderklinik. Auch auf Corona-Intensivpatienten ist man vorbereitet.

Das Krankenhaus Stendal innen: Die Wände wurden von dem Stendaler Graffiti-Künstler Michael Bräune gestaltet.
Wände im Inneren des Krankenhauses sind mit Graffitis geschmückt. Bildrechte: MDR/Bernd-Volker Brahms

Fast viereinhalb Jahre wurde am Neubaukomplex des Johanniter-Krankenhauses in Stendal gearbeitet. Zweimal gab es einen Baustopp. Am Ende verzögerten sich die Bauarbeiten um fast zwei Jahre. Wie Krankenhausdirektor Michael Schmidt am Mittwoch sagte, hat die Bauaufsichtsbehörde das Gebäude aber nun freigegeben. "Wir können mit dem Umzug beginnen", sagte Michael Schmidt MDR SACHSEN-ANHALT bei einer Begehung des Gebäudes.

Frauen- und Kinderklinik macht den Anfang

Zunächst soll nun am 15. Dezember die Frauen- und Kinderklinik an den neuen Standort umziehen. Sie wird die gesamte zweite Etage des Neubaus einnehmen. Bisher ist die Klinik in Stendal in der Bahnhofstraße in einen Altbau ausgelagert, der Platz ist knapp. "Wir sind sehr froh, dass wir bald alles an einem Standort vereinen können", sagte Schmidt. Sicherlich sei es eine Herausforderung, eine ganze Klinik im laufenden Betrieb umzuziehen, man sei aber bestens vorbereitet. "Wir versuchen, dass an dem Tag möglichst wenig Patientinnen und Patienten in stationärer Behandlung sind", so der der Krankenhaus-Chef.

Wir sind sehr froh, dass wir bald alles an einem Standort vereinen können.

Michael Schmidt I Direktor des Stendaler Krankenhauses

Neue Station für Schlaganfall-Patienten

In den ersten Monaten des kommenden Jahres sollen dann auch die weiteren Ebenen des Krankenhauskomplexes belegt werden. So ziehen die Geriatrie und Neurologie in eine Etage. Eine weitere Etage wird mit der Kardiologie und Gefäßchirurgie belegt. Alle Stationen ziehen innerhalb des bestehenden Krankenhauses um und bekommen so mehr Platz. Ganz neu wird eine sogenannte Stroke-Unit aufgebaut, sie ist spezialisiert auf Schlaganfall-Patienten.

Kapazitäten für Corona-Intensivpatienten

Und auch die Intensivmedizin wird im ersten Quartal des kommenden Jahres in den Neubau umziehen, der die Klinik ungefähr um ein Drittel vergrößert. Angesichts der Corona-Pandemie stellt sich die Frage, ob das Stendaler Johanniter-Krankenhaus derzeit über zwei Intensivstationen verfügt. "Theoretisch ist das so", sagt Michael Schmidt. Man könne dies als Notfallreserve sehen.

Die Situation ist stabil. Wir könnten reagieren, wenn sich die Situation dramatisch verändert.

Michael Schmidt I Direktor des Stendaler Krankenhauses

Allerdings sei der entscheidende Faktor auch hier das Personal. Derzeit hat das Krankenhaus 14 Intensivbetten. Zwei Corona-Patienten werden aktuell beatmet. "Die Situation ist stabil. Wir könnten reagieren, wenn sich die Situation dramatisch verändert", sagt der Krankenhausdirektor. Dies hätten die Erfahrungen im vergangenen Dezember gezeigt, als es kurzfristig drei Corona-Stationen gab.

Neubau kam teurer als geplant

Im Sommer 2017 war der erste Spatenstich erfolgt. Damals gingen die Planer von Baukosten in Höhe von 35 Millionen Euro aus, wobei ein Teil aus Fördergeld gestemmt wurde. "Es ist teurer geworden", bestätigt Michael Schmidt. Genaue Zahlen möchte er nicht nennen, es "könnte aber knapp zweistellig" sein.

Neubau war "Kraftakt"

Nach Informationen von MDR SACHSEN-ANHALT musste Anfang 2019 der Planer ausgetauscht werden. Viele Innenarbeiten vor allem an Versorgungsleitungen mussten ganz neu vorgenommen werden. "Das war alles ein Kraftakt", sagt Schmidt. "Viel mehr an Problemen kann man wohl kaum haben." Schmidt hatte das Ruder als Krankenhauschef vor anderthalb Jahren übernommen, als die Misere am Neubau akut war.

MDR (Bernd-Volker Brahms, Dennis Blatt, Dominik Knauft, Kalina Bunk)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 01. Dezember 2021 | 16:30 Uhr

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