Gesperrte Straßen und Zugausfälle Mehr als 700 Einsätze wegen Sturm "Ignatz" in Sachsen-Anhalt

Durch Sturm "Ignatz" sind die Feuerwehren in Sachsen-Anhalt am Donnerstag zu mindestens 700 Einsätzen ausgerückt. Umgestürzte Bäume sorgten dabei für Behinderungen auf den Straßen und im Zugverkehr. In Wittenberg und im Harz wurden drei Menschen verletzt.

Der Herbststurm "Ignatz" sorgt am Donnerstag für zahlreiche Einsätze von Polizei und Feuerwehr in Sachsen-Anhalt. Die Feuerwehren mussten bis zum Abend zu mindestens 700 Einsätzen ausrücken, um Straßen zu sperren und umgestürzte Bäume von den Fahrbahnen zu räumen. Das ergaben Recherchen von MDR SACHSEN-ANHALT bei den Leitstellen im Land.

Laut Deutschem Wetterdienst (DWD) wurden am Donnerstag in ganz Sachsen-Anhalt Windgeschwindigkeiten von bis zu 100 Kilometer pro Stunde erreicht. Der DWD hat inzwischen die Warnung vor orkanartigen Böen aufgehoben.

Gesperrte Straßen Zahlreiche Einsätze wegen Sturm "Ignatz"

Dunkle Wolken ziehen über einem kahlen Hügel im Harz vorbei.
Sturmtief "Ignatz" ist am Donnerstag über Sachsen-Anhalt hinweg gezogen. Der Sturm hat zu zahlreichen Polizei- und Feuerwehreinsätzen in Sachsen-Anhalt geführt. Bildrechte: dpa
Dunkle Wolken ziehen über einem kahlen Hügel im Harz vorbei.
Sturmtief "Ignatz" ist am Donnerstag über Sachsen-Anhalt hinweg gezogen. Der Sturm hat zu zahlreichen Polizei- und Feuerwehreinsätzen in Sachsen-Anhalt geführt. Bildrechte: dpa
Mit aufgeplusterten Jacken gehen zwei Frauen im Wind an einem umgekippten Baum im Stadtteil Neustadt in Halle/Saale vorüber.
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) teilte mit, dass im Land Windgeschwindigkeiten von bis zu 100 Kilometer pro Stunde erreicht wurden. Auch in Halle-Neustadt (Foto) war es sehr stürmisch. Bildrechte: dpa
Umgefallene Bäume im Harz
Am Nachmittag hob der DWD die Warnung vor orkanartigen Böen auf. Bildrechte: MDR/Matthias Strauss
Umgefallene Bäume im Harz
Einsatzkräfte rückten mindestens 700 Mal aus, um Straßen zu sperren und umgestürzte Bäume von den Fahrbahnen zu räumen. Bildrechte: MDR/Matthias Strauss
Ein umgestürzter Baum liegt auf einer Straße.
So zum Beispiel in Zschornewitz im Landkreis Wittenberg. Hier fiel eine große Pappel auf die Hauptstraße. Verletzt wurde niemand. Bildrechte: MDR/Jana Müller
Ein umgestürzter Baum blockiert den Verkehr.
In Thale im Harz ist die Feuerwehr seit Donnerstagmorgen im gesamten Stadtgebiet im Einsatz. Auf der Straße zwischen Thale und Friedrichsbrunn wurde der Verkehr durch umgestürzte Bäume blockiert. Bildrechte: Feuerwehr Stadt Thale
Ein umgestürzter Baum liegt auf einer Straße in Magdeburg.
Auch im Stadtgebiet von Magdeburg stürzten Bäume um. Bildrechte: MDR/Christoph Dziedo
Ein Kran liegt auf dem Boden.
An der Baustelle am Strombrückenzug in Magdeburg ist ein Kran aus Sicherheitsgründen vorsorglich abgebaut worden.

Quelle: MDR/Tanja Riess, Matthias Strauss, Jana Müller, Sarah Peinelt
Bildrechte: MDR/Sören Thümler
Alle (8) Bilder anzeigen

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 21. Oktober 2021 | 12:00 Uhr

Drei Verletzte in Wittenberg und im Harz

Im Harz mussten die Rettungskräfte zwei Autofahrer aus ihren Fahrzeugen befreien. Zwischen Elend und Braunlage war ein Mann am Morgen schwer verletzt worden, als ein Baum auf sein Auto krachte. Später stürzte bei Harzgerode ein Baum auf ein weiteres Auto.

In Wittenberg wurde ein Radfahrer von einem umgestürzten Baum getroffen. Er musste mit einem Hubschrauber ins Krankenhaus gebracht werden.

Zahlreiche Straßen gesperrt

Im Landkreis Harz, der Börde, im Landkreis Wittenberg sowie in Halle mussten mehrere Straßen wegen umgestürzter Bäume gesperrt werden. Auf der A14 kam es zwischen Bernburg und Magdeburg zu kleineren Unfällen.

Zudem führt der Sturm bundesweit zu Verspätungen und Ausfällen im Zugverkehr. Wie die Deutsche Bahn am Donnerstag mitteilte, wird der Bahnverkehr in Sachsen-Anhalt schrittweise wieder hochgefahren. Wegen des Unwetters war der Bahnverkehr in Mitteldeutschland für mehrere Stunden komplett eingestellt worden.

Stromausfall in mehreren Bundesländern

Umgestürzte Bäume und herabfallende Äste sorgten in mehreren Bundesländern für Stromausfälle. Laut dem Stromanbieter "Mitnetz Strom" waren rund 50.000 Kundinnen und Kunden in Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Sachsen und Thüringen ohne Strom.

In Sachsen-Anhalt waren vor allem der Burgenlandkreis und der Saalekreis von den Ausfällen betroffen. Der Chemiestandort Leunawerke war nach Angaben eines Sprechers jedoch nicht von dem Stromausfall betroffen, weil der Standort über eigene Kraftwerke verfügt und autark ist.

Brocken wie leergefegt

Wie ein Reporter von MDR SACHSEN-ANHALT mitteilte, war der Brocken am Morgen menschenleer. Der Nationalpark Harz warnte zudem vor Wanderungen im Harz. Sprecher Friedhart Knolle sagte, dass sich selbsternannte Sturmjäger unter Umständen in Lebensgefahr bringen würden.

Ein Mitarbeiter des Brockenwirts sagte, dass am Donnerstagmorgen kurzzeitig der Strom ausgefallen war. Außerdem seien die letzten Gäste des Brockenhotels aus Sicherheitsgründen mit Fahrzeugen ins Tal gebracht worden.

Die Harzer Schmalspurbahnen haben aufgrund des Sturms ihren Betrieb komplett eingestellt.

Leitstellen im Süden vorbereitet

Im Süden des Landes wurden die Leitstellen in Halle und dem Burgenlandkreis personell verstärkt, um so auf ein erhöhtes Notrufaufkommen vorbereitet zu sein. Im Burgenlandkreis gibt es außerdem den Maßnahmenplan "Sturm", nach dem die Gemeinden bei Bedarf eine eigene Einsatzleitung bilden können.

Die Stadt Halle hat eine Hotline freigeschaltet, über die Bürgerinnen und Bürger Hinweise zu Sturmschäden geben können. Die Rufnummern finden Sie hier.

Tierparks geschlossen, Fähren fahren nicht

Wegen des Sturmtiefs blieben der Tierpark in Dessau, der Magdeburger Zoo und der Bergzoo Halle am Donnerstag vorsorglich geschlossen. Der Magdeburger Zoo und der Bergzoo Halle teilten am Nachmittag mit, dass sie am Freitag wieder für Besucher öffnen wollen.

Die Elbfähren in Rogätz im Kreis Börde und Pretzsch im Landkreis Wittenberg haben ebenfalls ihren Betrieb eingestellt.

Aktuelle Informationen zur Verkehrslage finden Sie hier:

Stau auf der Carolabrücke in Dresden.
Bildrechte: imago/Sven Ellger

Quelle: MDR/Tanja Riess,Matthias Strauss,Sarah Peinelt

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 21. Oktober 2021 | 06:00 Uhr

3 Kommentare

Jedimeister Joda vor 6 Wochen

Manche gehen auf den Brocken andere Reisen führen nach la Palma. Vernunft Fehlanzeige. Also helfen ist für die unnötig. Schaffen sies in Ordnung wenn nicht, niemand hat sie dazu gezwungen. Joda

Sachsin vor 6 Wochen

wow @MikeS krasse Meinung, schon weltfremde Meinung über selbstbewusste Eltern - von der Überfüllung unseres Strafvollzugs, Ermittlungsbehörden und Gerichte für wirklich Kriminelle, ganz zu schweigen.

MikeS vor 6 Wochen

Wer wie im Video zu sehen bei diesen Wetterverhältnissen mit Kleinkindern und Säuglingen auf dem Brocken rumlatscht und seine Kinder offenbar vorsätzlich einer Lebensgefahr ausetzt, gehört abgeurteilt und das Jugendamt sollte tätig werden. Wer so wenig Hirn hat, hat das Recht auf Kindererziehung verwirkt!

Mehr aus Sachsen-Anhalt