Bis 2029 Studie: Sachsen-Anhalt muss Ganztagsplätze in Schulen aufstocken

Laut einer Studie des Deutschen Jugendinstituts muss Sachsen-Anhalt in Zukunft seine Ganztagsangebote aufstocken. Derzeit seien die Schulen im Land aber verleichsweise gut aufgestellt, vor allem im Vergleich zu westdeutschen Ländern. Das Institut prognostiziert aber einen Anstieg des Ganztagsbedarfs.

Kinder warten hinter Schulranzen, die in einer Reihe stehen
Ab 2026 gibt es ein Recht auf Ganztagsschule. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

In den nächsten Jahren müssen laut einer Studie des Deutschen Jugendinstitutes (DIJ) an den Schulen in Sachsen-Anhalt zwischen 4.500 und 10.400 neue Ganztagsplätze geschaffen werden.

Dieser Ausbaubedarf von 8 bis 19 Prozent liegt deutlich unter dem bundesweiten Durchschnitt. Der beträgt 31 bis 42 Prozent. Auch in den anderen ostdeutschen Bundesländern müssen weniger Ganztagsplätze geschaffen werden als im Bundesdurchschnitt.

Ab 2026 Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung

Der Studie zufolge ist das Ganztagsangebot in Sachsen-Anhalt derzeit gut: Fast neun von zehn Familien, die in den vergangenen Jahren einen Ganztagsplatz beantragt haben, hätten diesen Platz auch bekommen.

Das Institut rechnet aber damit, dass der Bedarf steigen wird. Darauf hatten sich Bund und Länder geeinigt. Für Grundschulkinder in Sachsen-Anhalt gibt es einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung. Ab 2026 soll dieser Rechtsanspruch in ganz Deutschland eingeführt werden.

Das DIJ sieht einen Bedarf von 200 bis 600 neuen Vollzeitstellen, um den Ausbau bis Schuljahresbeginn 2029/2030 zu gestalten, zudem Investitionen von 97 bis 177 Millionen Euro und zusätzliche jährliche Betriebskosten von 12 bis 45 Millionen Euro im Schuljahr 2029/2030.

Bundesweit fehlen nach den Angaben des Instituts bis 2029 rund 600.000 Ganztagsplätze.

dpa,MDR/Julia Heundorf

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 19. Oktober 2021 | 09:00 Uhr

0 Kommentare

Mehr aus Sachsen-Anhalt