Nach Schließung des Krankenhauses Medizinisches Zentrum in Havelberg kann eventuell schon im Januar starten

Vor mehr als einem Jahr wurde in Havelberg das Krankenhaus geschlossen. Jetzt könnte es einen Neuanfang geben. Am Freitag wurde das Konzept für ein medizinisches Zentrum vorgestellt. Dieses kann eventuell schon im Januar 2022 seine Arbeit aufnehmen.

Plakat an einem Baum - Wir brauchen unser Krankenhaus.
Immer wieder hatten Mitarbeiter und Patienten für den Erhalt des Krankenhauses in Havelberg demonstriert. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Das medizinisches Zentrum im früheren Krankenhaus von Havelberg kann möglicherweise im Januar seine Arbeit aufnehmen. Das teilten Vertreter der landeseigenen Krankenhausgesellschaft Salus am Freitag mit.

Schwierigkeiten bei Suche nach Ärztinnen und Ärzten

Demnach wurden mittlerweile Stellenanzeigen für Ärztinnen und Ärzte veröffentlicht. Salus-Geschäftsführer Hans Joachim Fietz-Mahlow sagte MDR SACHSEN-ANHALT, dass dies jedoch nur ein erster Schritt sei: "Wir müssen jetzt überhaupt erst einmal interessierte Ärztinnen und Ärzte wieder für die Region gewinnen. Das war ja auch schon in der Vergangenheit schwierig."

Nur weil wir jetzt für dieses Projekt werben, werden nicht alle gleich euphorisch zu uns kommen.

Hans Joachim Fietz-Mahlow, Salus-Geschäftsführer

Angesprochen werden Ärzte, die auch Teilzeitarbeit bevorzugen. Zunächst sollen in dem medizinischen Zentrum Sprechstunden von Montag bis Sonnabend angeboten werden. In einer zweiten Stufe soll es auch einige stationäre Betten geben und Fachärzte angezogen werden.

Einige Praxisräume stehen noch zur Verfügung

Eingerichtet werden soll das medizinische Zentrum im ehemaligen Krankenhausgebäude. Große Teile dienen inzwischen als Seniorenheim. Einige der ausgestatteten Praxisräume sind aber noch frei. Das sei ein Vorteil, meint Heidi Köhler von der Salus-Praxis GmbH. Sie sagte MDR SACHSEN-ANHALT: "Das ist das Positive daran, dass Räumlichkeiten kurzfristig zur Verfügung stehen und wir dann, wenn die Ärzte gefunden sind, auch zeitnah starten können."

Verein: Frage der Notfallversorgung besonders wichtig

Der Verein "Pro Krankenhaus" befürwortet das Engagement der Salus, fordert aber auch eine schnellere Umsetzung des Konzepts. Vereinsvorsitzender Holger Schulz sagte MDR SACHSEN-ANHALT: "Hier in der Region ist das gesundheitliche Sicherheitsgefühl verlorengegangen, und es bröckelt immer weiter ab." Insbesondere die Frage der Notfallversorgung brenne den Protestierern in Havelberg unter den Nägeln.

Salus-Geschäftsführer Fietz-Mahlow schließt das zwar nicht aus, möchte sich aber erst einmal auf den Einstieg konzentrieren: "Uns ist wichtig, dass wir in überschaubaren Schritten, die finanziell tragbar sind, die aber auch real wirken, vorgehen und nicht das, was man eventuell morgen, übermorgen erreichen könnte, ständig diskutiert."

MDR/Bernd-Volker Brahms, Thomas Tasler, Gero Hirschelmann

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 01. Oktober 2021 | 17:13 Uhr

0 Kommentare

Mehr aus Altmark und Elb-Havel-Winkel

Das Krankenhaus Stendal innen: Die Wände wurden von dem Stendaler Graffiti-Künstler Michael Bräune gestaltet. mit Audio
Das Krankenhaus Stendal von innen: Die Wände wurden von dem Stendaler Graffiti-Künstler Michael Bräune gestaltet. Bildrechte: MDR/Bernd-Volker Brahms

Mehr aus Sachsen-Anhalt