Wegen hoher Corona-Infektionszahlen Kreis Stendal weitet Testpflicht wieder aus

Weil die Corona-Inzidenz drei Tage hintereinander über 35 gelegen hat, werden im Landkreis Stendal die Lockerungen bei der Testpflicht zurückgenommen. Landrat Puhlmann wirbt um Verständnis, und fordert vom Bund, nicht nur die Inzidenz als Maßstab zu nehmen.

Ein gepflasterter Weg zwischen Büschen mit einem weißen Wegweiseschild auf dem Corona-Testzimmer steht
Wegen einer hohen 7-Tage-Inzidenz wird die Testspflicht in Stendal ausgeweitet. (Archivbild) Bildrechte: MDR/Alexander Klos

Am Dienstag lag die Corona-Sieben-Tage-Inzidenz im Kreis Stendal am dritten Tag in Folge über dem Grenzwert von 35. Der Landkreis hat deswegen angekündigt, Lockerungen bei der Testpflicht zurückzunehmen. Das sieht die derzeit in Sachsen-Anhalt gültige Landesverordnung so vor. Die Kreisverwaltung selber spricht von einem „drastischen Anstieg“ von einem Inzidenzwert von fünf vor einer Woche und 38 an diesem Dienstag.

Demnach gilt die GGG-Regel (Geimpft, Genesen, Getestet) ab Mittwoch unter anderem wieder in geschlossenen Räumen von Kultureinrichtungen, Gaststätten oder auch Sportanlagen. Veranstaltungen im Freien können weiter ohne Nachweis besucht werden. Auch Zoos, Saunen oder außerschulische Bildungseinrichtung sind von einem Ende der Lockerungen betroffen. Tests dürfen maximal 24 Stunden alt sein.

Puhlmann kritisiert Fokussierung auf Inzidenz

Stendals Landrat Patrick Puhlmann (SPD) erklärte, die Befürchtungen steigender Fallzahlen durch Reiserückkehrer würden sich bestätigen. Noch seien die Zahlen im Rahmen. Man müsse nicht in Panik verfallen, aber der Kreis könne auch nicht alles einfach so weiterlaufen lassen. Die Vorlage eines negativen Tests oder eines Impf- oder Genesenennachweises werde hoffentlich dazu beitragen, dass eine Ausbreitung bei Feiern und Festen verhindert werde.

Puhlmann kritisierte den Bund und sprach sich für ein Ende der Fokussierung auf die Sieben-Tage-Inzidenz als Maßstab für Corona-Maßnahmen aus. Mit Blick auf die drohenden Schließungen durch die Bundesnotbremse bereits ab einer Inzidenz von 100, forderte er, die Zahl der Geimpften und auch die Krankenhauskapazitäten müssten endlich auch eine Rolle spielen.

MDR/Mario Köhne

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 11. August 2021 | 06:30 Uhr

2 Kommentare

Rotti vor 10 Wochen

Ich verstehe das nicht. Da sollen angeblich so viele geimpft sein. Die sind doch nun sicher. Von denen und für die gehen doch keine Gefahren mehr aus. (Sonst wäre doch die Impfung auch Unsinn.) Die paar die nicht geimpft sind werden sich doch auch kaum testen wollen lassen. Da ist doch, wie der Landrat richtig kritisiert, das mit den Insidenzwerten überholt. Mich beschleicht ein Gefühl, nämlich dass es gar nicht um Gesundheit geht.

ElBuffo vor 10 Wochen

Hm, wo kommen denn die Reiserückkehrer alle her?

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