Mehr als 400 Kilometer pro Stunde auf A2 Staatsanwalt in Stendal ermittelt gegen rasenden Millionär

Die Staatsanwaltschaft Stendal ermittelt gegen einen Rekord-Raser auf der A2. Der Mann aus Tschechien war vergangenen Sommer mit mehr als 400 Kilometern pro Stunde über die Autobahn gerast. Außerdem hatte der Millionär Anfang dieses Jahres ein Video von der Aktion ins Internet gestellt.

Blick aus einen Auto herraus auf die Autobahn.
Der Raser hatte seine Aktion gefilmt und das Video auf Youtube hochgeladen. Bildrechte: Screenshot Youtube

Nach einer Fahrt mit mehr als 400 Kilometern pro Stunde über die Autobahn 2 leitet die Staatsanwaltschaft in Stendal Ermittlungen gegen einen tschechischen Millionär ein. Die Anklagebehörde ermittle, sobald alle Unterlagen eingegangen und erfasst worden seien, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Montag. Dies könne im Laufe der Woche geschehen. Zunächst hatte die Polizei den Fall untersucht, sie hat ihre Ergebnisse nun an die Staatsanwaltschaft übergeben.

Raser drohen Geld- oder Freiheitsstrafe

Dem Raser wird ein verbotenes Kraftfahrzeugrennen im Sinne einer Einzelfahrt vorgeworfen. Nach dem Strafgesetzbuch ist auch ein sogenanntes Alleinrennen strafbar, wenn sich der Fahrer "mit nicht angepasster Geschwindigkeit und grob verkehrswidrig und rücksichtslos fortbewegt, um eine höchstmögliche Geschwindigkeit zu erreichen".

Dem Millionär droht eine Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren oder eine Geldstrafe. Der Tatbestand müsse jedoch zunächst genau geprüft werden, sagte der Sprecher der Anklagebehörde.

Raserei sorgt für Kritik und Empörung

Der Millionär hatte Anfang des Jahres ein Video ins Netz gestellt, bei dem er über die A2 zwischen Berlin und Hannover heizt. Der augenscheinlich abgefilmte Tacho zeigt eine Geschwindigkeit von bis zu 417 Kilometern pro Stunde an. Dieses und weitere Videos sollen bereits im Juli 2021 entstanden sein. Die Aufnahmen im Internet hatten bundesweit für Aufsehen und viele empörte Reaktionen gesorgt.

MDR (Gero Hirschelmann)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT | 07. Februar 2022 | 15:00 Uhr

56 Kommentare

Volker S. vor 19 Wochen

"Eine solche Hochgeschwindigkeitsfahrt hat es leider gegeben, wird sich eher nicht wiederholen!"

Gerade solche Videos können dazu führen, dass es Nachahmer gibt.

In ganz Europa gibt es nur eine einzige weitere Region nebst Deutschland, in der kein Tempolimit besteht: die britische Insel Isle of Man. Deutschland lässt sich leichter anfahren. Hoffentlich entsteht dadurch kein Raser-Tourismus nach Deutschland, wenn es diesen nicht schon gibt.

Anita L. vor 19 Wochen

Und nun bedenken Sie, dass in den meisten Unfällen eine nicht angepasste Geschwindigkeit involviert ist, wobei nicht angepasst laut dem Bundesamt für Statistik nicht dasselbe ist wie "schneller als höchstens erlaubt". Und so stellte der Unfallforscher Siegfried Brockmann vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft in einem Artikel der Zeit aus dem Jahr 2020 auch fest:
"Die Geschwindigkeit - sowohl die nicht angepasste als auch die überhöhte - ist eine Hauptursache für Todesfälle im Straßenverkehr."

Volker S. vor 19 Wochen

Das Video habe ich mir jetzt angeschaut und mir ist aufgefallen, er ist nicht immer auf den rechten Fahrstreifen gewechselt, obwohl dort frei war.

Das könnte ein Verstoß gegen das Rechtsfahrgebot sein - 80 Euro.

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