Privatperson gegen Weiterbau Neue Klage gegen A14-Abschnitt der Nordverlängerung

Dämpfer beim Weiterbau der A14-Nordverlängerung: Eine Privatperson klagt gegen einen Teilabschnitt in der Börde. Ob es allerdings zu einem Verfahren kommt, das den Bau merklich verzögert, ist noch offen.

Ein Straßenschild der Autobahn 14.
A14-Nordverlängerung in Sachsen-Anhalt hat insgesamt 97 Kilometer. Bislang sind 14 befahrbar. Bildrechte: dpa

Gegen die A14-Nordverlängerung in Sachsen-Anhalt gibt es eine neue Klage. Wie das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig mittteilte, will eine Privatperson die Baupläne für den Abschnitt zwischen Dahlenwarsleben und Wolmirstedt in der Börde juristisch anfechten. Wie es weiter hieß, dürfte ein Jahr vergehen, bis sich das Gericht mit dem Verfahren befassen könne.

Allerdings: Ob es wirklich zu einem Verfahren komme, stehe noch nicht fest. Dazu müsse die Begründung der Klage abgewartet werden. Frist ist Mitte Februar 2021. Ein Sprecher des Landesverkehrsministeriums sagte MDR SACHSEN-ANHALT dazu, man wolle sich noch nicht äußern, sondern die schriftliche Begründung zunächst abwarten.

Gütliche Einigung bei ähnlichen Fällen in der Vergangenheit

In der Vergangenheit gab es ähnliche Fälle, die das Land beschäftigten, bevor der Weiterbau gesichert war. Dabei ging es um andere Bauabschnitte des Autobahn-Projekts. So betrafen die vergangenen Fälle zum Beispiel die Widersprüche der Umweltschutzorganisation BUND sowie der Verbandsgemeinde und der Stadt Seehausen gegen den Abschnitt Seehausen bis zur Landesgrenze.

Da konnten sich die Planungsbehörden mit den Klägern einigen. Auch die Klage einer Privatperson hatte es bereits gegeben, und zwar für den Abschnitt Lüderitz-Stendal. Ob sich auch diesmal wieder ein Kompromiss finden lässt, ist offen.

Betroffener Abschnitt hatte schon zuvor viele Einwendungen

Gerade für den Abschnitt Dahlenwarsleben-Wolmirstedt, den die aktuelle Klage betrifft, waren die Planungen in der Vergangenheit besonders langwierig. Denn es gab bereits zahlreiche Einwendungen, die berücksichtigt wurden. Zudem habe es, wie die Planer im Zuge der bisherigen Bauvorbereitung erklärten, vom Naturschutz her hohe Ansprüche gegeben, außerdem ingeneurtechnische Hürden. So kommt es, dass der Abschnitt als letztes gebaut werden soll. Zu den Herausforderungen für den Bau gehört etwa die Querung über den Mittellandkanal.

Laut Verkehrsprognose sollen nach Fertigstellung täglich rund 36.000 Autos und 7.800 Lkw diesen Abschnitt der A14 befahren. Für die Ortslage Samswegen sind zwei Lärmschutzbauwerke vorgesehen.

Nordverlängerung: Erst 14 Kilometer nördlich von Magdeburg befahrbar

Die Nordverlängerung soll Magdeburg nach Fertigstellung mit der Ostsee verbinden. Die Abschnitte in Mecklenburg-Vorpommern und in Brandenburg sind so gut wie fertig gestellt. Die Strecke der Nordverlängerung, die durch Sachsen-Anhalt führt, beträgt 97 Kilometer. Befahrbar sind davon erst 14, direkt nördlich von Magdeburg. Die anderen Abschnitte sind auf unterschiedlichen Bau- und Planungsständen: Im Bau befindet sich derzeit der Abschnitt von Tangerhütte bis Lüderitz. Zwischen Seehausen und Wittenberge war der Startschuss Oktober gefallen. Für den Abschnitt Osterburg-Seehausen besteht auch Baurecht, allerdings läuft auch hier noch die Klagefrist. Insgesamt sollen die Bauarbeiten bis Ende 2027 fertiggestellt werden.

Die Privatperson, die aktuell juristisch gegen den Abschnitt Dahlenwarsleben-Wolmirstedt, vorgeht, hat nun bis Mitte Februar 2021 Zeit, die schriftliche Begründung mit Einzelheiten vorzulegen und seinen Forderungen verdeutlichen.

Quelle: MDR/mg

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 15. Dezember 2020 | 16:00 Uhr

15 Kommentare

Burgfalke vor 21 Wochen

"Die Ortsschilder waren verschwunden und wurden durch grüne Namensschilder ersetzt."
Die Ortseingangsschilder verschwanden schon vor Jahren, als die entsprechenden Orte im Rahmen von "Reformen" einem anderen Ort zugeordnet wurden. Oft sind es dann Heimatvereine, die durch ihren Einsatz wenigsten dieses grüne Schild erreichen konnten.

Altmagdeburger vor 21 Wochen

Ich hoffe nur, das kein Richter darauf eingeht mehr und ein Urteil fällt, das es sich in Zukunft nicht mehr lohnt zu klagen. Sonst sehe ich noch, das erst meine Enkelkinder auf die A14 durchgängig zur Ostsee fahren können und ich mit meine 64 Jahren weiterhin über die Berliner Autobahn zur Ostsee komme.

Harka2 vor 21 Wochen

Entschuldige, aber vor mehr als 10 Jahren wollte ich nach Quedlinburg und von dort zu einem Treffen mit Freunden auf die Insel Poel. Ich fuht über Land und war begeistert, denn mein Auto wollte gar kein Benzin mehr. Ich tuckerte im höchsten Gang durch die Landschaft. Es gab keinen Verkehr, auf den ich hätte achten müssen. Die Ortsschilder waren verschwunden und wurden durch grüne Namensschilder ersetzt. So wusste man, wie die Gebäufeanhäufung früher genannt wurde. Da dort aber kaum noch jemand wohnt, hat man zu dem Kunstgriff von grünem Ortsschild und einem Tempo-70-Zeichen gegriffen. Damit ist der Landkreis für die Straße zuständig und muss sie im Winter beräumen und im Sommer unterhalten. Menschen sind mir nicht begegnet.

Wenn man die persönlichen Gefühle für die alte Heimat mal weg lässt, dann muss man sich eingestehen, dass diese Gebiete völlig entvölkert sind. Jeder der es konnte ist weg.

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