Winterdienst Darum decken sich Land und Kommunen im Sommer mit Streusalz ein

Bei den derzeit herrschenden sommerlichen Temperaturen denken die meisten Menschen sicherlich noch nicht an den Winter. Land und Kommunen bereiten sich dagegen jetzt schon auf Schnee und Eis vor, indem sie Streusalz besorgen.

Salzlager Heiligenstadt
In einem Lager wird Streusalz aufbewahrt. Bildrechte: MDR/Thomas Kalusa

Es ist warm, die Sommerferien haben gerade erst begonnen – trotzdem rüstet sich Sachsen-Anhalt jetzt schon mit Streusalz für den bevorstehenden Winter. "Die Ausschreibungen sind durch, der Zuschlag ist erteilt und die Lieferungen beginnen Ende September", sagte ein Sprecher vom Verkehrsministerium der Deutschen Presse-Agentur. Aus dem vergangenen Jahr seien noch knapp 3.000 Tonnen von dem Auftausalz übrig, neu bestellt wurden 22.000 Tonnen.

Land nicht mehr für Winterdienst auf Autobahnen zuständig

Das Streusalz könne bis zu fünf Jahre eingelagert werden, sagte der Sprecher. Aktuell würden die Straßenmeistereien das alte Salz zur Seite räumen, um Platz für das neue Salz zu machen. Im Winter soll dann zunächst das alte Salz verbraucht werden. Pro Meisterei werden den Angaben zufolge etwa 800 Tonnen eingelagert.

Das ist Auftau- bzw. Streusalz

Auftausalz wird umgangssprachlich auch als Streu- oder Tausalz bezeichnet. Es besteht zu mindestens 94 Prozent aus handelsüblichem Kochsalz und wird als Hilfsmittel im Winter zur Beseitigung von Schnee und Eis auf Verkehrswegen verwendet. Die Ausbringung ist aber in zahlreichen Kommunen – vor allem auf Gehwegen – verboten. Tausalz fiel in Deutschland nicht unter die bis 1993 erhobene Salzsteuer, weswegen es durch Zusätze nicht mehr für Menschen zum Verzehr geeigneter Zusatzstoffe vergällt werden musste.

Im vergangenen Jahr lagerten zum Winterbeginn rund 28.000 Tonnen vom Auftausalz in den Straßenmeistereien. Bis Ende 2020 war das Land allerdings auch noch für den Winterdienst auf den Autobahnen zuständig. Am 1. Januar 2021 hat die Autobahn GmbH des Bundes die Verantwortung übernommen. Das Land ist in diesem Jahr daher nur für den Winterdienst auf den Bundes- und Landesstraßen zuständig.

Dazu kommen die Kreisstraßen in den Landkreisen Mansfeld-Südharz, Jerichower Land und Wittenberg. Für die Beräumung des überwiegenden Teils der Kreis- und kommunalen Straßen sind die Landkreise oder Gemeinden selbst verantwortlich.

Lager werden jetzt langsam aufgefüllt

Auch in den Landkreisen und kreisfreien Städten werden die Speicher langsam aufgefüllt: In Magdeburg seien aktuell noch 900 Tonnen Salz gelagert, weitere 1.400 Tonnen würden bestellt, teilte ein Sprecher der Stadt mit. Der Altmarkkreis Salzwedel und der Landkreis Stendal haben aktuell 1.400 beziehungsweise 700 Tonnen ausgeschrieben.

Auch der Burgenlandkreis will eigenen Angaben zufolge bis zum Winter 1.500 Tonnen Auftausalz beschaffen. Die Vergabe erfolgt dort allerdings voraussichtlich erst im Oktober.

MDR/Gero HIrschelmann, dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 25. Juli 2021 | 14:00 Uhr

Mehr aus Sachsen-Anhalt