Vor dem Aktivistenquartier gegen die A14 Junge Leute am Bahnhof Seehausen attackiert – Polizei sucht Zeugen

Überfall am Bahnhof Seehausen: Laut Polizei wurde eine Personengruppe attackiert. Dabei seien ein Jugendlicher und ein 20-Jähriger leicht verletzt worden, durch Schüsse aus einer Softair- oder Paintballwaffe. In dem Bahnhof haben Aktivisten gegen den Weiterbau der A14 ihr Quartier.

Polizeiabsperrung
Die Tat hat sich um kurz vor zehn am Freitagabend ereignet. Bildrechte: imago/Hubert Jelinek

Nach einer Informationsveranstaltung am Bahnhof Seehausen sind Schüsse aus einer Softairwaffe gefallen. Wie die Polizei weiter mitteilte, sind ein Jugendlicher und junger 20-jähriger Mann getroffen und leicht verletzt worden. Der mutmaßliche Täter sei mit einem Auto geflüchtet. Trotz sofortiger Fahndung, darunter per Polizeihubschrauber, habe er jedoch nicht ergriffen werden können.

Der Bahnhof ist das Hauptquartier von Aktivisten, die den Weiterbau der A14 durch die Altmark verhindern wollen und zum Zeichen des Protestes im nahe gelegenen Losser Forst Baumhäuser errichtet haben. Wie die Polizei weiter mitteilte, sind die Schüsse am Freitag gegen 21.50 Uhr abgegeben worden. Dabei sei eine Gruppe von insgesamt fünf Leuten beschossen worden, die sich direkt vor dem Bahnhof aufgehalten habe. Zuvor gab es dort ein offenes Informationstreffen zum Weiterbau der A14, wie es mittlerweile jeden Freitagabend dort organisiert wird.

Betroffener beschreibt Fluchtwagen als dunkelblau

Einer der Betroffenen hat sich am Sonnabend mit einer Pressemitteilung an die Medien gewandt, um zu schildern, wie er den Vorfall erlebt hat. Dabei handelt es sich nach Informationen von MDR SACHSEN-ANHALT um den 20-Jährigen, einem jungen Grünen-Politiker aus der Altmark, der die Veranstaltung am Freitag organisiert hat. Als es losging, habe er die Silhouette einer Gestalt gesehen, die die Schüsse vom Bahnsteig aus abgegeben habe, schreibt er. Den Fluchtwagen beschreibt er als dunkelblau, von hinten aussehend wie ein Passat, der mit laufendem Motor auf dem Kiesweg gewartet habe.

In einem Gespräch mit MDR SACHSEN-ANHALT sagte er weiter, dass er am Ellbogen getroffen worden sei, es ihm aber gut gehe. Zunächst sei an dem Abend unklar gewesen, ob es sich um echte Schüsse handle. Der Schreck sei daher groß gewesen, der erste Impuls, einfach nur wegzulaufen. Seinem Augenzeugenbericht nach könnte es sich um ein Paintballgewehr gehandelt haben.

Polizei sucht Zeugen

Der leicht verletzte Jugendliche soll aus der Nachbarschaft kommen und zufällig am Bahnhof vorbeigekommen sein, selbst nicht der Aktivistenszene angehören, sagt er weiter. Unterschiedlichen Angaben nach ist der Junge 12 oder 13 Jahre alt.

Der mutmaßliche Täter soll eine Haube getragen haben, die an den Ku-Klux-Klan erinnere. So nahm es die Polizei an dem Abend schließlich zu Protokoll – und sucht nun Hinweise und mögliche Zeugen zum Sachverhalt oder zum mutmaßlichen Täter.

Mehr zum Thema

Computeranimation der geplanten Elbbrücke bei Wittenberge mit Video
Noch ist die Elbbrücke bei Wittenberge eine Computeranimation. Doch schon im kommenden Jahr sollen die Bauarbeiten beginnen. Bildrechte: DEGES

MDR/ Mandy Ganske-Zapf

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 19. Juni 2021 | 16:00 Uhr

2 Kommentare

nie wieder cdu vor 5 Wochen

Aktivisten, Aktivistenszene ?????
Waldgebiete besetzen und bei der Räumung Einsatzkräfte angreifen und verletzen sind keine Aktivisten!!!!!
Diese Aussage rechtfertigt aber in keinem Fall die Schüsse aus welcher Waffe auch immer.

Metapher vor 5 Wochen

Bin dafür Deutschland zur Waffenfreien Zone zu erklären. Vorhandene Waffen sind einzuziehen. Unsere Demokratie erlaubt viel zu viele Waffen. Erschreckend das oft Reichsbürger, Motorrad-Clubs, Clans und sogenannte Sportschützen mit menschengefährdeten Waffen legal aufgerüstet Demokraten bedrohen und wie am Freitag angreifen.

Mehr aus Altmark und Elb-Havel-Winkel

Mehr aus Sachsen-Anhalt