Drei Polizistinnen verletzt Stendal und Tangerhütte: Betrunkene sorgen für Einsätze der Polizei

Weil sie zu viel Alkohol getrunken haben, haben zwei Männer am Wochenende die Kontrolle über sich verloren. Einer widersetzte sich in Tangerhütte seiner Festnahme und verletzte drei Polizistinnen. Ein anderer Mann ohrfeigte in Stendal einen Bekannten. Immerhin: Die beiden versöhnten sich später.

Silouette eines Mannes mit Weinflasche.
Im Norden Sachsen-Anhalts haben drei stark betrunkene Männer am Wochenende die Polizei beschäftigt. In einem Fall wurden drei Polizisten verletzt. (Symbolbild) Bildrechte: Colourbox.de

Mehrere stark betrunkene Männer haben am Wochenende in der Altmark die Polizei auf Trab gehalten. Bei einem Einsatz in Tangerhütte wurden nach Polizeiangaben drei Beamtinnen verletzt. Sie waren bereits am Freitagabend ausgerückt, um einen per Haftbefehl gesuchten Mann festzunehmen. Doch der 45-Jährige wehrte sich mit Schlägen, Tritten und Bissen dagegen. Sechs Polizistinnen und Polizisten konnten ihn schließlich bändigen.

Blick auf die Justizvollzugsanstalt in Burg im Jerichower Land, im Vordergrund eine Wiese
Der 45 Jahre alte Mann war per Haftbefehl gesucht worden, weil er zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden war. Die sitzt er nun in Burg ab. (Archivfoto) Bildrechte: MDR/Michael Rosebrock

Zuvor hatte der 45-Jährige den Angaben zufolge versucht, über eine Mauer zu fliehen. Der Mann hatte einen Atemalkoholwert von 2,04. Er wurde zunächst ins Stendaler Polizeirevier und später in die Justizvollzugsanstalt nach Burg gebracht. Dort soll der Mann eine einjährige Gefängnisstrafe wegen Körperverletzung absitzen, zu der ihn das Stendaler Landgericht bereits dem Vorfall verurteilt hatte. Gegen den Tangerhütter wird nach dem Vorfall am Freitag nun zusätzlich wegen Beleidigung und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte ermittelt.

Stendaler hat "Frauengeschichten" satt – und ohrfeigt Bekannten

Deutlich glimpflicher endete am späten Sonnabend ein Einsatz der Stendaler Polizei: Die war ausgerückt, weil ein 42-Jähriger einen Bekannten geohrfeigt und anschließend selbst die Polizei verständigt hatte. Der Grund war nach Polizeiangaben recht banal. Die "ständigen Frauengeschichten" seines Bekannten hatten den Mann offenbar so sehr genervt, dass er mit der flachen Hand in dessen Gesicht schlug. Das Opfer sei leicht am Auge verletzt worden, hieß es.

Während der Sachverhaltsaufnahme gab der Beschuldigte an, von den ständigen Frauengeschichten seines Bekannten die Nase voll zu haben und schlug bei einer weiteren Anekdote zu.

aus dem Polizeibericht

Eine medizinische Behandlung hatten den Angaben zufolge beide Männer abgelehnt. Auch in diesem Fall war laut Polizei reichlich Alkohol im Spiel: Der Beschuldigte kam auf einen Atemalkoholwert von 2,38 Promille, beim Angegriffenen wurden 3,17 Promille gemessen. Immerhin: Noch bevor die Polizei abrückte, hatten die Männer sich wieder versöhnt.

Zu tief ins Glas geschaut: Was zu viel Alkohol bewirkt

Ein Mann bläst in ein Alkoholtestgerät.
Je höher der Alkoholkonsum ist, desto gefährlicher wird es für den Körper. (Symbolbild) Bildrechte: Colourbox.de

  • Ab einem Promillewert von 0,3 sind laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung eine leichte Verminderung der Sehleistung oder nachlassende Konzentration zu spüren.
  • Wer mehr als 0,8 Promille Alkohol im Blut hat, überschätzt sich tendenziell selbst – und spürt nicht selten Gleichgewichtsstörungen. Außerdem lässt die Reaktionszeit deutlich nach.
  • Bei mehr als 1 Promille treten Orientierungs- oder Sprechstörungen auf, außerdem erhöht sich die Aggressionsbereitschaft. Die Sehfähigkeit verschlechtert sich weiter.
  • Wer mehr als 2 Promille im Blut hat, klagt den Angaben zufolge über ein nahezu komplett aussetzendes Reaktionsvermögen oder Gedächtnisstörungen.
  • Ab einem Wert von 3 Promille drohen Bewusstlosigkeit, Unterkühlung und Reflexlosigkeit. Außerdem wird die Atmung schwächer.
  • Bei mehr als 4 Promille sind Lähmungen, unkontrollierte Ausscheidungen, Koma oder gar der Tod möglich.


Quelle: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

dpa, MDR/Alexander Klos, Luca Deutschländer

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 09. August 2021 | 06:30 Uhr

1 Kommentar

DanielSBK vor 16 Wochen

". Die "ständigen Frauengeschichten" seines Bekannten hatten den Mann offenbar so sehr genervt, dass er mit der flachen Hand in dessen Gesicht schlug."

Das nennt man wohl Ordnungsschelle..

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