Protest gegen A14-Nordverlängerung Landkreis räumt Reste von Protestcamp im Losser Forst

Über Monate hatten Klimaaktivisten im Losser Forst gegen die Nordverlängerung der A14 protestiert. Nachdem ihr Camp im Juli aufgrund der Waldbrandgefahr geräumt wurde, kümmert sich der Landkreis ab jetzt um die Hinterlassenschaften der Camper.

Ein Bagger vor einem Baumhaus
Der Landkreis Stendal hat begonnen, die Baumhäuser und andere Reste des Protestcamps im Losser Forst zu räumen. Bildrechte: Polizeiinspektion Stendal

Zelte, Baumhäuser und Müll – das sind die Überbleibsel des Protestcamps im Losser Forst. Der Landkreis Stendal sieht darin Brandlasten und hat am Donnerstag damit begonnen, das Waldstück zu beräumen. Bei regelmäßigen Kontrollen in den vergangenen Wochen seien keine Personen mehr im Camp festgestellt worden, teilte der Kreis mit. Nachdem die Waldbrandstufe wieder gesenkt worden war, hätten die Protestierenden ihre Versammlung eigentlich fortsetzen können.

Aktivisten haben Camp im Juli verlassen

Die Behörden hatten die Aktivisten vor einem Monat aufgefordert, das Camp zu räumen. Wegen der anhaltenden Trockenheit galt im Landkreis zeitweise die Waldbrandstufe 5, bei der Wälder nicht mehr außerhalb von Wegen betreten werden dürfen. Die Protestierenden hatten den Wald daraufhin verlassen. Landrat Patrick Puhlmann (SPD) zeigte sich nun erleichtert: "Die Möglichkeit, dass durch einen Waldbrand Versammlungsteilnehmer, aber auch Rettungskräfte extremen Gefahren ausgesetzt wären, war allgegenwärtig und hätte Realität werden können."

Jahrelanger Streit um den Ausbau der A14

Die Aktivisten im Losser Forst hatten gegen den Bau der Nordverlängerung der Autobahn 14 protestiert. Nachdem die juristischen Mittel gegen das Bauvorhaben ausgeschöpft waren, errichteten sie im vergangenen Jahr ein Camp im Wald. Versuche des Landkreises, die Versammlung aufzulösen, scheiterten immer wieder vor Gericht.

Im Mai diesen Jahres hatte das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig schließlich geurteilt, dass der Bau des letzten A14-Teilstücks rechtmäßig ist. Laut Plan soll es 2027 fertiggestellt werden.

Mehr zum Protest im Losser Forst

MDR (Katharina Häckl, Bernd-Volker Brahms, Jolina Schlaß, Maren Wilczek)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 18. August 2022 | 13:00 Uhr

13 Kommentare

Rotti vor 6 Wochen

Auf der einen Seite ist es schön, dass diese Sachen verschwinden, aber auf der anderen Seite sollte man die Rolle des umstrittenen Landrats Patrick Puhlmann näher betrachten.
Denn seinem Zaudern war es letztlich zu verdanken, dass diese Situation erst entstanden war. Das Puhlmann zumindest Sympathien für diese "Baummenschen" hegt, machte er bei der eilig einberufenen Pressekonferenz deutlich. Er bedankte sich unter anderem bei den Baumbesetzern. Und die Krönung ist, dass der Landkreis Stendal die Kosten der Beräumung trägt. Eigentlich ist das Sache des privaten Waldbesitzers, das zu beräumen und zu entsorgen. Denn der hatte doch mit den Baumbesetzern packtiert und seinen Wald zur Verfügung gestellt! Aber dank eines so über die Maßen fähigen Landrates, bezahlen es jetzt die Einwohner des Landkreises Stendal.

hinter-dem-Regenbogen vor 7 Wochen

Ob Protest- oder nur ein Abenteuercamp . . . egal wenn ich im Wald ein Picknick mache, so sollte es jedem bekannt sein, räume ich anschließend meinen Müll weg.
Im vorliegenden Fall, man weiß nicht genau, ob es sich um Abenteuer, um Spass oder um eine Protestnote handelte, haben die Aktivis*tinnen sich selbst und ihrer vorgegebenen Absicht, großen Schaden zugefügt.

Wenn diese wirklich etwas bewegen oder ausbremsen wollten, müssen Sie zunächst den Kontakt zu den Bürgerinnen und Bürger suchen und natürlich auch finden - ansonsten läuft jeder Protest ins Leere.

Wo waren eigentlich die Protestierenden, als eine mehr als 3 Milliarden Euro teuere Gasleitung durch die Ostsee gebaut und niemals in Betrieb genommen wurde ?

Protest muß abgewogen und wohl überlegt sein. Revolutionäres Denken und Handeln alleine, um dem Bürgertum zu schaden, reicht dabei nicht aus. Dabei muß Staatliches und Bürgerliches Interesse nicht immer im Einklang sein, wie Nordstremm 2 z..B. belegt. . .

ost-Handwerker vor 7 Wochen

Bezahlt die Müllberäumung die "Umweltaktivisten " oder ist dafür mal wieder der Steuerzahler gut genug ? Die Personalien wurden doch merfach festgestellt so sollte sich doch der Verursacher bereit erklären .

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