Energiepreise Immer mehr Fälle von Tankbetrug in Sachsen-Anhalt

Tanken, ohne zu zahlen: In Sachsen-Anhalt sind die Fälle von Tankbetrug deutlich gestiegen. Wie das Landeskriminalamt mitteilte, hat es in diesem Jahr bis August bereits ähnlich viele Fälle wie im gesamten Vorjahr gegeben. Für die Polizei stellt das eine große Herausforderung dar.

Eine Hand greift einen Zapfhahn.
Erst tanken, dann nicht bezahlen – das passiert laut Landeskriminalamt immer häufiger. (Symbolbild) Bildrechte: IMAGO / Laci Perenyi

In Sachsen-Anhalt hat die Zahl der Tankbetrugsfälle zugenommen. Wie das Landeskriminalamt (LKA) mitteilte, wurden bis August knapp 2.300 Fälle gezählt. Das seien fast so viele gewesen wie im gesamten Vorjahr. 2021 lag die Zahl bei 2.305, im Jahr davor bei 2.455.

Angesichts der gestiegenen Kraftstoffpreise lag der Schaden laut LKA im August bereits bei rund 167.000 Euro. 2019 und 2020 hatte er gut 141.000 Euro betragen.

Die meisten Fälle von Tankbetrug in der Börde

Die regionale Verteilung ist den Daten des LKA zufolge sehr unterschiedlich. Die meisten Tankbetrugsfälle wurden im Landkreis Börde registriert. Hier lag die Zahl der Straftaten bei 347. Die wenigsten Fälle gab es in dem Zeitraum mit 45 im Altmarkkreis Salzwedel. In Magdeburg nahm die Polizei in diesem Jahr bislang 225 Fälle von Tankbetrug auf, in der Stadt Halle waren es 64 Fälle.

Tankbetrug große Herausforderung für Ermittler

Die Ermittlerinnen und Ermittler konnten den Daten zufolge weniger als jede zweite Straftat aufklären. 2019 lag die Quote noch bei 52,5 Prozent, 2020 war sie auf 44,5 Prozent gesunken.

Tankbetrug zu verhindern, stellt für die Polizei eine große Herausforderung dar, denn Tanken funktioniere über ein grundsätzliches Vertrauen gegenüber Kundinnen und Kunden. Erst gebe es Benzin, anschließend folge die Zahlung. Gänzlich könne man Tankbetrug nur mit einem Vorabbezahlsystem verhindern, hieß es vom Landeskriminalamt. Eine Videoüberwachung sei zwar auch möglich, ziele jedoch in erster Linie darauf ab, Täter abzuschrecken, Taten aufzuklären und das Sicherheitsempfinden der Mitarbeitenden zu stärken.

dpa/MDR (Cornelia Winkler)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 01. Oktober 2022 | 13:00 Uhr

7 Kommentare

ElBuffo vor 8 Wochen

Oje, der Matheunterricht fand dann aber schon nicht mehr unter der Volksbildungsministerin statt?
Mal davon abgesehen, herrschten im 2. Quartal 2021 möglicherweise noch andere Umstände als 2022.
Kann man nicht viel machen, außer sein Verhalten anpassen. Muss ja nicht gleich in Betrug ausarten. Der Staat kommuniziert jedenfalls ziemlich klar, was er nimmt. Das ist beim Tankbetrüger anders.

Steffen Kayser vor 8 Wochen

Es trifft ja die Multis, Ich glaube es gibt nur sehr wenige Pächter die für den Verlust haften müssen. Und bei vielen Tankstellen hat das Vorabbezahlen schon Einzug gehalten. Mit EC-Karte. Einfach und wirksam.

Reinbach vor 8 Wochen

Was ist Tankbetrug?Der wahre Tankbetrug findet woanders statt und unser Bundeskartellamt befindet sich scheinbar schon im Winterschlaf und dass seit März 22….Der Barrel Brent Öl kostet aktuell 85 Euro statt 130 Euro wie vor paar Wochen.Eine Kopplung der Kraftstoffpreise an die Rohölpreise wurde ausgeheberte.Die Dieselpreise und Benzinpreise sind fast gleich.Schauen wir uns die Quartalergebnisse der Mineralölkonzerne im Vergleich zum Vorjahr an die sich zum Teil versechsfacht haben z.B von 3 Milliarden auf 18 Milliarden im 2.Quartal 2022, da sehen wir wer hier abzockt.Und was tut unser Wirtschaftsminister dagegen?????Nichts,warum auch?Was ist besser ?19 Prozent Mehrwertsteuer auf 30 Milliarden Erlöse oder 19 Prozent Mehrwertsteuer auf 60 Prozent Erlöse?

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