Abschnitt Osterburg – Seehausen Neues Bündnis kämpft gegen Nordverlängerung der A14

Gegen den Ausbau der A14 im Norden Sachsen-Anhalts hat es bereits etliche Klagen gegeben. Derzeit regt sich in der Altmark erneut Widerstand. Ein Bündnis will den Ausbau verhindern und erwägt Klage für den Bauabschnitt Osterburg und Seehausen einzureichen. Ein Verfahren gegen einen Teilabschnitt in der Börde wird vom Bundesverwaltungsgericht geprüft.

Gegen die Nordverlängerung der A14 regt sich in der Altmark erneut Widerstand. Das Bündnis "Keine A14" fordert den Stopp des Lückenschlusses der A14 und ein grundsätzliches Umdenken in der Klimapolitik. Der Sprecher der Bewegung "Keine A14", Mario Peine, sagte MDR SACHSEN-ANHALT, man habe gerade einen Temperaturunterschied von 30 Grad erlebt. Der Klimawandel sei in vollem Gange. Daran, sei der Autoverkehr genauso schuld, wie die Versiegelung der Flächen durch Autobahnen.

Da haben wir in der Colbitz-Letzlinger Heide eine Schneise freigeschlagen auf diesem Sandboden. Ich habe geschätzt: eine Million Bäume, andere sagen sogar zwei Millionen Bäume sind da gefallen. Das kann man nicht wieder ausgleichen.

Mario Peine, Bündnis "Keine A14"

Von Sachsen-Anhalts Verkehrsministerium hieß es, der Autobahnbau sei Gesetz. Nach Ansicht von Peine ist das zu kurz gedacht. Der von den Naturschützern vorgeschlagene Ausbau der B189 sei überhaupt nicht in Betracht gezogen worden. Es gehe nicht nur um Sachsen-Anhalt, sondern um den Planeten.

Klage des Bündnisses noch offen

Ob das Bündnis gegen den Abschnitt Osterburg und Seehausen klagen wird, ist noch nicht bekannt. Der Planfeststellungsbeschluss lag bis Mitte Februar in den Rathäusern beider Gemeinden zur Einsicht aus. Klagen gegen den Beschluss können bis zum 15. März 2021 eingereicht werden.

Der Bürgermeister von Seehausen Altmark, Detlef Neumann, sagte MDR SACHSEN-ANHALT am Freitag, die Stadt habe gegen die ausgelegten Planungsunterlagen keine Einwände.

Der aktuelle Stand beim Ausbau der A14

Die Nordverlängerung soll Magdeburg nach Fertigstellung mit der Ostsee verbinden. Die Abschnitte in Mecklenburg-Vorpommern und in Brandenburg sind so gut wie fertig gestellt. Die Strecke der Nordverlängerung, die durch Sachsen-Anhalt führt, beträgt 97 Kilometer. Befahrbar sind davon erst 14, direkt nördlich von Magdeburg. Die anderen Abschnitte sind auf unterschiedlichen Bau- und Planungsständen: Im Bau befindet sich derzeit der Abschnitt von Tangerhütte bis Lüderitz. Zwischen Seehausen und Wittenberge war der Startschuss im Oktober gefallen. Insgesamt sollen die Bauarbeiten bis Ende 2027 fertiggestellt werden.

Klage gegen weiteren Abschnitt wird geprüft

Derzeit läuft eine Klage gegen den Abschnitt zwischen Dahlenwarsleben und Wolmirstedt in der Börde. Eingereicht hatte sie eine Privatperson im Dezember. Bis Mitte Februar musste eine Begründung für die Klage beim Bundesverwaltungsgericht vorgelegt werden. Diese ist laut einer Sprecherin des Gerichts fristgerecht eingegangen. Weiter hieß es, dass sich der Senat jetzt damit befassen und gegebenenfalls eine mündliche Verhandlung anberaumen werde. Näheres zum zeitlichen Ablauf könne noch nicht gesagt werden.

Bei früheren Klagen gegen die A14-Nordverlängerung dauerte es jeweils rund ein Jahr bis zu einem Verhandlungstermin. In anderen Fällen hatten sich die Planungsbehörden mit den Klägern geeinigt und die Umweltschutzorganisation BUND ihren Verzicht auf weitere Klagen gegen die A14 erklärt. Im Gegenzug wurden zusätzliche Umwelt- und Lärmschutzmaßnahmen berücksichtigt.

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MDR, Katharina Häckl, Thomas Zieler, Sarah Peinelt, dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 26. Februar 2021 | 14:00 Uhr

13 Kommentare

Altmagdeburger vor 29 Wochen

Wenn dieses Tempo so weiter geht mit der A14 Richtung Schwerin, wird meine jüngstes Enkelkind, die jetzt 1 Jahr wird, die Fertigstellung nicht mehr erleben. Jeder der jetzt noch ein Gerichtsverfahren einleitet und verliert, soll nicht nur das Gerichtsverfahren bezahlen, sondern auch alle Kosten die durch die Verzögerung entstanden sind. Damit sie wissen was auf sie zukommen, wenn sie ein Gerichtsverfahren einleiten. Denn die Fertigstellung der A14 kommt sowieso, ist nur die Frage wann.

W.Merseburger vor 29 Wochen

Mario Peine sagt, wir haben gerade einen Temperaturunterschied von 30°C erlebt. Es muss ein Umdenken in der Klimapolitik stattfinden. Deshalb wird die Verhinderung eines Teilabschnittes der zukünftigen A14 das Klima retten, lese ich aus seiner Aussage. Leider müssen sich, wenn diese Leute um Peine Ernst machen, Gerichte mit diesem Nonsens auseinandersetzen. Der Weiterbau wird verzögert und wir werden alle lächerlich gemacht.

TomTom 58 vor 29 Wochen

Frau Mario Peine, eine typische "Berufsrevoluzzerin", die gegen Alles und für Nichts, was im Interesse der Bürger Sachsen - Anhalts, ist! Vom Kampf gegen das GÜZ bis zum Kampf gegen die A 14.
Natürlich ist die A 14 eine Lebensader die nach deren Fertigstellung Investitionen anlockt. Kurze Wege auf der Achse Ost-West, ohne stundenlang über Landes- oder Bundesstraßen bummeln zu müssen. Ohne Stopp und Go - Verkehr durch enge Straßen in den Städten. Eine echte CO2 - Einsparung.
Jeder der gefällten Bäume, Kiefermonokulturen, wird durch Pflanzung in naturnahen Wäldern ersetzt. Diese Wälder sind dann in einigen Jahren eine Antwort auf den Klimawandel.
Aber vielleicht sollte Frau Mario Peine und ihre grünen Freunde mal die Gesamtheit von Wirtschaft UND Natur betrachten und ggf. mal aktiv mitarbeiten und Laubbäume pflanzen.
DAS wäre ein Beitrag für Mensch und Natur.

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